Internationaler Springertag
Berliner Wasserspringer stürzt vom 10-Meter-Turm
Patrick Hausding hat sich bei einem Sprung während des 57. Internationalen Springertag in Rostock verletzt. Der Synchron-Vizeweltmeister prallte mit einem Bauchklatscher und 60 Stundenkilometer von zehn Metern Höhe auf die Wasseroberfläche.
Wasserspringer Patrick Hausding hat nach einem verunglückten Sprung den Vorkampf vom Turm beim 57. Internationalen Springertag in Rostock abbrechen müssen. Der Synchron-Vizeweltmeister berührte am Sonntag beim dreieinhalbfachen Auerbachsalto mit den Zehenspitzen die zehn Meter hohe Plattform. "Er hat dann die Orientierung verloren und ist mit einem schweren Bauchklatscher ins Wasser", berichtete Bundestrainer Lutz Buschkow und fügte hinzu: "Der komplette Bauch ist blau, einige Kapillargefäße sind gerissen." Innere Verletzungen konnten nach einer Untersuchung ausgeschlossen werden.
"Es ist nicht so schlimm. Ich erwarte kein mentales Problem, ich muss einfach noch mehr trainieren", erklärte Hausding. Trotz blauem Auge und Hautabschürfungen konnte der sechsfache Europameister Stunden später wieder lachen. Nach dem Aufprall mit etwa 60 Stundenkilometern auf die Wasserfläche hatte er das Becken selbstständig verlassen können.
"Erst mal verdauen"
Mit Blick auf den Weltcup in London, wo es vom 20. bis 26. Februar um weitere Olympia-Quotenplätze geht, beendete der Springer den Wettkampf. "Er muss das erst mal verdauen", erklärte Buschkow. Hausdings Start bei der Olympia-Generalprobe ist nach eigener Aussage nicht in Gefahr.
Derartige Unfälle sind im Wasserspringen eher selten. Vor zwei Jahren hatte die Berlinerin Maria Kurjo bei einem Rückwärtssalto mit dem Kopf den Turm touchiert und war bewusstlos ins Wasser gefallen. Buschkow hatte sie damals aus dem Becken gezogen. Die EM-Dritte hat keine Erinnerung an das Geschehene und zeigt heute diesen Sprung wieder. Olympiasieger Greg Louganis war 1988 während der Olympischen Spiele in Seoul mit dem Hinterkopfkopf an das Drei-Meter-Brett geprallt. Nachdem die Platzwunde genäht worden war, gewann er noch die Goldmedaille. Neun Jahre zuvor war Louganis bei einem Wettkampf vom Turm an die Betonplattform geknallt und 20 Minuten bewusstlos.
Zweiter deutscher Sieg
Vor dem Rostocker Schocktag hatte Patrick Hausding gemeinsam mit Sascha Klein vom Turm noch für den zweiten deutschen Sieg beim Springertag gesorgt. Die Vize-Weltmeister und Olympia-Zweiten lagen am Sonnabend nach erfolgreichem Protest mit 428,61 Punkten vor den Ukrainern Olexandr Bondar/Olexandr Gorschkowozow (421,83). Rang drei ging an die Chinesen Chen Aisen und Zheng Zhigun (405,78), die für einen ihrer Pflichtsprünge zweimal die Traumnote Zehn erhielten. Hausding/Klein durften ihren zunächst verpatzten dreieinhalbfachen Salto rückwärts wiederholen, da sie ein Handyklingeln unmittelbar vor dem Absprung irritiert hatte. "Das zeigt, dass sie ziemlich ausgebufft sind. Bei Olympischen Spielen geht so ein Protest nicht durch", sagte Bundestrainer Lutz Buschkow grinsend. Im zweiten Versuch gaben die Kampfrichter etwa 20 Punkte mehr, das reichte für den Sieg.
Auch das Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett hatte Hausding am Sonnabend – dieses Mal an der Seite von Stephan Feck aus Leipzig – gewinnen können. Auf Platz zwei kamen die ukrainischen Olympia-Dritten Illja Kwascha/Olexej Prigorow (415,89) vor Klein und Pavlo Rozenberg (beide Riesa/408,96).
Bei den Damen belegte Nora Subschinski vom Drei-Meter-Brett Platz drei. Mit 320,55 Punkten lag die Berlinerin hinter der WM-Dritten Jennifer Abel (Kanada/353,40) und der Chinesin Wang Han (350,25). Katja Dieckow und Uschi Freitag waren im Vorkampf gescheitert. "Der Wettkampf hat gezeigt, dass ich gut drauf bin, auch wenn der Abstand nach vorne nicht ganz so gering war wie gehofft", sagte Subschinski.
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