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07.07.08

Eventmanagement

In Berlin beginnt mit der O2 World eine neue Ära

Die O2 World, die bei Konzerten bis zu 17.000 Besuchern Platz bietet, öffnet Berlin bisher ungeahnte Möglichkeiten auch für den Sport. Veranstaltungen, an die bisher nicht zu denken war, können jetzt in die Stadt geholt werden.

Zentralbild

In großen Lettern prangt der Schriftzug an der 35 Meter hohen Fassade.

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Der Schriftzug über dem Podium war dem Anlass angemessen. "Aufbruch in eine neue Ära" prangte da im Postbahnhof, von einem Beamer an die Wand geworfen. Und darunter saßen Detlef Kornett und Axel Schweitzer, um den Umzug des Basketballklubs Alba Berlin in die neue O2 World am Ostbahnhof offiziell bekannt zu geben.

Es war ein langer Weg, bis sich die Anschutz Entertainment Group (AEG), Investor, Eigentümer und Betreiber der Arena, und Alba am Samstag auf die Zusammenarbeit einigen konnten. Der Vertrag hat eine Laufzeit von 15 Jahren, mit einer "gemeinsamen Option" auf weitere zehn Jahre, wie es Albas Aufsichtsratsvorsitzender Schweitzer bezeichnete: "Eigentlich kann man von 25 Jahren sprechen". Für Alba sei der Umzug von der Max-Schmeling-Halle (Kapazität 8861 Besucher) in die beim Basketball 15.000 Zuschauer fassende Halle "eine Ehre".

"Froh, erleichtert und glücklich" zeigte sich Kornett, der AEG-Geschäftsführer. "Zwei Ankermieter hatten wir uns erhofft." Nachdem der Eishockey-Klub EHC Eisbären, im Besitz der AEG, von vornherein als Mieter festgestanden hatte, die Handball-Füchse frühzeitig kein Interesse signalisiert hatten, kommt jetzt noch Alba hinzu. Optimaler könnte der Zeitpunkt nicht sein: Beide Klubs haben in der vergangenen Saison den deutschen Meistertitel geholt.

"Aufbruch in eine neue Ära". Was am Montag nur auf Alba bezogen wurde, gilt jedoch auch im viel größeren Rahmen. Eine der modernsten Multifunktionsarenen der Welt, die bei Konzerten bis zu 17.000 Besuchern Platz bietet, eröffnet Berlin bisher ungeahnte Möglichkeiten auch für den Sport. Veranstaltungen, an die bisher nicht zu denken war, können jetzt in die Stadt geholt werden. So wird im Mai 2009 das Final Four der Basketball-Europaliga in der O2 World stattfinden, bereits am 14. Oktober macht die amerikanische Basketball-Profiliga NBA mit einem Vorbereitungsspiel Station. Dann treffen die New Orleans Hornets auf die Washington Wizards.

Mit der neuen Arena spielt Berlin in einer Liga mit, in der große Boxkämpfe (siehe unten) ebenso akquiriert werden können wie vielleicht eine Tennis-Weltmeisterschaft. Vermarktungsmöglichkeiten und Zuschauerkapazität, entscheidend bei der Vergabe großer Events, lassen vieles zu. Nur zwei Beispiele aus der Showbranche zeigen die Möglichkeiten: Elton John oder Tina Turner kommen nur nach Berlin, weil es jetzt eine entsprechende Halle gibt.

Auslosung der Europaliga

Was für Chancen also auch für Alba. Schweitzer sprach von einem "historischen Schritt für Alba und zugleich für den deutschen Basketball". Die Präsentationsmöglichkeiten für Basketball auf höchstem Niveau "setzen auf europäischer Ebene neue Maßstäbe und brauchen auch den Vergleich zur NBA nicht zu scheuen". Alba will sich peu à peu in der europäischen Spitze etablieren. "Auf dem Weg dorthin wollen wir unseren Teil beitragen", versprach Kornett.

Heute wird für Alba das erste Kapitel Europaliga 2008/09 aufgeschlagen, wenn in Berlin die Gruppenauslosung stattfindet. Gegner wie Panathinaikos Athen, ZSKA Moskau, Maccabi Tel Aviv, FC Barcelona oder Real Madrid sind möglich.

Beide Parteien sprachen von einer "gewinnbringenden und aktiven Partnerschaft". Kornett erklärte: "Risiken und Chancen sind gleichmäßig verteilt." Details über die Zusammenarbeit und konkrete Zahlen wollten die Beteiligten nicht nennen. Nur so viel, dass es sich nicht um ein reines Mietmodell (also Alba zahlt einen Betrag X an die AEG) handele. Schweitzer: "Es liegt in beider Interesse, dass möglichst viele Zuschauer kommen." Weil dann beide Seiten profitieren.

Erst in der Sömmeringhalle, in die sich bis zu 4000 Zuschauer pressen ließen, vom Herbst 1996 an dann in der Max-Schmeling-Halle – jetzt also der nächste Schritt in die O2 World. Ganz andere Vermarktungschancen hat der Klub nun. Die AEG bietet dafür optimale Voraussetzungen.

In der Halle selbst wird das Team allerdings nicht trainieren können – eine Kröte, die man schlucken musste. "Da gewöhnt man sich dran. Es gibt Schlimmeres im Leben, als seine Schuhe von der einen zur anderen Halle mit rüberzunehmen", sah Alba-Kapitän Patrick Femerling das Ganze pragmatisch. Auch künftig wird Alba in der Max-Schmeling-Halle trainieren.

Zuschauerschnitt stark erhöhen

Wie soll die Halle einigermaßen gefüllt werden? "Nur" 7000 Zuschauer kamen in der vergangenen Saison im Schnitt zu den Bundesligaspielen. "Wir gehen davon aus, dass es künftig weit mehr sein werden", sagte Schweitzer. Hilfreich ist dabei auch, dass die AEG mit ihren vielfältigen Aktivitäten sehr viele Menschen anspricht und diese auch für Alba interessieren kann. Zum Nutzen aller.

Einen Gewinner gibt es jetzt schon: Albas Sportdirektor Henning Harnisch wohnt gleich um die Ecke und kann jetzt immer zu Fuß zu den Spielen gehen.

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