Fußball-Bundesliga
HSV verlässt die Abstiegsplätze – VfB besiegt Augsburg
Mit dem ersten Heimsieg seit März klettert der HSV auf Platz 14, für Fink ist es der erste Bundesliga-Sieg als Trainer. Hoffenheim hatte wenig Gegenwehr geleistet. Der VfB Stuttgart hat seine Plichtaufgabe erledigt und ist wieder auf Europa-Kurs. Aufsteiger Augsburg steckt hingegen weiter im Tabellenkeller fest.
Heimfluch beendet, Abstiegszone verlassen - dank eines Billard-Tores von Paolo Guerrero und eines Alleingangs von Marcell Jansen hat der Hamburger SV eine Serie von zehn Spielen ohne Sieg vor eigenem Publikum beendet. Die beiden Treffer in der 25. und 65. Minute besiegelten einen verdienten 2:0 (1:0)-Sieg der Hanseaten gegen 1899 Hoffenheim.
Die Norddeutschen verbesserten sich durch den ersten Heim-Dreier seit acht Monaten (zuletzt 6:2 am 19. März gegen den 1. FC Köln) vor 46.237 Zuschauern auf den 14. Platz, die Gäste nehmen nach der vierten Auswärtsniederlage in Folge Rang neun ein.
Guerrero belohnte sich bei seinem Tor für seine Hartnäckigkeit selbst. Der Stürmer traf zunächst nur den rechten Torpfosten, drückte dann aber den Abpraller mit einem energischen Nachsetzen über die Linie. 20 Minuten nach Wiederbeginn schloss Jansen einen couragierten Vorstoß mit dem 2:0 ab.
"Das ist ein fantastisches Gefühl zu Hause wieder gewonnen zu haben. Wir haben in den letzten sieben Spielen zwölf Punkte geholt, heute hat die junge Mannschaft die Entwicklung der letzten Wochen bestätigt. Wenn wir so weiterspielen, war das nicht der letzten Sieg", meinte HSV-Sportchef Frank Arnesen erleichtert.
Ohne Ideen
Neun Monate, nachdem er noch als Coach des FC St. Pauli dem HSV eine bittere Heimniederlage (0:1) beigebracht hatte, konnte Hoffenheims neuer Trainer Holger Stanislawski einen solchen Coup mit den Kraichgauern, die weiterhin auf ihren ersten Sieg in der Hansestadt warten müssen, nicht wiederholen.
Dabei hatte es den Gastgebern in der Anfangsphase ohne den verletzten Mladen Petric in der Offensive am Ideenreichtum und auch an der Durchschlagskraft gefehlt. Lediglich in der zweiten Minute hatte Guerrero eine gute Einschussmöglichkeit, der Südamerikaner scheiterte jedoch nach seinem Alleingang an Hoffenheims Torhüter Tom Starke, der den Flachschuss des Torjägers reaktionsschnell zur Ecke abwehren konnte.
Salihovic schießt vorbei
Die Gäste kamen bis zum Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Marco Fritz aus Korb über ein defensiv geprägtes Spiel mit wenigen und zumeist zögerlichen Konterversuchen nicht hinaus. Gefahr drohte den Norddeutschen lediglich in der 16. Minute, als Sejad Salihovic in aussichtsreicher Position nach Vorarbeit von Tobias Weis den Ball knapp am HSV-Tor vorbeischoss.
In der zweiten Halbzeit änderte sich der Spielverlauf zunächst nicht. Ungeachtet des Rückstands wagten sich die Hoffenheimer kaum in die Hälfte des HSV und standen in der Abwehr erstaunlich tief. Erst in der 61. Minute fasste sich Salihovic ein Herz und prüfte HSV-Torhüter Jaroslav Drobny mit einem strammen Distanzschuss. Ryan Babel traf anschließend in der 70. Minute das Außennetz.
Harnik beendet sportliche Talfahrt der Stuttgarter
Trainer Bruno Labbadia atmete tief durch, seine Spieler ließen sich derweil in der Fan-Kurve feiern. "Sieg!" skandierten die Anhänger des VfB Stuttgart, dass dieser glanzlos und schwer erkämpft war, störte offensichtlich niemand. Martin Harnik machte an diesem Sonntagabend den Unterschied.
Mit seinen Saisontoren Nummer fünf und sechs (41. und 51.) besiegelte der Österreicher den 2:1 (1:0)-Erfolg über Aufsteiger FC Augsburg und beendete die Mini-Krise des VfB nach zuletzt drei Spielen ohne Dreier.
"Der Gegner hat das heute sehr gut gemacht. Wir sind schwer ins Spiel gekommen. Es werden sich noch einige schwer tun gegen Augsburg. Ich bin froh, dass wir den brutalen Arbeitssieg gelandet haben - und das tut uns sehr gut", meinte Labbadia nach dem sechsten Saisonsieg, durch den die Gastgeber auf Platz sechs kletterten und Kontakt zur Bundesliga-Spitze halten.
Beim ersten Aufeinandertreffen beider Mannschaften in der Bundesliga war das Spiel aber vor allem in der ersten Halbzeit eine Geduldsprobe für die 60.000 Zuschauer in der ausverkauften Stuttgarter WM-Arena. Der VfB übernahm von Beginn an das Kommando, spielte aber mit zu wenig Tempo und erregte durch zahlreiche Fehler im Spiel nach vorne früh den Unmut der eigenen Fans.
"Das war ein schwerer Arbeitssieg. Wir waren in der ersten Halbzeit zu passiv. Wir haben uns schwer getan und es uns selbst schwer gemacht. Die zweite Hälfte war wesentlich besser, vielleicht hat uns der Führungstreffer geweckt. Da haben wir viel aggressiver nach vorn gespielt", bestätigte VfB-Sportdirektor Fredi Bobic .
Luhukay hadert mit dem Glück
Schlusslicht Augsburg zog sich zurück und lauerte auf Konter, war aber mit Ausnahme des Ausgleichtreffers durch Tobias Werner (47.) kurz nach der Pause nicht konsequent genug.
"Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Es ist nicht zu glauben, dass wir am Ende wieder mit leeren Händen und weiterhin mit nur acht Punkten dastehen. Es fehlt uns auch ein bisschen Glück", klagte Werner und Trainer Jos Luhukay ergänzte: "Wenn man heute in der ersten Halbzeit sechs, sieben, acht Chancen nicht nutzt, dann weiß man, wo uns der Schuh drückt. Hier sitzt ein schwer frustrierter und enttäuschter Trainer."
Die erste Chance des Spiels hatte Stuttgarts Tamas Hajnal, doch der VfB-Spielmacher setzte einen Freistoß aus 25 Metern neben den linken Pfosten (8.). Auf der Gegenseite kamen Sascha Mölders und Daniel Brinkmann zum Abschluss, verfehlte jedoch das Gehäuse von VfB-Keeper Sven Ulreich deutlich.
Danach verflachte die Partie zunehmend, Stuttgart fand kein Mittel gegen die defensiv guten Gäste, die allerdings einmal mehr in der Offensive zu harmlos agierten.
Fast aus dem Nichts fiel dann kurz vor der Pause das 1:0 durch Harnik, dem FCA-Verteidiger Dominik Reinhardt unfreiwillig den Ball am Fünfmeterraum vorlegte. Harnik fackelte nicht lange und setzte den Ball volley in den rechten Winkel. Auch beim 1:2 sah Reinhardt schlecht aus. Harnik ließ den Außenverteidiger auf dem Flügel einfach stehen, zog in die Mitte und verwandelte unbedrängt aus halblinker Position.
Zuvor hatte die Partie deutlich an Fahrt aufgenommen. Beide Mannschaften spielten in der zweiten Halbzeit mit mehr Zug zum Tor. Augsburg machte auf und traute sich mehr zu. Der agile Daniel Baier hatte kurz nach Wiederanpfiff von der rechten Seite aufgelegt, in der Mitte rutschte zunächst Lorenzo Davids am Ball vorbei, doch Werner stürmte von der linken Seite heran und zirkelte den Ball mit viel Gefühl zum 1:1 in den rechten Winkel. Doch die Freude währte nur kurz, Harnik machte mit dem zweiten Treffer und seinem zweiten Doppelpack der Saison alles klar.
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