Europa League
Nasenbeinbruch – Schalke bangt um Huntelaar
Bei der Nullnummer gegen Larnaka hat sich Klaas-Jan Huntelaar verletzt. Der Torjäger kollidierte mit einem Mannschaftskollegen.
Vor dem Anpfiff tauschte sich Schalke-Trainer Huub Stevens noch mit Larnakas Trainer Ton Caanen aus.
Der Frust über die Blamage saß tief, doch immerhin blieb Schalke 04 der Schock zur frühen Morgenstunde erspart.
Torjäger Klaas-Jan Huntelaar erlitt beim peinlichen 0:0 in der Europa League gegen AEK Larnaka bei seinem Zusammenprall mit Teamkollege Joel Matip nur einen Nasenbeinbruch und nicht wie zunächst befürchtet auch noch einen Jochbeinbruch. Möglicherweise kann der "Hunter", der noch nach Mitternacht operiert wurde, am Sonntag bei Hannover 96 mit einer Spezialmaske auflaufen. Es war der einzige Lichtblick für die Königsblauen nach einem frustrierenden Tag.
Eine schlimmere Diagnose für den Torjäger, in 19 Pflichtspielen in dieser Saison 21-mal erfolgreich, hätte Trainer Huub Stevens und Sportdirektor Horst Heldt vermutlich den Rest gegeben. Nach der lustlosen Vorstellung der Schalker B-Elf gegen den Fußball-Zwerg aus Zypern war für den Trainer und den Sportdirektor das Maß schon voll genug gewesen. Gerne hätten sie die Nullnummer als Betriebsunfall abgehakt, doch dafür war die Darbietung, vor allem die von gut bezahlten Ergänzungsspielern wie Jose Manuel Jurado, Ciprian Marica oder Atsutso Uchida, einfach zu schlecht.
Stevens knurrte wie in alten Zeiten und gebrauchte ungefähr ein Dutzend Mal das Wort "enttäuschend". Heldt richtete den dringenden Appell an die Spieler, die Aufgaben in den kommenden Wochen ernsthafter anzugehen: "Sonst gucken wir uns alle kurz vor Weihnachten an und sagen uns: Wie bescheuert sind wir eigentlich?"
Am Morgen danach nahm sich Stevens seine Spieler zur Brust. "Ich bin in der Kabine deutlich geworden, die Ansprache war kurz und knackig", sagte Stevens - und untertrieb damit wohl etwas. Das Training am Freitagmorgen begann immerhin mit einstündiger Verspätung.
Heldt, der die Mannschaft am vergangenen Samstag nach dem 3:1 gegen 1899 Hoffenheim noch zu Recht über den grünen Klee gelobt hatte, wählte eindringliche Worte. "Ich mache mir keine Sorgen um den Charakter der Mannschaft. Ich mache mir nur Sorgen, dass wir eine Situation leichtfertig vorbeiziehen lassen. Auch junge Spieler müssen begreifen, dass einem nichts geschenkt wird. Das Schlimmste ist, irgendwann zurückzublicken und zu sagen: Scheiße, hätte ich mal ...", sagte der Ex-Profi Heldt.
Der Geschäftsmann Heldt musste sich fast quälen, um die Frechheit, die der 13-Millionen-Euro-Mann Jurado den Fans geboten hatte, noch in wirtschaftlich sinnvolle Worte zu fassen. "Er hat seine Qualitäten", versicherte Heldt. Man müsse den Spanier unterstützen, damit dieser "einen Schlüssel findet", um sich besser zu präsentieren. Es wäre "ein großer Fehler der Schalker Gemeinde", Jurado jetzt fallen zu lassen.
Jurado war nicht die einzige Enttäuschung. Ohne Superstar Raul, Jefferson Farfan, Kapitän Benedikt Höwedes, Lewis Holtby und Jermaine Jones konnten die Schalker froh sein, zwei Wochen nach dem lockeren 5:0 auf Zypern nicht als Verlierer vom Platz zu gehen. Allein der erneut starke Torhüter Lars Unnerstall verhinderte mit zahlreichen Paraden noch Schlimmeres.
"Wenn der Torwart unser bester Mann ist, dann sagt das alles", meinte Stevens und verteidigte seine Rotation: "Wer auf dem Rasen tätig ist, ist egal. Es muss einfach eine andere Leistung gebracht werden." Er behauptete, die fehlenden Leistungsträger seien "nicht fit" gewesen. Auf Raul angesprochen, sagte Stevens mit Blick auf das schwere Auswärtsspiel bei Hannover 96 am Sonntag (15.30 Uhr/Sky und Liga total!): "Ich hoffe, er kann spielen, und das hoffe ich von anderen auch."
Wegen des 4:2-Sieges von Steaua Bukarest gegen Maccabi Haifa hätte zwar auch ein Sieg Schalke noch nicht in die K.o.-Runde gebracht, das Remis aber erhöht nun wieder den Druck in der Gruppe G spürbar.
Vor den letzten beiden Spielen gegen Bukarest (1. Dezember) und in Haifa (14. Dezember) hat der Tabellenführer nur noch drei Punkte Vorsprung auf die drittplatzierten Rumänen. "Wir müssen aufpassen", sagte Heldt, "das wird kein Selbstläufer." Knapp fünf Millionen TV-Zuschauer (4,81 Millionen im Durchschnitt) verfolgten bei Sat.1 am Donnerstagabend die Nullnummer gegen Larnaka.
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