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30.01.10

Handball

Schwenker wird wegen Betrugs angeklagt

Die Kieler Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen Uwe Schwenker erhoben. Dem ehemaligen THW-Manager wird Betrug und Untreue in mehreren Fällen, dem früheren Trainer Noka Serdarusic Betrug und Beihilfe zur Untreue vorgeworfen. Schwenkers Anwalt wies jeglichen Korruptionsverdacht gegen seinen Mandanten zurück.

© dpa/DPA
THW-Manager Schwenker lasst drei Ämter ruhen

In der Affäre um angebliche Bestechung von Handball-Schiedsrichtern hat die Kieler Staatsanwaltschaft Anklage wegen Betrugs gegen den früheren Manager des THW Kiel, Uwe Schwenker, und Ex-THW-Trainer Noka Serdarusic erhoben. Das bestätigte der Kieler Gerichtssprecher Kai Thomsen. Die Anklage sei am Freitag bei der 5. Großen Strafkammer des Landgerichts eingegangen, sagte Thomsen. Schwenker werde Betrug und Untreue in mehreren Fällen, Serdarusic Betrug und Beihilfe zur Untreue vorgeworfen. Zuvor hatte der "Spiegel" berichtet, dass die Ermittlungen vor dem Abschluss stehen.

Weitere Einzelheiten wollte Thomsen nicht mitteilen. Für die Anklagebehörde kündigte deren Sprecher Oberstaatsanwalt Manfred Schulze-Ziffer "in Kürze" eine Erklärung an. Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit über zehn Monaten gegen Schwenker und Serdarusic.

Ob die 5. Große Wirtschaftsstrafkammer tatsächlich die Anklage zulässt und ein Verfahren eröffnet, entscheidet sich erst nach einem sogenannten Zwischenverfahren, sagte Thomsen. Das Gericht leitet die Anklage zunächst Betroffenen und Angeschuldigten zu. Diese haben dann einen Monat Zeit, Stellung zu nehmen. Danach prüft die Kammer, ob sie gegebenenfalls noch selbst Ermittlungen veranlassen oder Zeugen hören will, bevor sie entscheidet. Bis zur Eröffnung eines Verfahrens könnten so theoretisch Monate vergehen.

Nach Informationen des Nachrichten-Magazins "Spiegel" stehen vor allem zwei Überweisungen des THW Kiel in Höhe von 92.000 Euro im Fokus der Strafverfolger, die auf einem Konto des kroatischen Geschäftsmanns Nenad Volarevic im April und Juni 2007 eingingen. Volarevic bezichtige sich dem Bericht zufolge angeblich selbst, mit dem Geld zwei polnische Schiedsrichter bestochen zu haben, die am 29. April 2009 das Rückspiel des Champions-League-Finales in Kiel leiteten. Beide Schiedsrichter bestreiten dies jedoch, hieß es weiter.

Schwenkers Anwalt Harald Riettiens wies im "Spiegel" jeglichen Korruptionsverdacht gegen seinen Mandanten zurück. Der im Rückspiel des Champions-League-Finales unterlegene Gegner des THW Kiel, die SG Flensburg-Handewitt, prüft dem Bericht zufolge wegen angeblicher Manipulation eine Schadensersatzklage gegen den THW.

Quelle: dpa/jr
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