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Werder Bremen

Hunt erfüllt Schaafs Versprechen mit Verspätung

"Er ist der nächste, der Nationalspieler werden könnte", hatte Werder Bremens Trainer Thomas Schaaf schon vor Jahren orakelt. Nun löst Aaron Hunt dieses Versprechen endlich ein: Er ist zum wichtigen Teil im Bremer Puzzle geworden und wird damit auch zum Kandidaten für die Nationalmannschaft.

1. FC Nuernberg v Werder Bremen - Bundesliga
Foto: Bongarts/Getty Images/Getty
Aaron Hunt (l.) freut sich mit Said Husejinovic über seine zwei Tore in Nürnberg

Die ersten Loblieder waren schon vor der großen Gala gesungen worden, und auch Deutschlands erster Fußballlehrer hatte sich in den Chor der Bewunderer eingereiht. „Er ist auf jeden Fall ins Blickfeld gerückt“, hatte Joachim Löw via „Bild“ verlauten lassen, „ein guter Spieler, der jetzt verletzungsfrei ist und konstant auf hohem Niveau spielt.“

Gegen Nürnberg spielte Aaron Hunt sogar auf allerhöchstem Niveau. Mit seinem Doppelpack sorgte er dafür, dass Bremens Serie auch in Nürnberg (2:2) hielt und Werder nun bereits seit 17. Pflichtspielen in Folge unbesiegt ist. Spektakulär war sein Treffer in der Nachspielzeit, mit dem er Nürnbergs Hoffnungen auf den dritten Heimsieg zunichte machte. „Ich halte einfach drauf und wusste, dass er oben einschlagen würde“, schildert Hunt seinen Kunstschuss in den Winkel. „Aaron hat uns in letzter Sekunde gerettet“, dankt Trainer Thomas Schaaf dem 23-Jährigen, der zuletzt in fünf Spielen fünfmal getroffen hat.

Keine Frage, Hunt ist zum wichtigen Teil im Bremer Puzzle geworden und hat großen Anteil daran, dass der Abgang von Spielgestalter Diego kompensiert werden konnte. Es scheint, als löse er nun endlich das Versprechen ein, dass er mit seinem Talent gegeben hat. „Aaron ist der nächste, der Nationalspieler werden könnte“, hatte Schaaf schon vor Jahren orakelt.

Mit Verspätung scheint er Recht zu bekommen. Auch, weil Hunt menschlich gereift ist. „Ich habe durch diese Ereignisse viel gelernt“, sagt der 23-Jährige und meint damit die Eskapaden seiner Jugend. Wegen Trunkenheit am Steuer wurde ihm der Führerschein entzogen, eine Diskothekenschlägerei gipfelte in einem Verfahren wegen Körperverletzung. Vergangenheit, abgehakt.

So wie hoffentlich auch seine Verletzungsmisere. Schleimbeutelentzündung, Leistenloch und Schambeinentzündung – die Liste seiner Verletzungen ist lang. Vor dieser Saison hat Hunt erstmals seit Jahren eine Vorbereitung komplett bestreiten können. Entsprechend austrainiert ist er, und entsprechend dynamisch agiert er auf dem Platz. Bald auch in der Nationalmannschaft? Hunts Antwort passt zu seiner neuen Bescheidenheit: „Wenn es so wäre, freue ich mich. Ich versuche einfach, weiter meine Leistung zu bringen.“



Erschienen am 01.11.2009

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