Doping-Urteil
Sportgerichtshof sperrt Jan Ullrich für zwei Jahre
Ex-Radprofi Jan Ullrich ist vom Internationalen Sportgerichtshof CAS wegen Dopings schuldig gesprochen worden. Zudem wurde ihm sein dritter Platz bei der Tour de France 2005 aberkannt.
Der frühere Tour-de-France-Sieger Jan Ullrich ist wegen seiner Verwicklung in den Skandal um Dopingarzt Eufemiano Fuentes vom Internationalen Sportgerichtshof CAS für zwei Jahre gesperrt worden. Das entschied das Gericht am Donnerstag und fällte damit fast sechs Jahre nach der Operacion Puerto ein Urteil in diesem Fall.
Der 38-jährige Ullrich, der bereits im Februar 2007 seine Karriere beendet hatte, wird rückwirkend vom 22. August 2011 an gesperrt. Nach Ansicht des CAS ist eine Zusammenarbeit Ullrichs mit Fuentes spätestens zum 1. Mai 2005 bewiesen. Daher würden alle Ergebnisse von dem Tag an aus den Ergebnislisten gestrichen. Neben Platz drei bei der Frankreich-Rundfahrt im selben Jahr betrifft dies auch Ullrichs Sieg bei der Tour de Suisse 2006.
Die Affäre war einen Tag vor dem Start der Tour de France 2006 aufgedeckt worden. Bei Fuentes war unter anderem Blutbeutel sichergestellt worden, die per DNA-Abgleich Ullrich zugeordnet wurden. Das Bundeskriminalamt hatte außerdem wegen Geldzahlungen in Höhe von 80.000 Euro ermittelt. Im zivilrechtlichen Verfahren hatte Ullrich mit der Staatsanwaltschaft Bonn gegen Zahlung von 250.000 Euro eine Einstellung der Ermittlungen erwirkt.
Sportjuristisch war es nie zu einem Urteil gekommen, nachdem die Disziplinarkammer des Olympischen Komitees der Schweiz die Angelegenheit wegen fehlender Zuständigkeit im Februar 2010 zu den Akten gelegt hatte. Der Radsport-Weltverband UCI und Antidoping Schweiz schalteten daraufhin den CAS ein. Beim Einspruch von Antidoping Schweiz erklärte sich der CAS für nicht zuständig, wohl aber bei dem der UCI. Insgesamt war das Urteil durch den Sportgerichtshof dreimal aufgeschoben worden.
Drei Tage nach der zweijährigen Dopingsperre für den Spanier Alberto Contador fiel nun das längst überfällige Urteil. Dem Ex-Profi hatte sogar eine lebenslange Sperre gedroht. Ullrich, der inzwischen nur noch als Hobbyradfahrer und Werbeträger ("Doping für die Haare") von sich reden macht, dürfte das Urteil nicht mehr groß stören. "Für mich ist das ein Glückstag, weil ich sechs Jahre auf das Urteil gewartet habe. Ich habe viel leiden müssen, unter anderem ein Burnout gehabt. Ich will damit abschließen", sagte der Sportler.
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