DFB-Pokal
De Camargos Schurkenstück bringt Gladbach weiter
Fairplay scheint für de Camargo ein Fremdwort zu sein. Dabei ist das Unternehmen, das auf der Gladbacher Brust wirbt sogar Sponsor der Fairplay-Trophäe.
Von Daniel Stolpe
1899 Hoffenheim - SpVgg Greuther Fürth 0:1 (0:1) Die Franken wollten in Sinsheim ihre Außenseiterchance nutzen. Und die Fürther waren in diesem Pokal-Wettbewerb noch ohne Gegentor.
Es gibt im deutschen Sport eine hübsche Auszeichnung, verliehen wird sie einmal pro Jahr für besondere Leistungen im an sich selbstverständlichen Bereich des Fairplay.
Igor de Camargo hätte sich Mittwochabend zum wohl uneinholbaren Favoriten für das Jahr 2012 machen können.
Wenn, ja wenn...er denn in der Verlängerung des Viertelfinalspiels im Pokal gegen Hertha BSC nur aufgestanden wäre und geistesgegenwärtig um Verzeihung für sein albernes Handeln gebeten hätte.
Pikante Angelegenheit
Sponsor der Fairplay-Trophäe ist ausgerechnet jenes Finanzunternehmen, das auch auf der Brust von Borussia Mönchengladbach wirbt.
Das macht die unappetitliche Angelegenheit aber nur zusätzlich pikant; auch für sich allein ist das Schurkenstück schlimm genug, das de Camargo Mittwochabend auf dem Rasen des Berliner Olympiastadions aufgeführt hat.
Er, Gladbachs Angreifer, war es, der zum Kopfstoß ansetzte gegen Berlins herangebrausten Verteidiger Roman Hubnik. Und doch war es auch eben jener de Camargo, der theatralisch zu Boden sank und den Getroffenen mimte - mit der Folge, dass Schiedsrichter Brych reflexhaft auf Strafstoß für Gladbach und Rot für Hubnik entschied.
Beim Stand von 0:0 nahm Gladbach die Geschenke dankend an und zog mit letztlich sogar 2:0 ins Halbfinale des DFB-Pokals ein .
Nicht dank einer - wie schon so oft in dieser Saison - begeisternden fußballerischen Leistung. Sondern in erster Linie wegen de Camargos schauspielerischem Talent.
Vielleicht also sollte Gladbachs Sponsor den Angreifer im Sinne des Sports zeitnah über die Vergabekriterien der Fairplay-Trophäe aufklären. Mehr noch ist aber der DFB aufgerufen, sich nachträglich mit de Camargos ungeahndeter Unsportlichkeit auseinanderzusetzen.
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