Nach Unfall
Reit-Model Werning will wieder zurück aufs Pferd
Freitag, 16. Juli 2010 16:46Am 11. Dezember stürzte Katharina Daniela Werning, Deutschlands schönste und berühmteste Rennreiterin, von ihrem Lieblingspferd Felicita und zog sich dabei ein schweres Schädel-Hirn-Trauma zu. Obwohl sie sich nicht mehr an Weihnachten erinnern kann, will die 25-Jährige wieder zurück in den Sattel.
Schwindelgefühle und Kopfschmerzen treten bei Katharina Daniela Werning noch regelmäßig auf. Ihre lichtempfindlichen Augen muss sie häufig noch mit einer Sonnenbrille schützen, zudem hat ihr Gehirn Probleme, wichtige von unwichtigen Geräuschen zu unterscheiden. Deutschlands schönste und berühmteste Rennreiterin kämpft nach ihrem schweren Sturz Mitte Dezember in der Rehaklinik in Hagen um die Rückkehr in den Alltag und danach auch wieder in den Sattel.
„Das Schönste ist, dass man Tag für Tag kleine Fortschritte macht. Das genieße ich“, sagt die 25-Jährige. Die extrem ehrgeizige Werning muss aber selber einräumen, dass sie zuviel wolle und sich dadurch überfordere. Ihre Hirnsteuerung ist noch nicht bei hundert Prozent.
Auch an die Weihnachtstage, die sie bei ihrer Familie zu Hause verbrachte, fehlt ihr jegliche Erinnerung. „Ich wusste hinterher gar nicht mehr, dass ich viele Geschenke bekommen habe.“
Die Erinnerungen kamen erst langsam wieder. Ihre Mutter zeigte ihr Fotos, Werning ging auf ihre eigene Internetseite. Dort sah sie, dass sie nicht nur als Jockey erfolgreich ist, sondern auch eine Karriere als Model gestartet hat.
Auch im Kinofilm Soul Kitchen wirkte Werning mit - wegen eines Sturzes. Regisseur Fatih Akin benötigte eine Sturzszene aus dem Galopprennsport, Wernings Manager Dietrich von Mutius handelte sofort. Für 21 Sekunden war ihr Sturz aus dem Januar 2008 in Neuss zu sehen. Dabei zog sie sich Prellungen am Ellenbogen zu und musste mehrere Wochen pausieren.
Wie lange Werning jetzt ausfällt, ist offen. „Ich habe noch ein Blutgerinnsel im Kopf. Das muss sich abbauen“, sagte Werning. Manager von Mutius ist aber von ihrem Comeback überzeugt: „Mittelfristig sehen wir sie wieder.“
Dafür kämpft Werning, die als erste Frau als Jockey ein Rennen in der arabischen Welt bestritten hat, in der Reha. Acht Stunden täglich muss sie sich verschiedenen Therapien unterziehen. „Ich will zurück in den Sattel und stärker und besser sein als zuvor“, sagte Werning, die sich mit weit über 100 Siegen in der Männerdomäne etabliert hat: „Als Frau muss man doppelt so fleißig sein. Aber ich habe das notwendige Feingefühl für die Pferde. Kraft und Ausdauer kann ich mir wieder antrainieren.“sid/jr
Erschienen am 17.01.2010


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