Abonnenten-Login Serviceangebote der Berliner Morgenpost Specials der Berliner Morgenpost
09.02.12

Fussball

Milliarden-Poker um Bundesliga-Rechte startet

Der Milliarden-Poker um die nationalen Medienrechte an der Bundesliga geht in die heiße Phase, die ARD-Sportschau steht weiter auf der Kippe:

Der Milliarden-Poker um die nationalen Medienrechte an der Fußball-Bundesliga geht in die heiße Phase, die ARD-Sportschau steht weiter auf der Kippe: Die Deutsche Fußball Liga (DFL) erwartet bis zum 2. April Angebote der Unternehmen, die an der Übertragung der Bundesliga ab der Saison

2013/2014 interessiert sind. Bis spätestens Mitte April sollen die Rechte für knapp 500 Millionen Euro vergeben werden. Derzeit interessieren sich 45 Unternehmen für die Bundesliga-Rechte. Und es sind insbesondere die Internet-Anbieter, die der ARD derzeit Druck machen.

"Es ist nicht unsere Idee, dass die Bundesliga komplett im Internet verschwindet. Aber man muss auch feststellen dürfen, dass die Anzahl der Zuschauer, die Interesse an einer Zusammenfassung im Internet haben, deutlich höher ist als die Zahl der Zuschauer, die die Sportschau jede Woche erreicht. Bis 2016 wird auch die Anzahl der mobilen Endgeräte noch deutlich wachsen", sagte DFL-Chef Christian Seifert.

Der Bieter-Wettstreit zwischen der ARD-Sportschau und den Internet-Konkurrenten vodafone, yahoo, google/youtube oder dem Axel-Springer-Verlag/bild.de wird derzeit mit Spannung erwartet. Die ARD zahlt derzeit 100 Millionen Euro für die Bundesliga-Rechte, muss aber vor allem den Verlust der Sportschau fürchten. Denn zuletzt hatte auch das Bundeskartellamt der DFL grünes Licht für die geplanten Ausschreibungsszenarien erteilt. Dabei bestätigte das Kartellamt auch die Zentralvermarktung. Eine "Lex Sportschau" wird es nicht länger geben.

"Jetzt wird es ernst. Die Interessenten sind nun am Zug", sagte Seifert am Donnerstag bei der Vorstellung der 19 Rechtepakete im Frankfurter Japancenter: "Wir erhoffen uns natürlich eine Steigerung der Erlöse. Wir haben da einen gewissen Korridor im Blick, wollen aber noch keine Zahlen nennen. Zudem geht es auch um eine optimale Vermarktung der Rechte im Sinne der Fans und Sponsoren."

Die Bundesligisten träumen in Zukunft von knapp 500 Millionen Euro jährlich. Damit könnte die DFL für die Klubs der 1. und 2. Bundesliga in den vier Jahren bis zur Saison 2016/2017 alleine aus den nationalen Medienrechten zwei Milliarden Euro erlösen. Bislang erhält die Liga durchschnittlich 412 Millionen Euro per annum. Dazu kommen noch 72 Millionen Euro aus der Auslandsvermarktung.

Mit dann bis zu 570 Millionen Euro pro Jahr könnte die finanzielle Lücke zu den europäischen Topligen ein wenig geschlossen werden. Denn in Frankreich sind die Einnahmen aus den TV-Verträgen bereits rückläufig. Die Ligue 1 kassiert nur noch 570 Millionen Euro jährlich. Platzhirsch bleibt weiterhin die englische Premier League, die alleine aus den Pay-TV-Rechten 770 Millionen Euro generiert. Zum Vergleich: In Deutschland bezahlt Sky 250 Millionen Euro pro Jahr. Sky könnte im laufenden Bieterverfahren allerdings große Konkurrenz von der Telekom erhalten.

Die Medienrechte für die frei empfangbare Zusammenfassung der Bundesligaspiele werden in diesem Jahr in zwei Szenarien angeboten. Im "Klassik-Szenario I" ist die erste Zusammenfassung des Spieltages im Fernsehen vorgesehen. In "Neue-Medien-Szenario II" würde die Highlight-Berichterstattung ab 19.00 Uhr zunächst über Web-TV bzw. mobile Übertragung erfolgen. Bei dem zweiten Szenario wäre die früheste Fernseh-Berichterstattung erst für 21.45 Uhr vorgesehen. Ob die ARD daran aber Interesse hätte, erscheint derzeit fraglich.

Spannend wird das Rechtevergabe-Prozedere in den kommenden Wochen ohnehin. DFL-Chef Seifert mahnte vor allem die am Ende unterlegenen Medienunternehmen zur Fairness. Insgesamt werden 19 Rechtepakete sowie sechs Rechtepaketbündel für die Verbreitungswege Kabel, Satellit, Terrestrik, IPTV und Web- und Mobile angeboten. Diese Angebote basieren weiterhin auf fünf Anstoßzeiten in der Bundesliga und vier in der 2. Liga. Alleine die Anstoßzeit des Freitagsspiels der 2. Bundesliga soll wegen der Verkehrsproblematik von 18.00 Uhr auf 18.30 Uhr verlegt werden.

Quelle: sid/gm
Leser-Kommentare
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
Wendig: Dieses autonome Auto deutscher Forscher ("EO") parkt selbsttätig ein und dreht dabei seine Räder um 90 Grad
Die Geisterautos sind da

Diese Autos kommen ohne Fahrer aus

Video Nachrichten mehr
Assad-Regime Opferzahl nach Angriffen in Syrien steigt
Mitte Polizei sucht mit Bildern nach Angreifer vom Alex
Ausflugswetter Viel Sonne versüßt Deutschen das Pfingstfest
Käufersuche Eine Woche Galgenfrist für Schlecker
 
PromoTeaser_img.jpg
Urlaub an der See

Aktuelle Reisetipps für Ihren nächsten Deutschlandurlaub.mehr

Sommerkoll-klein.png
Sommer Trends

Lindner - Das sind die Sommer Trends 2012!mehr

bio10_onsite-teaser.jpg
Netzwerker

Für eine moderne Energieversorgung in Berlinmehr

 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Blücherplatz

Karneval der Kulturen mit Straßenfest eröffnet

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

DFB-Bundesgericht

Hertha kämpft gegen Sturz in die Zweite Liga

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote