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12.02.12

Bayern München

Robben schweigt – und gibt Anlass für Spekulationen

Nach dem Spiel gegen Kaiserslautern, das für ihn erneut auf der Bank begann, wollte Arjen Robben nichts sagen. Dafür sprach er vorher in der Klubzeitschrift.

REUTERS

Bayern München - 1. FC Kaiserslautern 2:0 (2:0)
Auch gegen die Pfälzer saß Arjen Robben beim Anpfiff nur auf der Bank.

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Seine Laufwege kriegt er als 3-D-Grafik präsentiert. Seine Werte bei Fitnesstests misst ein Computersystem. Mit seinen Fans spricht Thomas Müller via Facebook. Doch für sein Kopfballtor zum 2:0 (2:0) gegen den 1. FC Kaiserslautern machte der Offensivspieler des FC Bayern München ein altmodisches Gerät verantwortlich. "Ich war überrascht, wie hoch ich springen kann. Da hat Hermann Gerlands Kopfballpendel doch was gebracht", sagte Müller.

Manch Jugendlicher kennt das nur noch von Papas alten Fotos. Der Nationalspieler hat ihn erlebt: Co-Trainer Gerland betreute ihn in der zweiten Mannschaft und ließ ihn daran an seiner Technik üben. Mit Erfolg: Müllers Tor war nicht nur ein Tor, es war ein Bewegungsablauf, der für jedes Fußballlehrbuch geschaffen ist. Überschrift: "In vier Schritten zum perfekten Kopfball".

Gomez staunt über Müller

In der 30. Minute trat Toni Kroos einen Freistoß in den Strafraum. Müller lief an, sprang ab, schien in der Luft zu stehen und wuchtete den Ball ins Netz. Da staunte sogar Mario Gomez. Der Torjäger fand, dass sein Kopfball zum 1:0 (6.) gegen Müllers einfach war. "Thomas hatte vier Verteidiger um sich rum und den Torwart vor sich. Chapeau!"

Für Müller bedeutet der Treffer das Ende einer Torlosserie. Zuvor hatte er 1163 Minuten nicht getroffen, fast 20 Stunden, als Offensiver eine Ewigkeit. Der 22-Jährige hatte sich darüber geärgert und angekündigt, wieder torgefährlicher werden zu wollen. "Ich habe als Kind auch gern solche Zahlen über Stürmer gelesen. Jetzt können wir mit dem Zählen wieder von vorn beginnen." Müller war einer der besten Bayern, wie beim 2:0 gegen den VfB Stuttgart im DFB-Pokalviertelfinale am Mittwoch.

Das macht es für Arjen Robben noch schwerer. Müller überzeugt ausgerechnet auf der Position des Stars, der rechten Außenbahn, und harmoniert mit Toni Kroos im zentralen Mittelfeld. Robben saß gegen Kaiserslautern erneut auf der Ersatzbank. Trainer Jupp Heynckes wechselte ihn in der 57. Minute ein, und nach dem Spiel wollte Robben nur noch weg. Zwölf Minuten nach dem Abpfiff war er bereits umgezogen und aus dem Stadion.

Zu seiner Situation wollte er sich nicht äußern. In der Vereinszeitschrift hatte er vor der Partie gesagt: "Ich habe in meiner Karriere schon ein paar Mal die Erfahrung gemacht, dass es manchmal auch ganz schnell gehen kann, und du bist woanders, ganz unabhängig von der Vertragssituation."

Bayern möchte mit Robben verlängern

Robbens Vertrag endet 2013, er lässt sich von seinem Vater Hans beraten. Sportchef Christian Nerlinger hat diesem in einem Gespräch gesagt, dass die Bayern Robbens Kontrakt verlängern möchten. Zu einer Einigung ist es noch nicht gekommen. Der Verein gehe allerdings sachlicher als die Öffentlichkeit mit dem Thema Robben um, sagte Klubchef Karl-Heinz Rummenigge. Nur weil Robben mal auf der Bank sitzt, ändere niemand seine Meinung zur gewünschten Vertragsverlängerung.

Dennoch: Statt bei Müller zählen die Statistiker nun bei Robben. Sollte er am Samstag beim SC Freiburg nicht zur Startelf gehören, wäre er zum dritten Mal in Folge Ersatzmann. Der stolze Niederländer dürfte solche Zahlen mit weniger Humor nehmen als Müller.

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