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Formel 1

Mercedes arbeitet am Siegerauto für Schumacher

Viel Zeit bleibt Mercedes nicht, um die Schwächen am Silberpfeil zu beheben. Denn am 28. März gibt es schon das nächste Rennen – den Großen Preis von Australien in Melbourne. Hinter den Kulissen wird derweil heftig über mögliche Regeländerungen diskutiert. Chefpromoter Bernie Ecclestone hat sich aber ganz klar dagegen ausgesprochen.

Formel 1 - GP Bahrain - Michael Schumacher
Foto: dpa/DPA
Micahel Schumacher wurde bei seinem Comeback Sechster

Nur noch anderthalb Wochen bis zum nächsten Rennen und keine Möglichkeit zum Testen – für das nötige Feintuning am neuen Silberpfeil bleibt Michael Schumacher nicht viel Zeit. Dennoch ist Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug für das zweite Rennen der Formel-1-Saison am 28. März beim Großen Preis von Australien in Melbourne zuversichtlich. „Wir werden Schritt für Schritt machen und nach vorn kommen“, sagte der Schwabe und versicherte, dass alle im Team dafür hart, ruhig und konzentriert arbeiten. Sie würden sich aber nicht unter Druck setzen lassen, sondern ihn selbst erzeugen. „Selbst gemachter Druck bewirkt am meisten“, sagte Haug. „Vielleicht sehen wir den ersten Sieg früher als viele denken.“

Jetzt ist aber erst einmal Geduld gefragt – vor allem beim Protagonisten. „Schumacher braucht ein Auto, bei dem er die Vorderachse spürt und die Reifen“, schreibt der frühere Formel-1-Pilot Gerhard Berger in der Münchner „TZ“. „Er wird jetzt versuchen, das Auto in diese Richtung umzubauen. Dann kann er wieder Rennen gewinnen.“ So wie bei Benetton oder Ferrari. Im 17. Versuch gelang Schumacher 1992 der erste Sieg im Benetton; bei der Scuderia bedurfte es sechs vergeblicher Anläufe, ehe er 1996 den ersten Grand-Prix-Sieg schaffte. Seinen 91. und vorerst letzten Rennerfolg feierte der Kerpener am 1. Oktober 2006 in Shanghai.

Während die Tüftler aus Stuttgart alle Hände voll zu tun haben, um für Schumacher ein Siegauto zu basteln, geht Bernie Ecclestone gelassen mit Schumachers Kritik an der „Formel Langeweile“ um. Der Formel-1-Boss will nichts von Regeländerungen wissen und spielt auf Zeit. „Bevor wir an Änderungen überhaupt ernsthaft denken, sollten wir drei, vier Rennen abwarten“, sagte der Brite. Es bestehe kein Grund zur Sorge, befand der 79-Jährige und verdeutlichte seinen Standpunkt auf außergewöhnlich drastische Art: „Selbst wenn in London die Erde bebt, würde ich nicht in Panik geraten.“

Der ehemalige Formel-1-Pilot Christian Danner hält die ganze Diskussion ebenfalls für überflüssig. „Bereits zu meiner Zeit hat es manchmal weniger spannende Rennen gegeben. Das gehört dazu“, sagte der heutige RTL-Experte.

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Internationale Pressestimmen zum Großen Preis von Bahrain

Das sieht Ecclestone ähnlich: „Es ist das gleiche Problem, das wir in den vergangenen Jahren auch schon hatten: Man kommt einfach nicht nahe genug an das vor einem fahrende Auto heran, um überholen zu können.“ Genau das hatte auch Rückkehrer Schumacher nach seinem sechsten Rang in Bahrain moniert: „Überholen war da praktisch unmöglich, es sei denn, jemand hat einen Fehler gemacht.“

Da seit diesem Jahr das Nachtanken der Autos während der Rennen verboten ist, haben die Teams eine Möglichkeit weniger, über die Strategie Einfluss auf den Ausgang eines Rennens zu nehmen und damit für Spannung zu sorgen. Am Tankverbot soll sich nichts ändern. Bernie Ecclestone: „Die Formel 1 ist jetzt eine Demokratie. Und alle Teams haben für diese Regeln gestimmt, also müssen sie damit zurechtkommen.“

Von einer erneuten Regeländerung hält auch Danner nichts. „Das ist wie im Fußball, denn da kann man die Spiele auch nicht künstlich spannend machen“, sagte der Münchner. Außerdem könnte schon beim nächsten Rennen alles ganz anders sein. Danner: „Da fahren wir in Melbourne auf einem Stadtkurs, da gibt es mehr Action.“

Außerdem seien in der Vergangenheit die Regeln immer wieder geändert worden, um Einfluss auf die Rennen nehmen zu können. „Und was kam dabei heraus? Nichts!“ sagt Danner: „Die Diskussion, die wir nach nur einem Rennen haben, ist künstlich hochgekocht und wird schnell wieder verstummen.“

Die Teams sehen das offenbar anders. McLaren-Boss Martin Whitmarsh, zugleich auch Vorsitzender der Teamvereinigung Fota, forderte nach dem Rennen in der Wüste ein Überdenken in Regelfragen. Der Brite Nick Fry, Geschäftsführer des neuen Mercedes-Teams, sagte dem Fachmagazin „Autosport“: „Ich denke, es wäre schlecht, wenn wir nicht reagieren würden.“WON



Erschienen am 17.03.2010

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