14.10.07

Sportstädte-Vergleich

München ist die Nummer eins in Deutschland

Viele Metropolen kämpfen darum, Deutschlands Sport-Hauptstadt zu sein. Jetzt hat das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) das erste wissenschaftlich fundierte Ranking zum Thema veröffentlicht und nennt die deutschen Top 15.

Von Carsten Harms
Foto: picture-alliance
Symbol des Sport in München: das Olympiastadion
Symbol des Sport in München: das Olympiastadion

München ist die beste Sportstadt Deutschlands. Zu diesem Ergebnis kommt eine bislang unveröffentlichte Untersuchung des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI). In diesem Ranking, dem ein empirischer Vergleich der 15 größten Städte der Bundesrepublik zugrunde liegt, liegen München und Stuttgart vor der Hansestadt. Auf Platz vier folgt Berlin vor Köln. Bremen liegt auf Platz acht, Hannover auf dem zehnten Rang. Am Ende stehen Essen, Leipzig und Dresden. Laut HWWI ist dies bundesweit die erste Vergleichsstudie zum Thema Sportstädte in Deutschland.

Die beiden Autoren der Studie, Max Steinhardt und Henning Vöpel, legten vier Kriterien für die Bewertung der einzelnen Großstädte fest: Breitensport, Profisport, Sportinfrastruktur und Sportevents. Damit soll die große Bandbreite des Sports abgedeckt werden. "Die Ergebnisse der vier Kategorien sind mit gleicher Gewichtung in das Gesamtranking eingeflossen", sagt Henning Vöpel. Je nach Bedarf könnten sie aber auch unterschiedlich gewichtet werden.

Wichtiges Kriterium Breitensport

Beim Kriterium Breitensport waren die Mitgliederzahlen in den Sportvereinen im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung der einzelnen Stadt ausschlaggebend. Hier liegt München mit 29,7 Prozent vor Hamburg (28,7) und Stuttgart (27,8). Am Ende befinden sich Berlin (16,1), Leipzig (14,2) und Dresden (11,5). In dieser Statistik enthalten sind allerdings auch die zahlreichen "Fan-Mitglieder" der großen Fußball-Bundesligavereine. So hat der FC Bayern München inzwischen mehr als 100.000 dieser Mitglieder, der HSV kommt derzeit auf rund 45.000 Supporter. "Uns ist klar, dass wir damit auch Mitglieder erfasst haben, die in den Vereinen keinen aktiven Sport treiben. Aber sie sind ja auf jeden Fall sportinteressiert. Zudem wurden nur die Personen berücksichtigt, die auch in den jeweiligen Städten wohnen", erläutert Vöpel. Dennoch liegt auf der Hand, dass die Kategorie Breitensport entscheidend durch die Existenz eines oder mehrerer Profi-Fußballvereine beeinflusst wird.

Im Kriterium Profisport bildeten die Gesamtetats der ortsansässigen Mannschaften in der Ersten und Zweiten Fußball-Bundesliga, in der Deutschen Eishockey-Liga, in der Handball- sowie in der Basketball-Bundesliga (nur Männer) die Bewertungsgrundlage. Auch hier liegt dank des FC Bayern und des TSV 1860 München die bayerische Landeshauptstadt (57 Millionen Euro) vorn. Es folgen Hamburg (45,8), Köln (45,5) und Berlin (42,7). Da sich die Erhebung auf die Saison 2006/2007 bezieht, ist der FC St.Pauli ebenso wenig berücksichtigt wie die Füchse Berlin in der Handball-Bundesliga. "Da die einzelnen Vereine nicht sehr auskunftsfreudig waren, haben wir bei den Etats aus verschiedenen Quellen einen Mittelwert gebildet", sagt Vöpel. Auch hier liegen Leipzig und Dresden am Ende, da sie keinen einzigen Klub in den genannten Profiligen haben.

Schwer vergleichbares Datenmaterial

Beim Thema Infrastruktur berücksichtigten die Autoren die Zahl der Sportstätten pro 10.000 Einwohner, die Anzahl der Olympia-, Bundes- und Landesleistungszentren sowie die Zuschauerkapazität des größten Stadions und der größten Halle jeder Stadt. Insgesamt liegt hier Berlin dank 24 Leistungszentren und 14,4 Sportstätten pro 10.000 Einwohner ganz vorn. Hamburg, das mit 8,6 Sporteinrichtungen pro 10.000 Einwohner einen Mittelplatz belegt, kommt auf Platz fünf. Fitnessstudios, Tennis- oder Fußballhallen, die rein kommerziell betrieben werden, wurden allerdings nicht berücksichtigt. "Insgesamt war es in diesem Bereich sehr schwierig, vergleichbare Daten über die verschiedenen Sportstätten zu erhalten. Während einige Städte über eine ausführliche Erfassung und Klassifizierung aller vorhandenen Sporteinrichtungen verfügen, besitzen andere Städte lediglich eine rudimentäre Dokumentation", sagt Vöpel.

Bei den für das öffentliche nationale und internationale Image einer Sportstadt besonders wichtigen Sportereignissen belegt Hamburg der Studie zu Folge den vierten Platz hinter Stuttgart, Berlin und München. Dabei profitieren die Schwaben vor allem von den beiden in diesem Jahr ausgetragenen Weltmeisterschaften im Turnen und im Radsport. Die Autoren nahmen hier eine dreifache Bewertung aller Großereignisse der vergangenen fünf Jahre vor – und zwar nach Bedeutung des Ereignisses, nach Bedeutung der Sportart und nach Zeitpunkt. Stuttgart profitierte entsprechend von den Weltmeisterschaften in diesem Jahr im Turnen und Radsport. Hamburg konnte besonders durch die Triathlon-WM und auch die Spiele der Handball-WM punkten, hat aber insgesamt ein Defizit an Veranstaltungen, für die eine internationale Bewerbung notwendig ist. D

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