Klubidol
Podolski kritisiert Kölns Bosse – und wird bestraft
In Köln werde viel versprochen und wenig gehalten, sagt Lukas Podolski über seinen Klub. Für Geschäftsführer Claus Horstmann ist das ein arbeitsvertraglicher Verstoß.
Fußball-Nationalspieler Lukas Podolski wird nach seiner öffentlichen Kritik am Verein vom 1. FC Köln mit einer Strafe belegt. Der 26-Jährige hatte in einem Zeitungsinterview unter anderem falsche Versprechungen angeprangert. "Das ist ein Affront gegen den Verein", sagte FC-Geschäftsführer Claus Horstmann Express online am Sonntag und kündigte an: "Mir ist nicht ganz klar, welche Absicht dahinter steckt. Aber das ist zum wiederholten Mal ein klarer arbeitsvertraglicher Verstoß, den wir sanktionieren werden."
In einem Interview mit der "Bild am Sonntag" hat Podolski die Politik des Klubs moniert. "Christoph Daum hat mal gesagt, dass viel versprochen und wenig gehalten wurde. Ich sehe mich darin bestätigt", sagte der Stürmer unter anderem. Podolski erklärte weiter, dass ihm 2009 signalisiert worden sei, dass man "um mich herum ein Team aufbauen will, dass sich unter den Top 8 und später unter den Top 6 etablieren soll. Wenn man schaut, welche Perspektiven mir aufgezeigt wurden und was am Ende dabei rausgekommen ist, ist das enttäuschend." Seit seinem Wechsel hat der FC in jedem Jahr um den Klassenerhalt gekämpft.
Aussagen kommen zu ungünstiger Zeit
Lukas Podolski hatte schon zuvor entsprechend kritische Töne in der Öffentlichkeit angeschlagen. Ob er damit Druck auf den Klub ausüben will, ist unklar. Der FC möchte mit dem Publikumsliebling gerne den bis 2013 laufenden Vertrag vorzeitig verlängern. Ernsthafte Gespräche dazu sollen im Sommer geführt werden. "Die Aussagen kommen ja nicht zum ersten Mal, aber zu einer für den Spieler und für den Verein denkbar ungünstigen Zeit. Wenn man selbst immer Ruhe einfordert in dieser Situation als verletzter Spieler ein solches Interview zu geben – dieses Selbstverständnis erschließt sich mir nicht", sagte Horstmann weiter.
Podolski, mit 15 Toren in 18 Spielen der Punktegarant der Köln, erholt sich derzeit von einer Bänderverletzung und verpasste das Heimspiel Kölns gegen den Hamburger SV. Der FC steckt auch in dieser Saison wieder in einer sportlich schwierigen Situation, was den Star offenbar sehr stört.
Fehlende Kontinuität
Podolski kritisierte auch die fehlende "Kontinuität" im Verein. "Regelmäßig werden Trainer, Sportdirektor und jetzt auch das Präsidium ausgetauscht. Es ist auch für die gesamte Mannschaft nicht förderlich, sich immer an neue Situationen gewöhnen zu müssen. So kann langfristig nichts entstehen", sagte Podolski mit Blick auf die Trainerwechsel von Christoph Daum über Zvonimir Soldo und Frank Schaefer zu Stale Solbakken. Manager Michael Michael Meier wurde entlassen und Volker Finke Sportdirektor. Und Wolfgang Overath hatte am 14. November 2011 seinen Rücktritt vom Amt des FC-Präsidenten erklärt.
Ein Wechsel, auch ins Ausland, würde ihn reizen, sagte Podolski. "Ich spreche Deutsch, Polnisch, Englisch und Kölsch, damit kommt man überall zurecht. Außerdem spielt man Fußball nicht wegen der Sprache, sondern weil es einen Ball gibt."
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