Abonnenten-Login Serviceangebote der Berliner Morgenpost Specials der Berliner Morgenpost
10.02.12

Patrik Kühnen

"In Tommy Haas lodert das Feuer für Deutschland"

Deutschlands Davis-Cup-Teamchef Patrik Kühnen spricht im Interview mit Morgenpost Online über das Comeback des Stars und die Chancen gegen Argentinien.

© dpa/DPA
Tommy Haas führt Davis Cup nominiert

Nebelkanonen, Cheerleader, ein DJ und 32 Tonnen Sand – in Bamberg ist alles angerichtet für die Erstrundenpartie der deutschen Tennis-Nationalmannschaft im Davis Cup. Das Männerteam bekommt es gleich zum Start mit Vorjahresfinalist Argentinien zu tun .

Teamchef Patrik Kühnen schickt für die Einzel am Freitag (14.00 Uhr) Florian Mayer und Philipp Petzschner auf den Platz. Im Doppel am Samstag setzt er auf Petzschner und Tommy Haas, der nach mehr als vier Jahren in das Team zurückkehrt.

Morgenpost Online: Herr Kühnen, die Erinnerung an das vergangene Davis-Cup-Duell mit Argentinien ist schlecht. 2003 gab es ein 0:5. Jetzt ist die Revanche fällig, oder?

Patrik Kühnen: Das können wir so sagen! Deutschland hat mit 2:5 keine gute Bilanz gegen Argentinien. Es wird Zeit, das zu ändern und einen Sieg zu erringen. Es ist aber eine schwierige Aufgabe, weil Argentinien als Nummer drei der Welt ein sehr gutes Team hat. Aber auch wir haben eine starke, engagierte und kompakte Mannschaft und setzen außerdem auf den Heimvorteil. Wir gehen mit viel Selbstvertrauen ins Spiel und wollen die Chance nutzen.

Morgenpost Online: Argentinien hat viermal das Finale verloren, zuletzt 2011 gegen Spanien . Ein Vorteil für die Deutschen?

Kühnen: Sie werden alles andere als frustriert in die Partie gehen – ich erwarte ein hoch motiviertes argentinisches Team. Wir sehen uns in der Rolle des Herausforderers, sind aber guten Mutes.

Morgenpost Online: Tommy Haas ist zurück. Was trauen Sie ihm zu?

Kühnen: Tommy ist ein sehr erfahrener Davis-Cup-Spieler, hat eine tolle Bilanz und für Deutschland in vielen Matches sein bestes Tennis gespielt. Bei den Australian Open hat er auf mich einen sehr starken Eindruck gemacht, und ich bin überzeugt, dass er eine sehr gute Leistung zeigen wird.

Morgenpost Online: Haas ist nicht die Nummer eins, aber dennoch die schillerndste Figur. Welche Rolle übernimmt er im Team?

Kühnen: Er ist ein sehr wichtiger Spieler, weil er viel Erfahrung mitbringt und dieses Engagement, dieses Feuer für Deutschland immer noch in ihm lodert. Tommy ist für das Team eine sehr wichtige Stütze, und ich denke, er gibt der Mannschaft viel Selbstvertrauen. Die anderen spüren, wie viel ihm der Davis Cup bedeutet. Es ist schön zu sehen, dass Tommy wieder zurück ist und sich in dieser Mannschaft auch wohl fühlt. Obwohl er ein paar Jahre nicht gespielt hat, fügt er sich nahtlos in das Team ein.

Morgenpost Online: Nach den vier Jahren sicher nicht einfach.

Kühnen: Er ist ein Teamplayer. Und es gehört zu seinen Qualitäten, die Mannschaft in den Vordergrund zu stellen.

Morgenpost Online: Bild.de sendet erstmals per Live-Stream. Die Partie wird aber nicht live im Fernsehen gezeigt. Es könnte besser sein, oder?

Kühnen: Wir sind froh, dass die Matches zu sehen sind. Mit Bild.de gehen wir jetzt einen innovativen Weg. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass Tennis einen prominenten Platz in den Medien verdient, weil die Sportart von vielen Millionen Menschen in Deutschland gespielt wird und auch heute noch eine große Fangemeinde hat.

Morgenpost Online: Sie kennen die Zeiten, in denen alles ein paar Nummern größer war. Frustriert der Blick zurück??

Kühnen: Nein, überhaupt nicht. Ich bin froh, dass ich die Zeit damals miterleben durfte und bin überzeugt, dass wir in Bamberg eine tolle Kulisse mit knapp 5000 Zuschauern haben werden. Es gab den einen oder anderen Davis Cup, der in dieser Hinsicht nicht so zufriedenstellend war, aber wir haben die Kräfte gebündelt, und es wurde tolle Arbeit geleistet. Es ist nach wie vor eine Ehre für mich, für Deutschland auf den Platz zu gehen – und das ist das, was mich antreibt.

Morgenpost Online: 2008 sagten Sie in einem Interview "Ich glaube fest an eine neue Tenniseuphorie". Enttäuscht, dass es bei den Männern noch nicht so weit ist?

Kühnen: Die Chance auf eine Euphoriewelle besteht immer – wir sehen es ja bei den Frauen. Bis 2010 war es relativ ruhig, dann haben sie im vergangenen Jahr starke Leistungen gezeigt und bei den großen Turnieren für Furore gesorgt. Es ist eine Aufbruchstimmung zu spüren. Auch bei den Männern haben wir gute Spieler, die im besten Tennisalter sind. Die Chance auf ähnliche Erfolge ist da, es ist aber kein leichtes Unterfangen, weil die Konkurrenz stark ist. Die spielerische Qualität aber stimmt. Unsere Männer müssen sich bei den großen Turnieren erfolgreich präsentieren – daran arbeiten wir.

Morgenpost Online: Sind Sie ein bisschen neidisch auf das deutsche Frauentennis?

Kühnen: Nein! Ich finde es toll, was die Mädels leisten. Für das deutsche Tennis ist das sehr gut, und natürlich wollen die Jungs da ebenfalls hin. Eine solche Entwicklung ist auch im deutschen Männertennis denkbar.

Morgenpost Online: Woher rührt Ihr Optimismus?

Kühnen: Wir haben innerhalb des A- und B-Kaders mittlerweile ein sehr gutes Gefüge, hier wird sehr professionelle Arbeit geleistet. Die Mannschaft ist zusammen gerückt, geschlossener geworden. Das ist das Entscheidende – es geht nur, wenn jeder in die gleiche Richtung denkt, das gleiche Ziel hat sowie Ehrgeiz und Engagement mitbringt. Das ist gegeben, das merke ich auch hier vor Ort. So bringt es Spaß, für Deutschland zu spielen. Ich bin zuversichtlich, dass sich bei den Männern in Zukunft einiges tut.

Leser-Kommentare
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
Wendig: Dieses autonome Auto deutscher Forscher ("EO") parkt selbsttätig ein und dreht dabei seine Räder um 90 Grad
Die Geisterautos sind da

Diese Autos kommen ohne Fahrer aus

Video Nachrichten mehr
Assad-Regime Opferzahl nach Angriffen in Syrien steigt
Mitte Polizei sucht mit Bildern nach Angreifer vom Alex
Ausflugswetter Viel Sonne versüßt Deutschen das Pfingstfest
Käufersuche Eine Woche Galgenfrist für Schlecker
 
PromoTeaser_img.jpg
Urlaub an der See

Aktuelle Reisetipps für Ihren nächsten Deutschlandurlaub.mehr

Sommerkoll-klein.png
Sommer Trends

Lindner - Das sind die Sommer Trends 2012!mehr

bio10_onsite-teaser.jpg
Netzwerker

Für eine moderne Energieversorgung in Berlinmehr

 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Blücherplatz

Karneval der Kulturen mit Straßenfest eröffnet

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

DFB-Bundesgericht

Hertha kämpft gegen Sturz in die Zweite Liga

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote