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06.02.12

Laureus Award 2011

"Sport-Oscars" für Djokovic und Cheruiyot

Die "Sport-Oscars" 2011gehen an Tennis-Star Novak Djokovic und Ausnahmeläuferin Vivian Cheruiyot. Die nominierten Sebastian Vettel und Dirk Nowitzki gingen leer aus.

dpa/DPA

Der serbische Tennisprofi Novak Djokovic freute sich diesmal zurückhaltend über seine Auszeichnung als bester Sportler.

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Auf der ungewohnten Bühne hielt sich Triumphator Novak Djokovic zurück – und auch sein Hemd blieb diesmal heile. Anderes als noch vor Wochenfrist, als der Tennisprofi aus Serbien bei den Australian Open seinen fünften Grand-Slam-Triumph euphorisch zelebrierte und sich sein Trikot in Stücken vom Leibe riss, feierte der Weltsportler des Jahres am Montag in London seine erste große Auszeichnung abseits des Tennisplatzes bei den 13. Laureus Awards ruhig und gesittet.

Dabei hatte der momentan beherrschende Tennisprofi durchaus Gründe stolz auf den Titel des besten Sportlers 2011 zu sein. Erstens hat er es den in seiner Sportart lange Jahre dominierenden Rafael Nadal und Roger Federer nun gleichgetan.

Und zweites war die Konkurrenz nicht minder hart wie bei einem Major-Turnier. Und schließlich: Der Sieg war eindeutig. Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel hatte das Nachsehen so wie NBA-Champion Dirk Nowitzki oder auch Wunderläufer Usain Bolt und Weltfußballer Lionel Messi.

"Hätte auch Nowitzki gerne hier gesehen"

"Ich freue mich besonders über die Nominierten aus dem Tennissport", sagte Wimbledonsieger Boris Becker , der zu dem erlauchten Kreis der 47 Mitglieder der Laureus Akademie gehört. Die Sportlegenden aus der ganzen Welt, zu denen aus Deutschland neben Becker noch Katarina Witt und Franz Beckenbauer gehören, schlagen die Sportler vor, die dann von einer weltweiten Jury gewählt werden. "Natürlich hätte ich auch Dirk Nowitzki gerne hier gesehen, er hat Phänomenales geleistet", ergänzte Basketballfan Becker.

Auch bei den Frauen reichte es nicht für eine deutsche Siegerin. Skirennfahrerin Maria Höfl-Riesch musste Vivian Cheruiyot aus Kenia den Vortritt lassen, die bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Daegu sowohl über 5000 als auch 10.000 Meter Gold geholt hatte. Riesch war nicht in die Central Hall Westminster nach London gekommen, so wie auch Vettel und Nowitzki sportlich verhindert waren.

Köster schon glücklich über Nominierung

Dabei, aber auch nicht erfolgreich, war Windsurfer Philipp Köster. Der 18-Jährige, der mit seinen Eltern auf Gran Canaria lebt und jüngster Weltmeister im Wellenreiten ist, musste sich bei der Wahl zum Actionsportler des Jahres Kelly Slater geschlagen geben.

Der Surfer aus Florida wurde nach 2007, 2009 und 2011 schon zum vierten Mal ausgezeichnet und stellte damit den Titelrekord des Schweizer Tennisspielers Roger Federer ein. "Für mich war es schon etwas ganz besonderes, überhaupt nominiert worden zu sein", sagte Köster. Mannschaft des Jahres wurde Champions-League-Sieger FC Barcelona. Die Spanier ließen Nowitzkis Dallas Mavericks ebenso hinter sich wie Japans Fußball-Weltmeisterinnen und Vettels Red-Bull-Racingteam.

Pistorius kämpft um Start bei Olympia

Oscar Pistorius war gleich zweimal nominiert; den Preis bekam er als bester Sportler mit einer Behinderung. Doch auch für den sogenannten "Durchbruch des Jahres", der dem 22-jährigen nordirischen Golfer und US-Open-Sieger Rory McIlroy zugesprochen wurde, hätte der beinamputierte Leichtathlet aus Südafrika einen Preis verdient gehabt.

Dafür, dass er mit der 4x400-Meter-Staffel seines Landes Silber bei der Weltmeisterschaft in Südkorea gewonnen hat. Außer Pistorius hat das noch keiner geschafft – und dies will er bei den Olympischen Spielen im Sommer in London wiederholen. Das Comeback des Jahres lieferte der Nordire Darren Clark, der mit 42 Jahren im 20. Anlauf seiner Golf-Karriere erstmals die Open Championship in Royal St. George's gewonnen hat.

40 Millionen für Kinder in Not

Die Laureus Awards wurden in London zum 13. Mal im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung vergeben. "Die Awards sind ein großer Event, es ist einfach toll, all diese Ausnahmesportler immer wiederzusehen und sich auszutauschen. Dahinter aber steht die Idee, die das ganze Jahr verfolgt wird, die abseits der großen Bühne gelebt wird und eben auch enorme wirtschaftliche Möglichkeiten freisetzt – für diejenigen, die sie brauchen", sagte Becker.

Denn die Wahl der Weltsportler des Jahres ist nur die eine Seite der Medaille. Die andere ist die Laureus Sport for Good Stiftung, die weltweit Projekte vor allem für benachteiligte Kinder unterhält und bis dato 40 Millionen Euro investiert hat. Getreu dem von Nelson Mandela begründeten Wahlspruch: "Sport hat die Macht, die Welt zu verändern."

Quelle: dapd
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