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10.02.12

"Einwurf"

Was ist nur los mit Bayern-Präsident Uli Hoeneß?

2:0 in Stuttgart, weiter im Pokal. Bayern ist wieder da. Ganz Bayern? Oben, im Präsidentenbüro, brennt noch Licht. Uli Hoeneß ist auf der Suche nach seiner alten Form.

© dpa/DPA
FC Bayern president Uli Hoeness launches attack on Glazer family
Uli Hoeneß, Präsident des FC Bayern München

Erinnern Sie sich noch an Uli Hoeneß, den echten, ungebremsten? Dem Schweinsteiger sei zu viel Puderzucker in den Hintern geblasen worden, sagte er über den Mittelfeldspieler, bevor der vom "Basti" zur Spielerpersönlichkeit reifte.

Louis van Gaal , mit dem die Bayern das Double gewannen und im Champions-League-Finale standen, würdigte er als guten Trainer und "menschliche Katastrophe". So kennen wir ihn. Oder besser: So kannten wir ihn.

Die Frage nämlich, die wir uns gerade stellen, ist: Was ist los mit Uli H.? Kann es sein, dass er empfindlicher geworden ist, sensibler? Dass ausgerechnet ihm, der "Abteilung Attacke" beim FCB, das Pulver nass geworden ist?

Schon Hoeneß’ Statement zur Herbstmeisterschaft klang eher nach "Emotion" als "Kicker": "Wenn Du immer Zweiter, Dritter, Vierter mit zehn Punkten Abstand bist, macht dich das krank", sagte er: "Mit so einem Weihnachtsergebnis dagegen gewinnt man für zwei Monate Lebensqualität."

Mats Hummels? Marco Reus?

Jetzt, nachdem Dortmund den Bayern die Tabellenführung abgenommen hat, argumentiert er wie ein kleiner Junge, dem die anderen den Ball weggenommen haben: Die Borussia, die gäbe es doch gar nicht mehr, wenn die Bayern sie nicht 2003 mit zwei Millionen vor der Pleite gerettet hätten. Ja – und?

Lieber Uli: Es mag edel, hilfreich und gut gewesen sein, dem BVB zwei Millionen zu pumpen. Und, ja, es stimmt: Der Grund, warum die Dortmunder schon wieder auf Eins stehen, ist hausgemacht.

Einen der besten Verteidiger der Liga, Mats Hummels, an Dortmund abzugeben, wenn es in der eigenen Defensive hakt, war zum Beispiel einfach nur dumm. Dass Spieler wie Marco Reus sich bewusst gegen Bayern, für Dortmund entscheiden, darf einen Macher Deines Kalibers ruhig auch mal ins Grübeln bringen – noch wichtiger aber wäre, darauf die passende Antwort zu geben.

Mia san mia, Uli! Schon vergessen?

Hermann Weiß ist Kulturredakteur der "Morgenpost Online" und Fan des FC Bayern. Als solcher macht er sich Gedanken über seinen Lieblingsverein – jeden Freitag, auch in der Morgenpost Online.

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