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Golf

Lee Westwood kehrt auf Europas Thron zurück

Den Grundstein zu seinem Erfolg legte Lee Westwood auf den ersten neun Löchern am Schlusstag der Dubai World Championship. Da spielte der Engländer gleich fünf Birdies und ließ daher keine Zweifel mehr am Turniersieg. Damit sicherte sich der 37-Jährige auch den Gewinn der Jahreswertung der Europa-Tour.

Westwood
Foto: AP
Lee Westwood freut sich über den Erfolg in Dubai

Die letzten Meter des Rennens wurden zum Spaziergang. Mit fünf Birdies auf den ersten neun Löchern am Schlusstag der Dubai World Championship hatte Lee Westwood frühzeitig keinen Zweifel an seinem Sieg auf dem Earth-Course und am Gewinn des Race to Dubai, der Jahreswertung der Europa-Tour, aufkommen lassen.

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Während Westwood mit dem Abschlag jedes Fairway, mit der Annäherung jedes Grün und mit dem Putt in jedes Loch traf, traf sein Hauptkonkurrent im Race to Dubai zunächst Bunker um Bunker. Erst als Rory McIlroy an der achten Spielbahn seinen Frust entlud, indem er mit seinem Eisen eine Werbebande demolierte, ging es für den Nordiren bergauf. Auf den zweiten neun Löchern brillierte er mit fünf Birdies und belegte schließlich bei der Dubai World Championship hinter den Engländern Westwood und McGowan den dritten Rang.

Ernsthaft gefährden konnte er Westwood zu keiner Zeit. Der 37-Jährige spielte auch auf den letzten neun Löchern exzellentes Golf, stellte mit 64 Schlägen einen neunen Platzrekord auf und sicherte sich allein für diesen Erfolg ein Preisgeld in Höhe von 1,25 Millionen Dollar. „Ich bin sprachlos“, jubelte Westwood, „dieser Sieg bedeutet mit wahnsinnig viel. In der Jahreswertung gewinnt der Spieler, der am konstantesten gespielt hat. Das ist eine ganz besondere Auszeichnung.“

Erfahrung setzt sich durch

Nach neun Jahren ist Westwood damit zurück auf Europas Thron. Bereits im Jahr 2000 hatte er die Europäische Rangliste gewonnen, ehe er in ein sportliches Tief fiel und zwischenzeitlich in der Weltrangliste aus den Top 250 rutschte. „Ich hatte schwierige Zeiten“, sagte er am Sonntag, „umso mehr bin ich froh, dass ich zurück bin und das beste Golf meines Lebens spiele.“

Nach 26 Turnieren, zwei Siegen und 13 Platzierungen unter den besten zehn triumphierten in seiner Person Alter und Erfahrung über die Jugend und ihre Unbekümmertheit in Person von Rory McIlroy (20 Jahre) und Martin Kaymer (24).

Der Deutsche hatte die Rangliste lange angeführt, erst seine zweimonatige Pause wegen eines Unfalls beim Kart-Fahren ermöglichte es McIlroy und Westwood, an Kaymer vorbeizuziehen. Vor dem Finalturnier in Dubai lag der 24-Jährige auf Platz drei, mit einem Sieg in Dubai hätte Kaymer der erste Deutsche nach Bernhard Langer werden können, der eine Saison als bester Golfer Europas beendet.

Kaymers Vorahnung

Und sich nebenbei ein schönes Bonusgeld verdient. 7,5 Millionen Dollar (5,04 Millionen Euro) wurden unter den 15 erfolgreichsten Spielern der European Tour am Ende der Saison verteilt, als eifrigster Geldsammler erhielt Westwood mit 1,25 Millionen Dollar (830 675 Euro) den mit Abstand größten Batzen.

Kaymer hingegen musste sich mit dem dritten Platz begnügen. Beim Finalturnier war er schon vor dem letzten Tag entscheidend zurückgefallen. „Ich glaube, das war’s“ hatte er bereits am Samstag erklärt, nachdem er mit einer 72er-Par-Runde auf den 36. Platz zurückgefallen war. Am Sonntag dann bewahrheitete sich seine Prophezeiung, Kaymer spielte erneut eine 72 und landete auf dem 37. Platz.

Westwood hingegen genoss den Erfolg in vollen Zügen. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht stolzierte er die 18. Spielbahn entlang, als der letzte Putt schließlich versenkt war, legte er seinen Oberkörper zurück und machte eine Geste, als wolle er die ganze Welt umarmen. Den Anfang machte er mit seinem Caddie Billy Foster, danach waren seine Frau Laurae und McIlroy an der Reihe. Der Zweitplatzierte im Race to Dubai, der im kommenden Jahr hauptsächlich auf der PGA Tour in Amerika spielen wird, zeigte sich als guter Verlierer. „Er hat sich den Erfolg absolut verdient“, sagte McIlroy anerkennend über Westwood. „Ich habe mein Bestes gegeben“, erklärte er, „aber es hat nicht gereicht – weil ein anderer noch besser war.“

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