Abonnenten-Login Serviceangebote der Berliner Morgenpost Specials der Berliner Morgenpost
14.03.10

Fan-Krawalle

Fußball nimmt Gewalt auf die leichte Schulter

Die Gewalttäter im Berliner Olympiastadion kamen aus dem Block von Hertha BSC. Sie waren keine Außenstehenden, auch wenn Vereine und Funktionäre das reflexartig behaupten. Sie waren Fans. Die Vereine und der DFB müssen endlich anerkennen, dass die Gewalt längst in der ersten Liga angekommen ist.

dpa/DPA

Einige Hertha-Fans konnten die späte 1:2-Niederlage ihres Teams gegen den 1. FC Nürnberg am 13. März 2010 nicht verkraften. Es kam zu Ausschreitungen.

5 Bilder

Die Szenen aus dem Berliner Olympiastadion waren beängstigend. Eine Hundertschaft vermummter junger Männer war am Samstag von der Fankurve auf das Spielfeld geklettert und hatte dort im Anschluss an das Bundesligaspiel zwischen Hertha BSC und dem 1.FC Nürnberg ihre Wut ausgelebt. Trainerbänke wurden umgeworfen, Werbebanden zerschlagen, Stadiontechnik ging zu Bruch. Menschen wurden zum Glück nicht angegriffen, die Macht der Bilder aber war dennoch gewaltig.

In der Folge erlagen etliche Protagonisten des Fußballs einem längst üblichen Reflex. Spieler, Trainer und Funktionäre bezeichneten den Mob als unbelehrbare Chaoten und einige wenige Verrückte, die den Sport als Bühne für ihre Gewaltfantasien benutzen würden. Genau dies ist Teil des wachsenden Problems: Mit der Ausgrenzung der Täter und der Bagatellisierung ihrer Anzahl macht es sich der Fußball zu leicht.

Stammkunden stürmen das Spieldfeld

Die Männer, die in Berlin das Spielfeld stürmten, sind mitnichten allesamt Außenstehende. Sie sind Stammkunden, die ihr Geld, ihre Zeit und ihre Fantasie für Hertha BSC aufwenden. Nun haben sie dazu beigetragen, die schon besiegt geglaubte Gewalt zurück in die Bundesliga zu bringen – Berlin war schließlich nicht der erste Vorfall und bei Weitem nicht der schlimmste. Erst vor wenigen Wochen waren im Nürnberger Fanblock bei einem selbst gelegten Brand zwei Fans schwer verletzt worden.

Doch davon gab es nicht so beeindruckende Aufnahmen wie an diesem Wochenende. Und so scheint die Macht der Bilder nun doch eine Debatte um die neue Gewaltwelle auszulösen. Es müsse nach den Ereignissen von Berlin alles auf den Prüfstand, sagt der DFB-Sicherheitsbeauftragte Helmut Spahn. Er hat wohl leider recht.

Leser-Kommentare
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
Besucher testen neue Achterbahn im Belantis Park
Achterbahn im freien Fall

Immer rasanter: Neue Bahnen versprechen Schwerelosigkeit.

Video Nachrichten mehr
Assad-Regime Opferzahl nach Angriffen in Syrien steigt
Mitte Polizei sucht mit Bildern nach Angreifer vom Alex
Ausflugswetter Viel Sonne versüßt Deutschen das Pfingstfest
Käufersuche Eine Woche Galgenfrist für Schlecker
 
PromoTeaser_img.jpg
Urlaub an der See

Aktuelle Reisetipps für Ihren nächsten Deutschlandurlaub.mehr

Sommerkoll-klein.png
Sommer Trends

Lindner - Das sind die Sommer Trends 2012!mehr

bio10_onsite-teaser.jpg
Netzwerker

Für eine moderne Energieversorgung in Berlinmehr

 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Blücherplatz

Karneval der Kulturen mit Straßenfest eröffnet

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

DFB-Bundesgericht

Hertha kämpft gegen Sturz in die Zweite Liga

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote