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11.02.12

Last-Minute-Ausgleich

Werder im Glück – Babbel erdet Hoffenheims Diven

Den Sieg kurz vor Schluss verspielt, aber an Selbstvertrauen gewonnen: Mit dem neuen Trainer Markus Babbel verdient sich Hoffenheim einen Punkt bei Werder Bremen.

dpa/DPA

Werder Bremen - 1899 Hoffenheim 1:1 (0:1)
Im ersten Spiel unter dem neuen Trainer Markus Babbel ...

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Für zwei, maximal drei Sekunden erstarrte Markus Babbel beim Last-Minute-Gegentor. Dann schüttelte er sich fast demonstrativ und forderte von seiner neuen Mannschaft lautstark die allerletzte Konzentration auf die dreiminütige Nachspielzeit. Der späte Ausgleichstreffer der Gastgeber in der 90. Minute mochte den greifbaren Sieg von 1899 Hoffenheim bei Werder Bremen zunichte gemacht haben, vom Pauschallob für seine Schützlinge rückte der Coach nach dem Debüt auf der Trainerbank der Kraichgauer aber keinen Millimeter ab.

"Über eine lange Zeit haben die Jungs sicher gestanden. Nach nur einer Trainingseinheit haben sie schon gut verstanden, wie wir uns als Trainerteam solides Defensivverhalten vorstellen", sagte der 39-Jährige nach dem 1:1 (1:0) bei den Hanseaten, gleichbedeutend mit dem ersten Punktgewinn des Bundesliga-Zehnten an der Weser überhaupt. Gleich im ersten Anlauf gelang es ihm, die Sinsheimer Fußball-Diven zu erden.

48 Stunden nach der Inthronisierung Babbels als Nachfolger von Holger Stanislawski besannen sich seine eigentlich fußballerisch überdurchschnittlich ausgestatteten Schützlinge mit Erfolg auf die Sekundärtugenden dieses Millionengeschäfts. Sie standen häufig tief, doppelten mit viel Laufarbeit in zahlreichen Situationen ihre Gegenspieler und wagten sich nur mit grundsolider Absicherung in die gegnerische Hälfte. All’ dies gestützt von einem schnellen Führungstor per Kopfball durch Innenverteidiger Jannik Vestergaard in der fünften Minute.

Dass da die Beine in der Schlussphase schwerer und schwerer wurden, mochte Babbel nicht kritisieren, vielleicht noch nicht: "Da waren dann schon noch ein paar Steine im Rucksack drin." So kamen die Platzherren in der Schlussminute durch Marko Arnautovic noch zum Ausgleichstreffer, was Babbels Kollege Thomas Schaaf mit Erleichterung zur Kenntnis nahm, "denn auch wir haben einen großen Aufwand betrieben".

Der neue Chefcoach in Sinsheim, der so ganz anders ist als sein am Mittwoch beurlaubter Vorgänger, scheint anzukommen bei seinem neuen Personal. "Er hat uns ganz sachlich gesagt, dass wir unsere Qualitäten haben, und genau die haben wir in Bremen gezeigt", berichtete Ex-Nationalspieler Marvin Compper, und Mittelfeldspieler Daniel Williams ergänzte: "Die Basis für Erfolg ist Ordnung auf dem Platz. Das hat uns der neue Trainer gleich vermittelt."

Unordentlich und unklar waren hingegen viele Aktionen der Hanseaten, ohne den gelbgesperrten Torjäger Claudio Pizarro fehlte zu allem Überfluss ein spielstarker Sturmführer und eiskalter Vollstrecker. Außerhalb der Hansestadt noch nahezu unbekannten Youngstern wie Florian Hartherz und Niclas Füllkrug stand noch oft der Übereifer im Weg. Mehmet Ekici, der Ordnung schaffen sollte, versemmelte sein 50. Bundesligaspiel total und durfte schon in der Halbzeitpause unter die Dusche.

Klare Aktionen, wie sie Werder-Coach Thomas Schaaf liebt, blieben somit die Ausnahme. "Dass es in diesem Punkt bei uns hakt, zieht sich schon durch die gesamte Rückrunde", bemängelte der Fußball-Lehrer. Vier Spiele, vier Unentschieden - durchschnittlicher kann eine Zwischenbilanz nicht ausfallen. Dass die Norddeutschen immer noch Rang fünf in der Tabelle einnehmen, ist mehr den Leistungsschwankungen der Verfolger geschuldet.

Was Geschäftsführer Klaus Allofs so allerdings nicht unterschreiben mochte: "Ein fünfter Platz ist ein guter Platz und besser, als viele in Bremen es wahrnehmen wollen. Mit so vielen jungen Spielern im Team darf man auch nicht unrealistisch sein, was die Erwartungshaltung angeht."

Quelle: sid/jr
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