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28.01.10

Remis gegen Tschechien

Deutscher Handball mit schlechtestem EM-Ergebnis

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat sich mit einem Remis von der Europameisterschaft verabschiedet. Das bedeutete am Ende Platz zehn und das schlechteste Abschneiden bei einer EM überhaupt. Die Mannschaft von Bundestrainer Heiner Brand verspielte gegen Tschechien eine Drei-Tore-Führung in der zweiten Hälfte.

REUTERS

Deutschland - Tschechien 26:26 (16:14)
Mit einem Sieg wollten sich die deutschen Handballer von ihren Fans und von dieser EM verabschieden.

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Den Sieg vor Augen und am Ende froh, nicht verloren zu haben: Auch im letzten Spiel sind die deutschen Handballer bei der enttäuschend verlaufenen EM unter ihren Möglichkeiten geblieben und beklagten mit Platz zehn noch hinter Gastgeber Österreich ihr schlechtestes Abschneiden in der Turniergeschichte. Nach dem 26:26 (16:14) gegen Tschechien monierte Bundestrainer Heiner Brand: "Die Schlussszene war symptomatisch für das gesamte Turnier: Wir haben die Chance zum Siegtor, vergeben diese durch fehlende taktische Disziplin und können letztlich froh sein, mit einem Unentschieden rauszugehen."

Dass man trotz langer Führung den zweiten Turniersieg doch noch verpasste, machte Brand auch am Kräfteverschleiß fest. "Die erste Halbzeit war okay, aber am Ende haben auch die Kräfte gefehlt. Insgesamt kann ich nicht zufrieden sein", erklärte der Coach. Auch Torwart Johannes Bitter (HSV Hamburg), der wieder mal zu den besten Akteuren im Team gehörte, konnte seine Enttäuschung nicht verbergen: "Der Ausgang dieses Spiels hätte nicht passender sein können. Wir schaffen es nicht, den möglichen Sieg über die Zeit zu bringen. Das ist typisch."

Drei Jahre nach dem WM-Titel von Köln und zwei nach dem vierten EM-Platz in Norwegen muss der DHB mit seiner jungen Mannschaft zudem einen gehörigen Imageschaden hinnehmen. Als Zehnter lag die DHB-Auswahl sogar einen Rang hinter Turnierneuling Österreich, der Russland 31:30 schlug.

Gegen den insgesamt harmlosen EM-14. aus Tschechien war Lars Kaufmann (7) noch bester deutscher Werfer. Insgesamt steht in Österreich lediglich ein Sieg bei zwei Unentschieden und drei Niederlagen zu Buche. "Wir waren heute nicht in der Lage, über 60 Minuten gut zu spielen", sagte Brand.

Zwei Tage nach der schlechtesten Turnierleistung und dem 20:25 gegen Spanien stimmte zunächst zumindest die kämpferische Einstellung noch einmal. In der letzten Viertelstunde häuften sich dann aber vor allem im Angriff wieder die Unkonzentriertheiten und Fehler - und die Deutschen brachten den Gegner wieder selbst ins Spiel. Anderthalb Minuten vor dem Ende gingen die Tschechen beim 25:26 erstmals nach neun Minuten wieder in Führung, die Christoph Theuerkauf aber noch ausglich.

Erneut blass blieb der viel kritisierte Kapitän Michael Kraus (Lemgo) auf der Mittelposition. Vor dem Spiel hatte er einen Sieg gefordert, um die "nächsten Herausforderungen" mit einem positiven Gefühl im Rücken angehen zu können. Eine allzu große Hilfe war er dann auf dem Feld aber nicht. Gar nur Tribünenzuschauer war Rückraumspieler Holger Glandorf nach seiner Knieverletzung aus den Spanien-Spiel. Für ihn spielte Michael Müller (Rhein-Neckar Löwen).

Erfolgreich war lange auch die Maßnahme von Heiner Brand, den bislang besten Torschützen des Turniers, den Kieler Rückraumstar Filip Jicha, durch Kreisläufer Theuerkauf von Beginn an in kurze Deckung nehmen zu lassen. Ohne seinen überragenden Mann fiel dem EM-14. von 2008, für den das Erreichen der EM-Hauptrunde schon ein Erfolg war, nicht viel ein.

In der Olympiahalle erwischte die deutsche Mannschaft wie fast in jedem EM-Spiel einen Fehlstart und lag nach sieben Minuten mit 0: 3 zurück. Nach dem ersten Treffer durch Lars Kaufmann kam dann aber der deutsche Rückraum ins Spiel und hatte beim 13:10 (25.) ebenfalls zum ersten Mal einen Drei-Tore-Vorsprung herausgeworfen.

Doch auch wenn das DHB-Team im Anschluss das Spiel im Griff hatte - weiter absetzen konnte es sich nicht. Erneut lief zu wenig über die Außenpositionen und wieder leisteten sich die Deutschen einige Unkonzentrierten im Angriff und brachten sich selbst um gute Chancen. Erneut machten sich die Belastungen bemerkbar, immerhin war es das sechste Spiel in zehn Tagen.

Quelle: sid/fb
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