Fussball-Bundesliga
Dortmund siegt und verdrängt Bayern von der Spitze
Zum ersten Mal seit dem 14. Spieltag übernimmt Borussia Dortmund durch einen Sieg beim 1. FC Nürnberg zumindest für einen Tag die Tabellenführung.
Als beide Teams aufliefen, betrug die Temperatur im Nürnberger Stadion "nur" minus fünf Grad.
Dank Kapitän Sebastian Kehl und Edelreservist Lukas Barrios hat Borussia Dortmund in der Nürnberger Kältekammer zumindest vorübergehend Platz eins in der Fußball-Bundesliga übernommen. Bei "gefühlten" Temperaturen von fast 20 Grad unter Null schossen Kehl (48.) und der zuletzt so unzufriedene Barrios (82.) mit seinem ersten Saisontor den deutschen Meister beim 1. FC Nürnberg zu einem 2:0 (0:0)-Sieg.
Während Dortmund seine Serie mit dem dritten Dreier im dritten Spiel der Rückrunde auf 14 Spiele (36 Punkte) ohne Niederlage ausbaute und zum ersten Mal seit dem 14. Spieltag wieder auf Platz eins steht, verlor der 1. FCN nach dem Auftakterfolg gegen Hertha BSC Berlin zum zweiten Mal nacheinander. Für die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp hatte der sechste Auswärtssieg im elften Spiel jedoch auch eine dunkle Seite: Mittelfeldspieler Sven Bender musste wegen einer Verletzung am linken Knöchel ausgewechselt werden (22.).
"Das war ein Arbeitssieg, definitiv. Wir haben nicht so gut gespielt wie zuletzt. Nürnberg hat sehr kompakt gestanden, es war nicht einfach heute. Deshalb war das 1:0 so wichtig in einer wichtigen Phase der Begegnung. Ich freue mich zudem, dass auch Lucas getroffen hat, nachdem er während der Woche so viele Schlagzeilen gemacht hat. Er hat gezeigt, welche Qualitäten er hat und dass er uns helfen kann", sagte Torschütze Kehl.
"Es war heute wirklich nicht leicht, und das macht den Sieg so besonders. Nürnberg war eigentlich nur durch Standardsituationen gefährlich. Da mussten wir Geduld bewahren", resümierte BVB-Coach Klopp und sein Nürnberger Kollege Dieter Hecking ergänzte: "Wir haben die ersten 20 Minuten sehr gut gespielt. Das hat die Mannschaft gut gemacht. Nach dem 0:1 war es natürlich ungleich schwerer für uns."
Kagawa klärte auf der Linie
Vor 45.572 Zuschauern im Frankenstadion verdiente sich der BVB den Sieg nach verschlafener Anfangsphase mit einer deutlichen Leistungssteigerung. Den Nürnbergern gelang es als erster Mannschaft in der Rückrunde, die Borussia ernsthaft zu fordern. Nach starkem Beginn baute das Team von Trainer Dieter Hecking aber extrem ab, in der zweiten Halbzeit gelang ihm fast nichts mehr.
Mit kluger Raumaufteilung und bissiger Zweikampfführung setzte der Club den Gästen zunächst derart zu, dass Dortmund einige Zeit nur reagierte. Der Lohn für Nürnberg waren gute Tormöglichkeiten. Die beste vereitelte Shinji Kagawa, der einen Kopfball von Timmy Simons auf der Linie klärte (12.).
Tomas Pekhart, die einzige Club-Spitze, tauchte gleich mehrfach gefährlich vor dem BVB-Tor auf. Einmal scheiterte er aus spitzem Winkel an Roman Weidenfeller, dann schoss er freistehend aus drei Metern über das Gehäuse (18./19.). Trainer Dieter Hecking tobte ob des Chancenwuchers schimpfend durch die Coachingzone.
Bender muss schon vor der Pause raus
Kurz darauf ärgerte sich auch sein Kollege Klopp - und zwar so richtig. Bei einem Zweikampf mit Daniel Didavi knickte Bender derart unglücklich um, dass er sich eine Bänderverletzung im linken Knöchel zuzog. Nach Mario Götze ist Bender schon der zweite prominente Ausfall im Dortmunder Mittelfeld. Für ihn kam der 19 Jahre alte Moritz Leitner - und bald fand der BVB besser ins Spiel.
Angetrieben vom starken Kagawa erspielten sich die Gäste zahlreiche Chancen. Robert Lewandowski scheiterte nach klugen Pässen von Sebastian Kehl und Kagawa zweimal an Torhüter Raphael Schäfer (21./34.), Kagawa selbst hatte Pech mit einem Außenrist-Versuch, als Schäfer den Ball noch eben so abfangen konnte (36.).
Die Dortmunder Drangperiode wurde allerdings erst nach dem Seitenwechsel belohnt - da jedoch gleich beim ersten Angriff. Leitner setzte Lukas Piszczek auf der linken Seite ein, dessen klugen Rückpass Kehl aus acht Metern überlegt einschob. Das Tor des Spielführers wirkte auf Dortmund befreiend, konnten die Borussen das Spiel doch jetzt mit den gewohnten Ballstaffetten kontrollieren.
Nach einer knappen Stunde versuchte Hecking, seine zögerliche Mannschaft mit einem Doppelwechsel wieder aufzuwecken, als er Alexander Esswein für den enttäuschenden Christian Eigler und Timothy Chandler für Almog Cohen brachte. Auch Angreifer Albert Bunjaku kam noch für Verteidiger Dominic Maroh. Doch Dortmund bestimmte das Geschehen weiter, ohne dabei von den Nürnbergern ernsthaft in Bedrängnis gebracht zu werden.
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