Doping
Claudia Pechstein wehrt sich gegen neue Vorwürfe
Der Name der Berliner Eisschnelläuferin steht angeblich auf der Liste eines Sportmediziners, der Athleten mit Eigenblut behandelt hat. Claudia Pechstein wehrt sich nun gegen die Vorwürfe, der Mediziners Andreas Franke habe sie gedopt.
Seit fast einem Jahr wird von der Erfurter Staatsanwaltschaft gegen den Sportmediziner Andreas Franke ermittelt. Der Vorwurf lautet, er habe Blut von Athleten in seinen Praxisräumen einer UV-Behandlung unterzogen – mit dem Ziel, eine Leistungssteigerung zu erzielen. Am Sonntagabend wurde in einem Beitrag der ARD-Sportschau dazu eine Liste genannt, auf der angeblich die Namen von 28 Athleten stehen. Es handelt sich um Leichtathleten, Radsportler und Eisschnellläufer. Auch der Name von Claudia Pechstein, der fünfmaligen Olympiasiegerin aus Berlin, wurde in dem Beitrag genannt.
Die Athletin hat zum Vorwurf schriftlich Stellung genommen, die in der ARD unveröffentlicht blieb. Morgenpost Online liegt sie ebenfalls vor. Darin schreibt Pechstein: "Wie ja bereits bekannt ist, bin ich weder Betroffene der staatsanwaltlichen Ermittlungen noch der daraus resultierenden Verfahren der Nada (Nationale Antidoping-Agentur, d. Red.) . Von daher bitte ich um Verständnis, dass ich mich im Rahmen von Verfahren, die sich zum Teil gegen eine meiner Teamkolleginnen richten, nicht äußern werde. Darüber hinaus möchte ich einmal mehr betonen, dass ich während meiner gesamten Karriere niemals gedopt, niemals zu unerlaubten Mitteln oder Methoden gegriffen habe. Ich bitte darum, dies anlässlich einer etwaigen Berichterstattung zu berücksichtigen und alles zu vermeiden, einen anderen Eindruck zu erwecken."
Bei den Ermittlungen der Erfurter Staatsanwaltschaft geht es um den Zeitraum von 2006 bis 2011, in dem Franke Vertragsarzt des Olympiastützpunktes Erfurt war. Der Mediziner hatte erklärt, solche Behandlungen habe es nur bei Infekten gegeben, niemals zum Zwecke der Leistungssteigerung. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass bis 2011 in den Regularien der Welt-Antidoping-Agentur Wada unterschieden wurde zwischen nicht verbotenen Blutinjektionen (bis 50 ml) und verbotenen Blutinfusionen (größere Mengen). Seit vergangenem Jahr gibt es diese Unterscheidung nicht mehr, seither ist beides verboten.
Mit möglichen Verstößen von Sportlern gegen Doping-Bestimmungen beschäftigt sich die Nada. Deren Chefjustiziar Lars Mortsiefer hat bestätigt, dass gegen eine Erfurter Eisschnellläuferin und einen Radsportler wegen des Verdachts der Anwendung einer unerlaubten Blutdoping-Methode Ermittlungen laufen.















