"Auszeit"
Fußballer sollten sich vom Haushalt fern halten
Käsehobel und Badewanne sind für Fußballer viel gefährlicher als irgendwelche Extremsportarten. Aber die Risikoklauseln ignorieren das völlig.
Von Anja Schramm
So ein Vertragswerk eines Fußballprofis kann eine ganz schön komplizierte Angelegenheit sein, juristische Vokabeln klären ja nicht nur Gehalt und Anstellungsdauer, sondern auch, was dem kickenden Personal alles untersagt ist. So ziemlich jede Risikosportart gehört dazu, quasi als Verletzungsprophylaxe. Und was bringen derartige Verbote? Wenig bis gar nichts. Die meisten Unfälle passieren im Haushalt. Statistische Erhebungen belegen die These, 31 Prozent verunfallen zwischen Badezimmer und Herdplatte. Auch Fußballer machen dabei keine Ausnahme.
Vom Kirschbaum nach Ingolstadt
Erinnern wir uns an Adam Nemec, bis vor kurzem noch in Kaiserlautern. Im sommerlichen Pflichtbewusstsein war er auf den Kirschbaum im heimischen Garten gestiegen. Das Pflücken gelang allerdings nur suboptimal, Nemec stürzte, brach sich das Schlüsselbein, setzte Monate aus – und spielt jetzt in Ingolstadt.
Blöd lief es einst auch für Kevin Keegan. Weil er mit dem großen Zeh im Badewannenabfluss hängen geblieben war, fehlte er Liverpool gleich mehrere Spiele. In eine ähnliche Kategorie fällt die Geschichte von Robbie Keane. Seinem Bänderriss ging folgende Aktion voraus: Mit dem Fuß hatte er versucht, die Fernbedienung seinen Fernsehers zu traktieren. Und zack, da waren die Bänder dahin.
Daumenkappe ist im Tor unverzichtbar
Noch eine Spur ungeschickter stellte sich gar Lars Hirschfeld an. Der Kanadier schnitt sich mit einem Käsehobel nicht nur Käsescheiben ab, sondern auch seine Daumenkappe. Für einen Torwart eine reichlich unschöne Verletzung.
Insofern ist Eren Derdiyoks Fall nur eine Lappalie. Drei Wochen muss Leverkusen nun auf ihn verzichten, sein Fuß wurde mit sieben Stichen genäht. Derdiyok war im trauten Heim in eine Glasscherbe getreten.
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