Olympia-Ticker
Trainer Steuer verliert eine Viertelmillion Euro
Eiskunstlauf-Trainer Ingo Steuer will im Rechtsstreit mit dem Verband einlenken, was ihm eine sechsstellige Summe kostet. Außerdem: Die deutschen Athleten nehmen 55 Medaillen mit einem Gewicht von insgesamt 27 Kilogramm mit nach Hause, und ein slowakischer Eishockey-Spieler ist der erste Doping-Fall der Spiele.
++++ Ingo Steuer hat Bereitschaft signalisiert, im Rechtsstreit mit der Deutschen Eislauf-Union (DEU) um seine Bezahlung als Trainer einzulenken . "Es wäre schön, wenn wir diese Sache klären könnten, man kann über alles reden", sagte der Coach der Olympia-Dritten Aljona Savchenko und Robin Szolkowy. Nach Olympia steht ein Vergleich über 250.000 Euro im Raum. "Wir gehen davon aus, dass wir nichts bekommen", sagte der frühere Stasi-Mitarbeiter. Seine Klage auf grundsätzliche Bezahlung als Trainer will der 43-Jährige aber nicht zurückziehen. Die öffentliche Bezuschussung müsse geklärt werden. ++++
++++ 27 Kilogramm an Medaillen nehmen die deutschen Sportler mit nach Hause. 55 der ein Pfund schweren Plaketten am blau-grünen Band reisen mit, wenn die Athleten in Vancouver in den Flieger steigen. Der Gold-Anteil hält sich allerdings in Grenzen, da die wellenförmigen Medaillen zum Teil aus Elektroschrott und nur mit Gold, Silber oder Kupfer überzogen sind. "Schade, dass man nicht auch die Blumen mitnehmen kann. Das wäre so ein schönes Andenken. Aber die heil nach Hause zu bringen, ist unmöglich", sagte Doppel-Olympiasiegerin Maria Riesch . So warf die Skirennfahrerin wie die meisten anderen auch das Grünzeug nach "Flower Ceremony" und Siegerehrung ins Publikum. Die Medaillengewinner können sich in der Servicestelle im Olympischen Dorf noch ein Filzetui besorgen, um darin das wertvolle Stück zu verstauen. "Die Medaillen werden ganz vorsichtig im Handgepäck transportiert", kündigte Riesch an. Gleich dreimal Edelmetall wird Biathletin Magdalena Neuner als erfolgreichste Sportlerin mit an Bord haben. ++++
++++ Am letzten Tag ist der erste Dopingfall bekannt geworden. Der slowakische Eishockey-Nationalspieler Lubomir Visnovsky wurde positiv auf ein Pseudoephedrin (Stimulans) getestet. Der 33 Jahre alte Weltmeister von 2002 erhielt vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) aber lediglich eine Verwarnung. Visnovsky ist der erste Sportler, der während der Spiele erwischt wurde. Einen Tag vor der Eröffnungsfeier hatte das IOC einen positiven Dopingtest bei der russischen Eishockey-Spielerin Swetlana Terentewa veröffentlicht. Auch in ihrem Fall handelte es sich um ein Stimulans. Die 26-Jährige wurde ebenfalls nur verwarnt. ++++
++++ Mit einer verstärkten Förderung der Trendsportarten will der Deutsche Skiverband (DSV) auf den immer härter werdenden Medaillenkampf bei Olympischen Winterspielen reagieren. "Wenn man sieht, welche Anzahl an Medaillen im Skicross, Freestyle und Snowboard vergeben wird, müssen wir uns mit dem DOSB gemeinsam die große Grundsatzfrage stellen, wie wir im Medaillenspiegel 2014 und 2018 unter den Top 3 bleiben wollen, wenn wir diese Dinge nicht mit abdecken", sagte DSV-Präsident Alfons Hörmann . ++++
++++ Ralph Krueger hat großes Interesse am Posten des deutschen Eishockey-Bundestrainers geäußert. "Ich bin Deutscher. Auch das deutsche Eishockey hat eine aufregende Zukunft vor sich", sagte der ehemalige deutsche Nationalspieler, der bei den Olympischen Spielen in Vancouver zum letzten Mal die Schweizer Mannschaft betreute. "In Deutschland sind die Voraussetzungen ähnlich wie in der Schweiz. Auch die Nationalmannschaft funktioniert nach einem ähnlichen Modell", sagte der 50-Jährige, der zum Abschluss seiner 13-jährigen Amtszeit nach 298 Spielen mit den Eidgenossen Platz acht erreichte. Die deutsche Mannschaft flog mit Platz elf von zwölf Teams und damit dem schlechtesten Olympia-Ergebnis ihrer Geschichte nach Hause. Die Zukunft von Bundestrainer Uwe Krupp , der seit dem 15. Platz bei der WM 2009 in Bern umstritten ist, ist offen. Der ehemalige NHL-Star will nach der Heim-WM (7. bis 23. Mai) in Gelsenkirchen, Köln und Mannheim entscheiden, ob er weitermachen will. Seine letzten Äußerungen deuteten eher auf seinen Abschied hin. Bis zur WM soll der 44-Jährige aber noch im Amt bleiben. "Er steht von unserer Seite nicht zur Diskussion", sagte Uwe Harnos, Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB): "Ich bin nach wie vor überzeugt, dass er eine Persönlichkeit ist, dass er motivieren kann und die richtige Sprache mit den Spielern findet." ++++
++++ Eigentlich sollten die Eishockey-Spieler der USA am Sonntagmorgen schon im Flieger nach Hause sitzen . Doch daraus wurde nichts, das Team um Jungstar Patrick Kane spielte wenige Stunden nach den urspünglich gebuchten Rückflügen in Vancouver um olympisches Gold. "Es war komisch. Wir sollten alle schon vor dem Finale fliegen. Ich habe angerufen und gesagt, sie sollen es umbuchen", sagte Stürmer Zach Parise: "Es war ein bisschen Zirkus." Die Spielergewerkschaft NHLPA hatte die Rückflüge der Profis zu ihren Klubs anhand der aktuellen Weltrangliste gebucht. Danach lagen die USA vor dem Olympia-Turnier auf Platz fünf. Bereits am Montag müssen die Finalisten schon wieder in der NHL auf dem Eis stehen: Brian Rafalski und Paul Stastny müssen für die Detroit Red Wings und die Colorado Avalanche gegeneinander antreten. Die anderen Klubs nehmen am Dienstag den Spielbetrieb wieder auf. ++++
++++ Der ehemalige Weltklassepilot und Doppel-Olympiasieger Christoph Langen wird möglicherweise neuer Bob-Cheftrainer des deutschen Verbandes. "Es sind mehrere Kandidaten im Gespräch, Christoph ist einer davon", sagte Thomas Schwab . Der Sportdirektor des Bob- und Schlittenverbandes (BSD) für Deutschland kündigte an, dass eine Entscheidung bis April fallen werde. Der BSD sucht einen Nachfolger für Goldschmied Raimund Bethge, der nach 20 Jahren auf diesem Posten in Rente geht. ++++
++++ Die Olympia-Stars Jewgeni Pluschenko (Silber/Russland), Kim Yu-Na (Gold/Südkorea) und die herausragenden Tanzsieger Tessa Virtue/Scott Moir (Kanada) haben ihren Start bei der WM vom 22. bis 28. März zugesagt . Im Gegensatz zu früheren Titelkämpfen direkt nach den Winterspielen wird das Championat in Turin hochkarätig besetzt sein. Die Bronze-Medaillen-Gewinner Aljona Savchenko und Robin Szolkowy aus Chemnitz wollen direkt nach dem Wettkampf ihre Entscheidung bekanntgeben, ob sie ihre Karriere über das Saisonende hinaus fortsetzen. Nicht in Italien dabei sein werden Olympiasieger Evan Lysacek (USA) und der viertplatzierte Stéphane Lambiel. "Ich komme nach Turin, aber nur zum Zuschauen", sagte der Ex-Weltmeister aus der Schweiz am Rande des Schaulaufens am Samstag in Vancouver. ++++
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