WM-Dritter
Große Zukunft für das zweitbeste Team der Welt
Deutschland ist bei der Fußball-WM wie 2006 Dritter geworden. Aber diesmal ist vieles anders. Vor allem: Die Mannschaft hat eine große Perspektive.
Von Lars Wallrodt
Die deutsche Mannschaft präsentiert sich im Spiel um den dritten Platz gegen Uruguay mit ungewohntem Gesicht. Miroslav Klose bleibt verletzt auf der Bank, für ihn spielt Cacau. Außerdem: Butt für Neuer, Aogo für Lahm und Jansen für Podolski.
Die Weltmeisterschaft ist vorbei für die deutsche Nationalmannschaft. Wie schon vor vier Jahren verpasste sie das Finale und wurde Dritter. Also Stillstand auf hohem Niveau? Nein, im Gegenteil.
2006 wurde eine mittelmäßige Mannschaft von der Euphorie im Land getragen. Diesmal war sie die zweitbeste Mannschaft des Turniers, scheiterte aber an der besten, Spanien, deren Weg sie leider schon im Halbfinale kreuzte. Vor vier Jahren war die Perspektive der DFB-Auswahl mau, weil nur wenig junge Spieler nachrückten. Nun stehen plötzlich 21-Jährige auf dem Rasen, die die Fußballwelt verzaubert haben. Natürlich gab es Schwankungen, doch das ist normal bei diesem Altersdurchschnitt. Es muss schon ein rechter Miesepeter sein, wer dies moniert.
Die spanische Mannschaft wird oft als Vorbild herangezogen. Zu Recht: Dort wurde mit konsequenter Jugendarbeit und Blockbildung (FC Barcelona, Real Madrid) eine Weltklassemannschaft geschaffen. In Deutschland kann ähnliches entstehen, weil auch hierzulande vermehrt auf den eigenen Nachwuchs gesetzt wird.
Wer nun anführt, dass die Spanier bei Barcelona oder Real auf höherem Niveau spielen, dem sei entgegnet, dass sie in der Primera Division mit ihrem starken Leistungsgefälle deutlich mehr Spiele gegen schwache Gegner bestreiten müssen als die deutschen Spieler in der ausgeglichenen Bundesliga.
Der DFB und die Vereine sind nun angehalten, die Nachwuchsförderung weiter voranzutreiben. Denn nur, wenn die "WM-Helden" Druck von unten bekommen, werden sie sich weiterentwickeln. Denn eins ist auch klar: Die Nationalmannschaft ist auf einem guten Weg. Doch das Ziel ist noch weit entfernt.
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