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09.02.12

DFB-Pokal

Stuttgarter Offenbarungseid gegen Bayern München

Durch einen harmlosen und lustlosen Auftritt hat sich der VfB nicht nur den Einzug ins Pokal-Halbfinale verbaut, sondern rutscht noch tiefer in die Krise.

dpa/DPA

VfB Stuttgart - Bayern München 0:2 (0:1) Stuttgart wollte etwas gegen seine Pokalbilanz gegen die Bayern tun. Denn in acht Cup-Spielen gab es erst einen Erfolg.

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Über sein blaues Auge konnte Bruno Labbadia schmunzeln. Ein Streifschuss im Training hatte dem Trainer des VfB Stuttgart das Gesicht bunt verziert, ansonsten aber keine Wirkung hinterlassen. Dennoch war das "Veilchen" am Mittwochabend ein beliebtes Motiv für die Fotografen und Kameraleute, schien es doch die Lage des angeschlagenen Coaches äußerst passend abzubilden. Motto: Noch ist es nur ein blaues Auge...

Beim 0:2 gegen Bayern München im Pokal-Viertelfinale hatten sich die Schwaben an Labbadias 46. Geburtstag vor heimischem Publikum hilflos und vor allem lustlos präsentiert. Eine Tatsache, die Fredi Bobic fürchterlich wütend machte. "Das war eine absolute Frechheit, das war gar nix! Da war null Leidenschaft da, so kannst du nicht auftreten! Wir müssen uns beim Publikum entschuldigen", schimpfte der VfB-Sportdirektor lautstark.

Von Aufbäumen keine Spur

Schon das 1:0 durch Franck Ribery (30.) hatte vor 57.500 Zuschauern in der Stuttgarter WM-Arena die Hoffnungen des Tabellenelften auf einen Pokalcoup gegen den Rekordmeister begraben. Von Aufbäumen keine Spur.

"Danach haben wir kein Bein mehr auf den Boden gekriegt", räumte Mittelfeldmann Christian Gentner ein. Weder die Fans noch die eisige Kälte trieb die Spieler zu höherer Leistungsbereitschaft an. Die letzten Zweifel an der Heimpleite gegen die Bayern beseitigte das 0:2 durch Mario Gomez kurz nach Wiederanpfiff.

Symptomatisch für ihren mangelnden Eifer hielten die Stuttgarter beim Treffer des Nationalspielers rund fünf Meter Sicherheitsabstand. "Wir waren mutlos - und das ist das, was ich nicht ganz verstehe. Ein Pokalspiel darf man nicht so einfach hergeben, stellenweise war da Angst bei dem einen oder anderen Spieler zu spüren", sagte ein ratlos wirkender Labbadia, dem Bobic vor der Partie erneut unerschütterliches Vertrauen ausgesprochen hatte.

Eigentlich schien es, als habe der VfB durch das 2:2 bei Bayer Leverkusen wieder in die Spur gefunden. "Wir haben nach dem Spiel gegen Leverkusen viel davon geredet, auf dem richtigen Weg zu sein. Aber den haben wir mal ganz schnell wieder verlassen", sagte Bobic. Torhüter Sven Ulreich, der als einziger Stuttgarter Normalform erreicht hatte, sprach von einem "kleinen Rückschritt".

Der Gedanke an den Einzug in die Europa League verbietet sich für den Meister von 2007, dem bei seinem desolaten Auftritt jeglicher Spielwitz abging . "Momentan gilt es, den Blick nach unten zu richten", sagte Gentner: "Wir wissen um die Tabellensituation." Nach zuletzt nur einem Sieg aus zehn Ligaspielen hat der VfB bei 23 Zählern nur fünf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz.

Schicksalsspiel gegen Hertha

Ob sich das Abstiegsgespenst wie in der vergangenen Saison bei den Schwaben häuslich einrichtet, wird wohl der Krisengipfel gegen Hertha BSC am Samstag (15.30 Uhr/Sky und Liga total!) zeigen. Der Hauptstadtklub bezog beim Pokalaus gegen Borussia Mönchengladbach (0:2) die vierte Pflichtspielniederlage unter Trainer Michael Skibbe und befindet sich ebenfalls im Sinkflug.

Vor dem Spiel gegen den Tabellen-15. erging sich Bobic zwar in Floskeln, brachte die Sache aber auf den Punkt: "Die Mannschaft hat innerhalb von vier Tagen zwei verschiedene Gesichter gezeigt - und dieses Gesicht will ich nicht mehr sehen. Gegen Hertha BSC müssen wir ganz anders auftreten."

Quelle: sid/fb
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