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17.03.10

Champions League

Messi und Barcelona demütigen den VfB Stuttgart

Der VfB Stuttgart war angetreten, die negative Serie deutscher Mannschaften beim FC Barcelona zu beenden. Bei acht Versuchen waren Bundesligisten zuvor im Stadion Camp Nou ohne Erfolg geblieben. Aber auch die Schwaben scheiterten im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League kläglich – und schieden aus.

dapd/DAPD

Bayern München könnte in der Qualifikation zur Gruppenphase der Champions League auf Rubin Kasan treffen. Die Russen überraschten zuletzt den FC Barcelona. Auf den folgenden Bildern finden Sie alle CL-Sieger:

18 Bilder

Wer dieser Tage durch das frühlingshafte Barcelona schlendert, dem ist ein Mann allgegenwärtig: Lionel Messi. Der Name des Argenti-niers prangt auf fast allen Trikots, die die Souvenirhändler auf der Amüsier-meile Ramblas feilbieten. Sein Gesicht ziert Postkarten, Poster, Fahnen und die Titel der einschlägigen Sportzeitungen sowieso. An Messi kommt in Barcelona niemand vorbei, weil er scheinbar an jedem vorbei kommt.

Gestern stellte der weltbeste Fußballer dies einmal mehr unter Beweis. Messi war hauptverantwortlich, dass sein FC Barcelona ins Viertelfinale der einzog und dabei die Träume des VfB Stuttgart auf eine Fußballwunder zerstörte. Nach dem 1:1 im Hinspiel siegten die Spanien deutlich 4:0 (2:0).

Stuttgarts Trainer Christian Gross sagte: "Bis zum 3:0 hatte ich noch ein bisschen Hoffnung, danach war dann alles entschieden. Barcelona war klar besser, Messi war absolut der entscheidende Mann. Wir haben ihn bei der Ballannahme nicht gestört, er ist schnell und dann nicht zu stoppen. Wir haben im Hinspiel für unsere Verhältnisse ein überragendes Spiel gemacht. Jetzt sind wir nicht über außen gekommen und hatten keine Abschlüsse. Barca hat die Räume eng gemacht und war eine Klasse besser. Sie haben uns heute die Grenzen aufgezeigt."

Viel hatten sich die Stuttgarter vorgenommen. Sie wollten die glänzende Leistung aus dem ersten Spiel noch einmal überbieten, kompakt stehen, dem Gegner keinen Raum lassen und im Gegenzug selbst für Gefahr sorgen. Um es kurz zu machen: All dies misslang. Die Schwaben boten eine mutlo-sen, phasenweise gar eingeschüchterte Vorstellung und brachten gegen den um zwei Klassen besseren Gegner in der ersten Halbzeit nicht einen gefähr-lichen Torschuss zustande. "Es ist enttäuschend, weil wir sehr schlecht agiert haben. Der Respekt war bei einigen zu groß", analysierte VfB-Manager Horst Heldt die 90 einseitige Minuten. Von einem "sehr bitteren Europacup-Abend" sprach Stuttgarts Mittelfeldspieler Sami Khedira.

Sinnbildlich für den zu großen Respekt der Stuttgarter war das 1:0 durch Messi. Der bekam den Ball im Mittelfeld und trat mit ihm kraftvoll an. Zdravko Kuzmanovic hätte ihn attackieren kön-nen, ja sogar müssen. Aber aus Angst, vom Dribbelkünstler genarrt zu werden, hielt der Serbe bei der Verfolgung lieber einen Sicherheitsabstand, den Messi zu nutzen wusste. Da ihn auch nach 15 Metern immer noch niemand angegriffen hatten, schoss er den Ball aus 20 Metern links oben in den Winkel (13.). Ein Gemälde.

Auch das 2:0 resultierte aus zuviel Platz und Zeit für den Argentinier. Kurz vor dem gegnerischen Strafraum durfte sich Messi sekundenlang über-legen, auf welchen seiner Mitspieler er sein geniales Pässchen spielen werde. Er entschied sich für Yaya Toure, der den Ball seinerseits zu Pedro Rodriguez weitergab. Der Linksaußen musste nur noch einschieben (22.).

Spätestens jetzt war das Spiel entschieden, zumal der VfB auch in der Folge nicht aufs gegnerische Tor drängte, sondern vielmehr versuchte, den Schaden in Grenzen zu halten. Zu präsent war wohl noch das Spiel von vor knapp einem Jahr, als an gleicher Stelle die kurze Ära des Bayerntrainers Jürgen Klinsmann zu Grabe getragen wurde. 4:0 führte Barcelona im damaligen Viertelfinale bereits zur Halbzeit.

Dies vermieden die Stuttgarter zwar, deutlich wurde die Niederlage dennoch. Wieder war es Messi, der mit einem sehenswerten Fernschuss in der 60. Minute auf 3:0 erhöhte und von den 95.000 Zuschauern mit Sprechchören gefeiert wurde. Bojan Krkic (89.) traf schließlich zum 4:0-Endstand. Für Barcelona war es bereits der neunte Heimsieg in Serie gegen eine deutsche Mannschaft. Zuletzt verloren sie im eigenen Stadion als Messi zehn Jahre als war – 1998 gegen die Bayern. Vielleicht treffen die Klubs ja im Viertelfinale erneut aufeinander, Freitag werden die Partien ausgelost.

Dass sich der Name des VfB nicht in der Trommel befindet, ist keine Schande. Das Erreichen des Achtelfi-nals war ein achtbarer Erfolg und ein Weiterkommen gegen Barcelona und einem Messi in dieser wunderbaren Verfassung kaum möglich. Die Mannschaft muss sich aber dennoch vorwerfen lassen, es gestern nicht wenigstens versucht zu haben. Zu keiner Zeit vermittelten die Spieler den Eindruck, an das Weiterkommen zu glauben. Dies ist umso erstaunlicher, da sie im Hinspiel bewiesen hatten, dass sie auch den FC Barcelona unter Druck setzen können.

Quelle: dpa, sid/fb
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