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26.04.10

Kolumne "Boxenfunk"

Warum David Coulthards Comeback der DTM guttut

David Coulthard ist nicht der erste Ex-Formel-1-Pilot, der sich in der DTM versucht. Vor ihm ließen schon andere ihre Karriere dort ausklingen.

© REUTERS
Coulthard

So sieht er wohl aus, der Beweis, dass die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) ein besonders familiäres Ambiente bietet: Mama, Papa, Verlobte und Sohn – David Coulthard hatte sie am Wochenende alle im Schlepptau bei seinem Debüt am Hockenheimring. Und alle genossen das Umfeld, das so anders ist, als das in der Formel 1, in der der Schotte 246-mal für Williams, McLaren und Red Bull in der am Start stand und 13-mal gewann. Vor knapp 80.000 Zuschauern feierte der WM-Zweite von 2001 und Sympathiebolzen am Ende mit Platz zwölf einen aus sportlicher Sicht nicht besonders erfolgreichen, aber für ihn, seinen Arbeitgeber Mercedes und die Serie doch so bereichernden Einstand.

Viele frühere Formel-1-Piloten haben hier ja ihre Karriere ausklingen lassen: Jean Alesi, ehemaliger Ferrari-Pilot, Mika Häkkinen, zweimaliger Weltmeister, Heinz-Harald Frentzen und auch Ralf Schumacher, der immer besser Fuß fasst. Jetzt also auch Coulthard, der nächstes Jahr 40 wird und vor anderthalb Jahren den Platz bei Red Bull für Sebastian Vettel frei machte. Einer, der es in der Königsklasse nie ganz auf den Olymp geschafft hat, dessen Verhalten, Aufrichtigkeit und Umgang allerdings schon immer weltmeisterlich waren.

Zuletzt machte Coulthard an der Seite von Eddie Jordan und Martin Brundle eine sehr gute Figur bei den britischen Kollegen von BBC, wo er als Experte bei den Formel-1-Übertragungen die Geschehnisse auf und neben der Strecke bewertet. Nun hat ihn, früher als erwartet, das sportliche Comeback-Fieber getrieben – gut so! Und wenn dann demnächst auch noch Nick Heidfeld und Michael Schumacher ihre allerletzten Kilometer in der DTM bestreiten, dann fehlt den Machern der Serie gar nichts mehr zum Glück… außer ein dritter Hersteller neben Audi und Mercedes.

Vielleicht ja eine Möglichkeit für BMW, den Ausstieg aus der Formel 1 vergessen zu machen und an die erfolgreiche Tourenwagenhistorie anzuknüpfen. BMW, Audi und Mercedes – im fairen sportlichen Kampf um die Premiumkrone in der automobilen Welt. Alles Made in Germany. Das wär’s!

Peter Lauterbach (33) reist seit zehn Jahren mit der Formel 1 um die Welt und ist Reporter beim Pay-TV-Sender Sky. Er betrachtet jeden Montag die Formel 1 bei Morgenpost Online.

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