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21.12.09

Veh entmachtet

Dieter Hoeneß wird Manager des VfL Wolfsburg

Ein halbes Jahr nach seinem Abschied von Hertha BSC kehrt Dieter Hoeneß in die Bundesliga zurück. Wie Morgenpost Online erfuhr, wird der 56-Jährige neuer Manager des deutschen Meisters VfL Wolfsburg. Diese Personalie bedeutet eine Entmachtung von Armin Veh, der bisher Trainer und Sportdirektor in Personalunion war.

© dpa/DPA
VfL dementiert Hoeneß-Kontakt
Kehrt in die Bundesliga zurück: Dieter Hoeneß

Dieter Hoeneß hat Wort gehalten: Ein halbes Jahr wollte der ehemalige Manager von Hertha BSC nichts mit Fußball zu tun haben. Golf spielen, Mountainbike fahren und vor allem Entspannen standen auf dem Tagesplan. Doch nun drängt es den Mann mit der hohen Stirn wieder zurück auf die große Bühne; nach Hertha soll es nun der Deutsche Meister sein, dem Hoeneß auf die Sprünge helfen will. Nach Informationen von Morgenpost Online wird der 56-Jährige in den nächsten Tagen vorgestellt. Er erhält einen Drei-Jahres-Vertrag.

Er wird in der Hierarchie über den Geschäftsführern Jürgen Marbach, Wolfgang Hotze und Armin Veh, der gleichzeitig Trainer ist, installiert als Vorsitzender der Geschäftsführung. Die gleiche Position hatte er auch in Berlin inne. Hoeneß ist damit nur dem Aufsichtsrat unterstellt.

Auf den ersten Blick scheint die neue Personalie eine entscheidende Schwächung Armin Vehs zu sein. Der war im Sommer als Nachfolger des zum Bundesligarivalen FC Schalke 04 gewechselten Meistertrainers Felix Magath in die VW-Stadt gekommen und arbeitete seither in Doppelfunktion als Übungsleiter und Sportdirektor. Das soll er auch bleiben, jedoch wird Hoeneß als sein Vorgesetzter Vehs Kompetenz bei der Auswahl neuer Spieler ganz sicher signifikant einschränken.

Veh soll nach Informationen von Morgenpost Online sogar von sich aus schon vor Monaten um Verstärkung in diesem Bereich gebeten haben, um sich mehr auf die Arbeit mit der Mannschaft konzentrieren zu können. Der Zeitpunkt von Hoeneß’ Inthronisierung ist für ihn allerdings äußerst ungünstig. Er wird harsch kritisiert, der VfL verpasste das Achtelfinale der Champions League, ist im DFB-Pokal ausgeschieden und steht in der Liga lediglich auf Rang acht. Wohl auch deshalb sagte er in der vergangenen Woche: "Ein neuer Mann? Dann hätte ich ja total die Hose unten. Das geht doch nicht, das muss jedem klar sein."

Zuletzt war sogar über seine Entlassung spekuliert worden. Nach dem 2:2 am Samstag bei Eintracht Frankfurt schloss Aufsichtsratschef Francisco Garcia Sanz eine vorzeitige Trennung jedoch aus: "Wir werden mit Armin Veh in die Rückrunde gehen."

Für den VfL macht die neue Personalie Sinn. Denn die Wolfsburger sind mit ihrer dünn besetzten Führungsspitze schon einmal auf die Nase gefallen. Als im Sommer Felix Magath ging, der beim VfL als Trainer, Manager und Vorstand in Personalunion arbeitete, hinterließ er ein Machtvakuum, das Veh nicht füllen konnte – weder im sportlichen Bereich noch in Sachen Ausstrahlung. Darum wird mit Hoeneß eine weitere Führungsebene eingezogen. Dafür spricht auch sein Vertrag, der vorerst über drei Jahre laufen soll. Mitte Januar soll er seinen Dienst beim VfL Wolfsburg antreten.

Öffentlich äußern wollten sich gestern weder Dieter Hoeneß ("Ich kann nur bestätigen, dass ich derzeit Gespräche führe und mich bald entscheiden werde") noch die Vereinsführung des VfL Wolfsburg. Allerdings hatte Geschäftsführer Marbach die Personalie Hoeneß vor zwei Monaten noch als "völligen Quatsch" abgetan, und Armin Veh hatte ergänzt, dass er so etwas "nicht für voll" nehmen könne.

Hoeneß ist seit Juni ohne Anstellung. Er verließ ein Jahr vor Ablauf seines Vertrages Hertha BSC. Beim Hauptstadtklub war er seit April 1997 als Manager tätig gewesen und hatte den Klub in die Champions League sowie mehrmals in den Uefa-Cup geführt.

Pikant: Als der VfL Wolfsburg im Februar 2007 Hertha-Talent Ashkan Dejagah nach Niedersachsen lockte, tobte Hoeneß. "An deren Stelle wäre ich nicht stolz auf diesen Transfer. Das ist eine Niederlage für den Fußball und ein Sieg des Geldes", sagte er damals und merkte an, dass Herthas Beitrag am deutschen Fußball sicherlich größer sei als der der Wolfsburger. Er wird sich unterdessen wieder beruhigt haben.

Quelle: SUF/ub
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