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Streit im DFB

Bierhoffs Bückling sichert Burgfrieden für die WM

Der Vertragspoker beim DFB erinnert an ein Laienschauspiel. Bis zur Weltmeisterschaft in Südafrika wurde nun ein Burgfrieden verkündet. Möglich wurde dies vor allem, weil Oliver Bierhoffs Bückling vor DFB-Präsident Theo Zwanziger so tief ausfiel, dass er für den olympischen Abfahrtslauf hätte melden können.

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Pressekonferenz des DFB
Foto: dpa/DPA
Gemeinsam aufwärts: Theo Zwanziger, Oliver Bierhoff, Joachim Löw und Wolfgang Niersbach (v.l.).

Eintritt hätten sie nicht nehmen können, dafür war das Schauspiel zu laienhaft, das die Spitze des Deutschen Fußball-Bundes in Frankfurt darbot. Im Stile einer großen Koalition beschworen die Parteien – auf der einen Seite Präsident und Generalsekretär, auf der anderen Bundestrainer und Nationalmannschaftsmanager – eine vertrauensvolle und harmonische Zusammenarbeit. Doch als der Vorhang fiel, wollte nach dem Stückchen „Burgfriede für die Weltmeisterschaft“ so recht niemand applaudieren.

Fünf Tage lang haben sie sich öffentlich gestritten. Es ging um Geld, Macht und um persönliche Eitelkeiten. In der Sache hat sich nichts geändert. Nein, es wird keine Vertragsverhandlungen bis zum Ende der WM in Südafrika geben. Und was auch offenkundig blieb: In den Köpfen wird bis dahin Missmut herrschen. Vor allem gegenüber dem voreiligen DFB-Manager.

Oliver Bierhoff hatte seine Ideen für neue Verträge für sich und den Trainerstab schriftlich beim Präsidium eingereicht. Mittlerweile hat er immerhin erkannt, vorher „nicht die Atmosphäre abgeklopft“ zu haben. Das klingt naiv, beinahe kindlich, und so holte er sich zu Recht die erwartete Ohrfeige ab, als Generalsekretär Wolfgang Niersbach den Vergleich zu „Stress mit Kindern“ herbeizog.

So tief wie der Bückling Bierhoffs vor Theo Zwanziger dann ausfiel, hätte er besser für den olympischen Abfahrtslauf melden sollen. Für Selbstüberschätzung und überzogene Forderungen kann er sich nicht mal eben entschuldigen, zumal sich dafür längst zu viele Experten zu Wort gemeldet haben.

Bierhoff rudert gewaltig zurück und setzt auf Gnade. Und natürlich auf Joachim Löw. Der Bundestrainer und dessen Treue zu ihm ist und bleibt Bierhoffs größter Trumpf. Zwanziger betonte, die Mannschaft brauche diesen Trainer, und sagte, bis auf Löw seien alle austauschbar. Wie lange das Bestand haben wird, entscheiden die Leistungen der Mannschaft in Südafrika. Von einer begeisternden Weltmeisterschaft hängt nun weit mehr ab, als Löw und Bierhoff recht sein dürfte.



Erschienen am 09.02.2010

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