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04.02.12

Barrios trifft gegen Club

Der Mann, der fast weg war, begeistert BVB-Fans

Nach dem dritten Sieg im dritten Rückrundenspiel und dem "Märchen" um Lucas Barrios war das Glück von Borussia Dortmund fast perfekt.

Bongarts/Getty Images/Getty

Als beide Teams aufliefen, betrug die Temperatur im Nürnberger Stadion "nur" minus fünf Grad.

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Als Lucas Barrios mit seinem ersten Tor seit zehn Monaten den Sieg perfekt machte, wurde es auch dem letzten Dortmunder trotz schlimmer Kälte warm ums Herz. Selbst Pechvogel Sven Bender, der sich beim 2:0 (0:0) des Meisters beim 1. FC Nürnberg eine Knöchelverletzung zuzog und wohl wochenlang fehlen wird, rang sich ein Lächeln ab. "Das ist eine wunderschöne Geschichte, die nur der Fußball schreibt. Das tut uns allen gut, und Lucas ist ja fast das Gesicht geplatzt vor Freude", sagte Trainer Jürgen Klopp selig lächelnd.

Zum Rivalen Nummer eins von Titelfavorit Bayern München wollte sich Klopp aber auch im Überschwang ob des "Barrios-Märchens" nicht ausrufen lassen. "Wir beschäftigen uns damit nicht, weil uns dieser Druck den Spaß am Fußball nehmen würde", sagte er. Denn was geschehen kann, wenn der Druck des gewinnen Müssens zu Ungeduld führt, war in Nürnberg zu sehen. Dortmund tat sich lange schwer gegen bissige Clubberer, erst das zweite Saisontor von Kapitän Sebastian Kehl (48.) ebnete den Weg zum dritten Sieg im dritten Rückrundenspiel.

Als in der Schlussphase dann Barrios traf (82.), der Mann, der noch zu Wochenbeginn vor dem Abschied stand, war das Borussen-Glück (beinahe) perfekt. "Bis auf die Verletzung von Manni, die uns richtig trifft, war’s eine absolut runde Sache", sagte Klopp nach dem 14. Spiel in Serie ohne Niederlage.

"Manni" Bender war bei einem Duell mit Nürnbergs Daniel Divadi umgeknickt und musste mit einer Bänderverletzung im linken Sprunggelenk früh raus (22.). Wie schwer die Blessur ist, soll eine Kernspin-Untersuchung am Montag zeigen. "Aber es gibt keine Bänderverletzung, die keine Pause nach sich zieht. Und das ist sehr, sehr schlecht", sagte Klopp, der im Mittelfeld auch länger auf Mario Götze verzichten muss.

"Wir brauchen seine Qualität"

Umso größer fiel die Freude über Barrios’ ersten Bundesliga-Treffer seit dem 14. Mai 2011 aus. "Wir alle haben uns für Lucas sehr gefreut. Für ihn ist es hinter hinter Robert Lewandowski, der eine wahnsinnige Saison spielt, nicht ganz einfach", sagte Kehl. Deshalb war Barrios drauf und dran, die Borussia zu verlassen. "Nach Abwägung aller Fakten hat er sich aber für uns entschieden", sagte Klopp, "und das war gut so. Wir brauchen seine Qualität, und er wird für uns noch eine unheimlich wichtige Rolle spielen."

An die Zukunft wollte Barrios selbst gar nicht denken, er genoss lieber den Moment. "Das ist super für mich, ein guter Tag", sagte er. Zuvor war er nach seinem Treffer in Richtung BVB-Fans gestürmt, alle Kollegen, inklusive der an der Torauslinie wartenden Ersatzspieler gratulierten ihm herzlich. "Die Fans, der Trainer, meine Kollegen - alle haben mir gesagt: Lucas, mach weiter, immer weiter, du machst dein Tor. Sie hatten recht", sagte er. Die Wechselambitionen habe er erst einmal ad acta gelegt, jetzt wolle er "weiter hart arbeiten, um eine Chance zu bekommen. Ich habe hier ja noch einen Vertrag."

Leitner mit dem öffnenden Pass

Auch Barrios soll helfen, die Bayern weiter zu ärgern, und auch dem erst 19 Jahre alten Moritz Leitner kommt als Vertretung von Bender dabei eine wichtige Rolle zu. Wie wertvoll der Youngster sein kann, bewies er mit seinem öffnenden Pass, der dem 1:0 vorausging. "Wie er da durchsteckt, das war wahnsinnig. Das war ein fantastisches Tor", lobte Klopp. Trotz dieser Qualität in der zweiten Reihe wollte aber auch Kevin Großkreutz vom Titelkampf nichts wissen. "Bayern hat doch gesagt, dass sie mehr Qualität haben. Dann sollen sie’s zeigen!", sagte er.

Club-Trainer Dieter Hecking haderte derweil mit dem Chancenwucher, den die Franken in starken ersten 20 Minuten betrieben. Außerdem, betonte der Coach, hätte der Ball vor dem 0:1 "nie durchkommen" dürfen. Hecking tröstete sich mit der Erkenntnis, dass seine Elf den BVB "immer wieder aufgerissen" habe, andere Gegner hätten das bisher "nicht geschafft". Seine Mannschaft werde "von Woche zu Woche stabiler", ergänzte Hecking: "Wir werden unsere Punkte holen."

Quelle: sid/jr
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