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09.02.12

Fussball-Bundesliga

Der Hamburger SV schielt wieder Richtung Europa

Ziehen zwei der "Großen" ins Pokalfinale ein, rückt das internationale Geschäft für Hamburg näher. In Köln müssen aber erstmal Hausaufgaben gemacht werden.

REUTERS

Beim Hamburger SV wollte der FC Bayern die tags zuvor an Borussia Dortmund verlorene Tabellenführung zurückerobern.

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Durch packende Dramatik haben sich die Viertelfinalspiele des DFB-Pokals in dieser Woche nicht ausgezeichnet. Trotzdem hockten die Spieler und Verantwortlichen des HSV gespannt vor den Bildschirmen.

Und tatsächlich hat sich ihre Wunschkonstellation ergeben: Mit Borussia Dortmund, Bayern München und Borussia Mönchengladbach sind drei Spitzenteams der Bundesliga durchgekommen – sie werden vom großen Außenseiter, der SpVgg. Greuther Fürth, ergänzt.

Thorsten Fink: "Unsere Mannschaft hat das Potenzial"

Läuft alles nach Plan und ziehen zwei der "Großen" ins Pokalfinale am 12. Mai in Berlin ein, heißt das für den HSV ganz konkret, dass der Traum vom Europapokal wieder geträumt werden darf.

"Ich sage nicht, dass es unmöglich ist", erklärt Trainer Thorsten Fink vor dem Auswärtsspiel beim 1. FC Köln am Sonntag (17.30 Uhr, Sky live).

"Unsere Mannschaft hat das Potenzial, und wir sind punktemäßig nicht so weit weg. Aber es muss alles zusammenpassen." Als offizielles Ziel, darauf legt Fink Wert, bleibe es beim gesicherten Mittelfeldplatz. "Aber wenn mehr möglich ist, werde ich mich nicht dagegen wehren."

Zuletzt ist dem HSV 2007 unter Trainer Huub Stevens eine Aufholjagd auf Platz sieben gelungen. Damals reichte es für die Teilnahme am UI-Cup, nachdem das Team nach dem 20. Spieltag noch Schlusslicht war. Regulär qualifizieren sich jetzt die ersten sechs Teams der Tabelle für die Champions oder die Europa League. Kommen Pokal-Sieger und -finalist aus diesem Sextett, rückt der Bundesliga-Siebte nach. Derzeit ist das Hannover 96 mit 30 Zählern. Der HSV liegt mit 23 Punkten auf Rang zwölf.

In der "Fink-Tabelle" ist der liegt der HSV schon auf Platz 6

In der "Fink-Tabelle", die den Zeitraum vom 10. Spieltag an wiedergibt, liegt der HSV bereits auf Platz sechs – also auf Europa-League-Kurs. Weil trotzdem noch einige Punkte Rückstand zu Hannover vorliegen, mahnt Mittelfeldspieler Marcell Jansen zur Zurückhaltung: "Wir müssen jetzt erst einmal ein paar Spiele so durchziehen wie die beiden in Berlin und gegen die Bayern. Dann sind wir nicht nur komplett unten raus, sondern können mit mehr Selbstvertrauen neue Ziele formulieren."

Eine ähnliche Zeitschiene favorisiert Trainer Fink: "Der normale Europa-League-Platz sechs ist nicht erreichbar. Vielleicht ergibt sich für uns am Ende eine andere Chance." Doch Fink hat seine Lehren aus der 1:5-Packung gegen Borussia Dortmund noch nicht vergessen. Vor dieser Partie wurde seiner Einschätzung nach zu großer Druck auf seiner Mannschaft aufgebaut. Das Ergebnis war ein harter Rückschlag. "Was schnell nach oben geht, geht auch schnell wieder runter", sagt er.

Podolski-Ausfall könnte dem HSV nutzen

Genau diese Schwankungen möchte der HSV ausmerzen. Konstanz sei in das eigene Spiel bereits eingekehrt, auf diesem Weg gelte es weiterzugehen, um ein ordentliches Saisonergebnis zu erzielen, wie Jansen sagt. "Deswegen wollen wir in Köln wieder unser Spiel durchsetzen. Das wird ein brisantes Duell, in der Tabelle stehen wir eng beieinander."

Den Ausfall des Kölner Torjägers Lukas Podolski wertet HSV-Trainer Fink nicht als Vorteil für sein Team. "Das habe ich schon aus meiner aktiven Zeit mitgenommen", sagt Fink. "Es heißt nichts, wenn mal ein Star fehlt. Das wird von den Mitspielern kompensiert."

Für Jansen fällt damit ein interessantes Fernduell aus. Noch immer macht sich der Linksfuß Hoffnungen auf die Teilnahme an der Europameisterschaft im Juni. Im linken offensiven Mittelfeld will er den Platz von Podolski attackieren. Mit vier Toren aus den jüngsten acht Bundesligapartien hat Jansen wieder auf sich aufmerksam gemacht. Gleiches gilt für Verteidiger Heiko Westermann, der seit Monaten in sehr guter Verfassung ist. Westermann steht in regelmäßigem Kontakt mit Hansi Flick, dem Assistenten von Bundestrainer Joachim Löw. Mit einem Erfolgserlebnis in Köln wollen die beiden HSV-Profis weiter Werbung in eigener Sache betreiben.

Was die Mannschaftsaufstellung des HSV angeht, wird Trainer Fink offenbar nur eine Änderung vornehmen. Im zentralen Mittelfeld muss der Gelb-gesperrte Tomas Rincon ersetzt werden. Robert Tesche und Gojko Kacar haben Aussichten auf einen Platz in der ersten Elf, der Italiener Jacopo Sala bleibt auf dem rechten Flügel. "Ich möchte eine gute Einstellung sehen, Leidenschaft und Konzentration", fordert Fink. Damit vielleicht doch schon in dieser Saison ein Europapokalplatz herausspringt.

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