Abgenommen
Maria Riesch ist ganze sieben Kilo leichter
Beim Kampf um den Gesamtweltcup hat im vergangenen Winter die Freundschaft zwischen Maria Höfl-Riesch und Lindsey Vonn gelitten. In Sölden sehen sich die beiden jetzt wieder. Vielleicht hat die Deutsche mit ihrem geringen Körpergewicht dabei die Nase vorn.
Maria Höfl-Riesch ist am Freitagmorgen als erste der Spitzenfahrerinnen auf dem Rettenbachgletscher in Sölden gewesen. Schon kurz vor acht Uhr machte die Gesamt-Weltcupsiegerin der vergangenen Saison auf der Piste unterhalb der 3370 hohen Inneren Schwarzen Schneid einsam ihre ersten Schwünge.
Doch auf die Weltcupstrecke, auf der am Samstag im Riesentorlauf das erste Rennen der neuen Saison ansteht, durfte die 26-Jährige wie alle anderen Profis nicht - die offizielle Hangbesichtigung fiel aus, weil die Piste nach den Schneefällen der vergangenen Tage für das Rennen präpariert werden musste. "So habe ich mehr Zeit, um mich auszuruhen", sagte Höfl-Riesch hinterher.
Ein Sieg im Riesenslalom fehlt der Doppel-Olympiasiegerin noch, um in allen fünf Disziplinen einmal gewonnen zu haben. "Aber wenn alles zusammenpasst, dann kann ich auch im Riesenslalom siegen", sagte sie nach der langen Sommervorbereitung. Eine Sprunggelenksverletzung, die sie im ersten Trainingscamp in Neuseeland erlitt, hatte sie zeitweise aus dem Tritt gebracht. "Sie schmerzt noch, aber sie behindert mich nicht mehr."
Wie es sich anfühlt, Rennen im Riesenslalom zu gewinnen, das weiß die Olympiasiegerin in dieser Disziplin, Viktoria Rebensburg. Die 21-Jährige gewann im vergangenen Jahr in Sölden das erste Weltcuprennen ihrer Karriere, zwei weitere folgten. Das reichte, um am Ende der Saison als Nachfolgerin der zurzeit verletzten Kathrin Hölzl auch die Kristallkugel für die beste Fahrerin im Riesentorlauf entgegenzunehmen. "Ich freue mich auf Sölden, weil mir der Hang liegt", sagte Rebensburg, "ich möchte meine Titel schon verteidigen."
Dass Rebensburg in der Saison ohne Großereignis wieder um den ersten Platz in der Riesenslalomwertung mitfährt, davon geht nicht nur Thomas Stauffer aus. Der Frauen-Cheftrainer traut ihr sogar zu, dass sie auch im Gesamtweltcup einen weiteren Schritt nach vorne macht. "Viktoria wird da vorne mitmischen können", sagte der Schweizer. Im Vorjahr beendete sie diesen als Achte. Rebensburg verstärkte im Sommer das Abfahrts- und Super-G-Training. Es ist bestimmt nur noch eine Frage der Zeit, bis sie es auch in den Speed-Disziplinen aufs Treppchen schafft.
Vielleicht begegnen sich sie und Höfl-Riesch schon in Sölden auf dem Podest. Im Riesenslalom sei sie schneller unterwegs gewesen im Training als im Slalom, sagte Höfl-Riesch. Sie traut sich in Sölden also viel zu. Ob der 26-Jährigen dabei ihr geringeres Körpergewicht hilft, bleibt abzuwarten. Sieben Kilo weniger bringt Höfl-Riesch im Vergleich zur Vorsaison auf die Waage. Die Skifahrerinnen leben von ihrer körperlichen Substanz. Fünf bis zehn Kilogramm verlieren sie in einer Saison. "Meine konditionellen Werte sind aber nicht schlechter", betonte sie. DSV-Sportdirektor Wolfgang Maier gibt zu, dass ihr Gewicht auch intensives Thema unter den Trainern gewesen sei. "Maria ist kein Frischling mehr", sagte Maier, "wir vertrauen ihr."
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