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Boxen

Huck hat in Berlin Lust auf frühen K.o.

Die Nachricht vom Einbruch in seine Wohnung beeindruckte Box-Weltmeister Marco Huck nicht lange. Schnell konzentrierte er sich wieder auf den Kampf gegen den US-Amerikaner Adam Richards, der am Sonnabend um 23 Uhr in der Berliner Max-Schmeling-Halle ausgetragen wird. Ihn will er vielleicht per K.o. auf die Matte schicken. Richards kontert kalt lächelnd.

Eine optimale Vorbereitung in voller Konzentration auf die bevorstehende Aufgabe sieht anders aus. Am Donnerstagvormittag riefen die Nachbarn von Cruisergewichts-Weltmeister Marco Huck (25) an, der am Sonnabend in der Max-Schmeling-Halle seinen WBO-Gürtel gegen den vier Jahre älteren US-Amerikaner Adam Richards verteidigen wird (ab 23 Uhr, ARD live).

Mit der Nachricht, dass in der Bielefelder Wohnung der Familie Huck eingebrochen, wertvolle Uhren, der Fernseher sowie Bargeld gestohlen und die Wohnung verwüstet worden sei. Hucks Vater Rasim und sein Bruder Kenan machten sich aus Berlin gleich auf den Weg, um den Schaden vor Ort in Augenschein zu nehmen, werden aber am Sonnabend beim WM-Fight ihres Champions am Ring zu sitzen.

Der Weltmeister selbst scheint entschlossen, die schlechten Nachrichten dieser Woche in der Garderobe zu lassen, beantwortet die Frage, ob er vielleicht sogar einen vorzeitigen Sieg einkalkuliere, mit breitem Grinsen: "Wenn ich Lust habe, schon". Es wäre der 21 K.o.-Sieg in 29 Kampf. Beim Mann aus Houston/Texas, Adam Richards, stehen nach 23 Kämpfen 21 Siege - davon 15 durch K.o. - zu Buche. Auf Hucks Worte reagiert er mit einem Lächeln: "Wenn Euer Champ sich da mal nicht täuscht".

Adams setzt auf seine Offensiv-Qualitäten und auf vermeintliche Schwächen des Titelverteidigers. "Ich habe mir das Video von Hucks Niederlage gegen Steve Cunningham angeschaut und einige gute Lehren daraus gezogen. Marco hat keine guten Nerven", sagt Richards.

"Es spricht für Richards, wenn er sich informiert. Es spricht gegen ihn, wenn er glaubt, Marco würde die Fehler aus seiner einzigen Niederlage immer noch wiederholen. Richards ist ein guter Prüfstein, wir nehmen ihn ernst, aber er verlässt den Ring als Verlierer", bleibt Trainer Ulli Wegner optimistisch.

Huck hat Großes vor. Pläne, die sich mit einer weiteren Niederlage nach der gegen Cunningham Niederlage wohl nur schwer realisieren ließen. "Ich sehe mich in ein bis zwei Jahren im Schwergewicht", gestand der Cruisergewichtler vor dem Kampf gegen Richards dem Internetportal spox.com. "Und da werde ich mir dann David Haye vorknöpfen. Erst Haye und dann die Klitschkos. Warum nicht? Einer nach dem anderen. Ich bin ein Mann, stelle mich im Ring."

Neben Huck boxen im Sauerland-Stall mit Yoan Pablo Hernandez und Alexander Frenkel zwei weitere Cruisergewichtler. Hernandez (25), einer von Wegners heißen WM-Kandidaten, verteidigt heute seinen IBF-Interkontinental-Titel gegen den Argentinier Cesar David Krenz. "Der Weltmeistertitel ist vakant. Ich muss also gewinnen um mich für die WM zu qualifizieren. Das ist meine große Chance, die werde ich nutzen", freut sich der gebürtige Kubaner Hernandez. Alexander Frenkel (25), in 21 Kämpfen ungeschlagen, trifft auf den Amateurweltmeister von 1999, Michael Simms (USA). Frenkel: "Simms gefährlich. Aber ich fühle mich in Top-Form."

Des Weiteren wird der Auftritt Alexander Powetkin (30) mit Spannung erwartet. Der russische Schwergewichtler hatte sich 2008 durch einen Sieg über Eddie Chambers (USA) das Herausforderungsrecht für einen WM-Fight gegen Wladimir Klitschko erkämpft. Powetkin, der heute auf dem Mexikaner Javier Mora (28) trifft, verletzte sich vor dem Duell mit dem jüngeren Klitschko-Bruder und muss nun zuschauen, wie Eddie Chambers am 20. März in Düsseldorf gegen Wladimir antreten darf. "Mittlerweile bin ich für Wladimir Klitschko wieder bereit", sagt Powetkin, "und werde mir die Gelegenheit nicht noch einmal entgehen lassen."

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