Hamburg
Massive Ausschreitungen bei Hallenfußball-Turnier
Jagdszenen bei einem Hallenfußball-Turnier in Hamburg: Anhänger des FC St. Pauli und des VfB Lübeck prügelten aufeinander ein, die Polizei trennte die Hooligans mit Pfefferspray. Dabei wurden auch 40 unbeteiligte Zuschauer verletzt. Das Turnier wurde abgebrochen.
90 Verletzte, Pfefferspray-Einsatz in einer Sporthalle, 72 Festnahmen und 300 Polizisten im Einsatz: Das ist die Bilanz einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Fans bei einem Hallenfußball-Turnier zwischen dem FC St. Pauli und dem VfB Lübeck am Freitagabend in Hamburg-Winterhude.
Die Jagdszenen begannen nach dem friedlichen 3:3 zwischen der Zweiten des FC St. Pauli und dem VfB Lübeck. Zwar hatte die Polizei die beiden als gewaltbereit bekannten Fanlager durch Sperren getrennt. Doch als die Provokationen zunahmen und Bierbecher flogen, eskalierte die Situation und die zwei Hundertschaften der Polizei konnten die Chaoten nicht mehr im Zaum halten.
Zunächst wurden die Fußballspiele fortgesetzt, im weiteren Verlauf setzten sich die Ausschreitungen aber auch vor der Halle fort. Zuschauer flüchteten aus der Halle, das Turnier wurde abgebrochen. Erst nach mehreren Stunden beruhigte sich die Lage.
Organisator Peter Sander sagte den "Lübecker Nachrichten": "VfB-Fans haben die Absperrungen im Toilettenbereich überwunden. Sie sprangen über eine drei Meter hohe Balustrade und rannten Richtung Pauli-Block. Dort versuchten sie Fahnen und Banner zu entwenden."
Unter den Verletzten waren auch viele unbeteiligte Zuschauer. "Rund 2500 Menschen wollten das Spiel sehen, darunter natürlich auch Familien mit Kindern", sagte der Polizeisprecher. Rund 40 Menschen erlitten durch den Einsatz von Pfefferspray Augenreizungen. 38 weitere wurden durch die Auseinandersetzungen verletzt und mussten zum Teil im Krankenhaus behandelt werden. Auch 11 Polizisten erlitten Verletzungen.
"Beide Seiten waren an dem Ganzen nicht unschuldig", sagte der Polizeisprecher. Die grundsätzliche Aggression sei aber schon von Spielbeginn von den Anhängern des FC St. Pauli ausgegangen.
Der zweite Tag des Turniers wurde abgesagt. Eine sichere und gewaltfreie Fortsetzung der Veranstaltung sei nicht gewährleistet, teilten die Organisatoren auf ihrer Internetseite mit. Der "Schweinske Cup" gilt seit langem als problematisch. Der Hamburger SV, der ursprünglich mit seiner U23-Mannschaft antreten wollte, verzichtete deshalb auf die Teilnahme.
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