Heimpleite gegen Gladbach
Wieder mal scheitert der HSV kurz vor dem Ziel
Montag, 9. November 2009 15:10Zweimal geführt und trotzdem verloren. Die Fans des Hamburger SV fühlten sich nach der Heimpleite gegen den Abstiegskandidaten Borussia Mönchengladbach schon wieder an ein altes Syndrom ihres Lieblingsklubs erinnert: Scheitern kurz vor einem Ziel. Auch Trainer Bruno Labbadia trug zur Verunsicherung seines Teams bei.

Gruseln und Erschrecken ist ja typisch für Halloween, dass aber Borussia Mönchengladbach vor der Geisternacht am Samstag derartig für Horror beim Hamburger SV sorgen würde, hatte in der Hansestadt niemand erwartet. Schreck eins: 1:1, Schreck zwei: 2:2 und dann der Schock: Endstand 2:3 (1:1) - die erste Saisonniederlage für die ambitionierten Hanseaten, die dadurch den möglichen Sprung nach ganz oben in der Tabelle verpasst haben.
Sie verabschiedeten ihr Team mit fassungsloser Stille, auch ihnen saß der Schreck offenbar noch in den Gliedern. Die mitgereisten Gladbacher Fans sangen auch 20 Minuten nach Spielschluss noch inbrünstig: „Oh wie ist das schön.“ Nach sechs sieglosen Spielen in Folge gelang ihnen nicht unverdient ein Befreiungsschlag. „Das Wichtigste ist, dass die Mannschaft sieht, dass sie auf dem richtigen Weg ist“, sagte Trainer Michael Frontzek.
Kompakt und diszipliniert in der Abwehr und bei jeder Gelegenheit den Weg zum Konter suchend, so erarbeitete sich sein Team die drei Punkte, die der eingewechselte Rob Friend in der 82. Minute mit seinem Siegtor klarmachte. Zuvor glichen Marco Reus (39.) und Dante (76.) zweimal HSV-Führungen durch Piotr Trochowski (13. ) und Ze Roberto (47.) aus. „Am meisten hat mir gefallen, dass wir auch nach den Rückständen stets klaren Kopf behalten haben“, sagte Frontzek.
Beim HSV herrschte dagegen wieder Abwehrchaos. Während das Team beim 0:0 gegen Bayer Leverkusen und dem 1:0-Sieg gegen Celtic Glasgow noch konzentriert und kompakt verteidigt hat, kassierte es jetzt nach dem 3:3 gegen Schalke 04 zum zweiten Mal drei Gegentreffer. Viel zu viel für die eigenen hohen Ansprüche. „Woran das liegt, müssen wir jetzt in Ruhe analysieren“, sagte Marcell Jansen, „wir können schließlich nicht in jedem Spiel vier Tore schießen.“
Der Innenverteidiger erlitt Mitte der zweiten Halbzeit eine schwere Fußprellung und konnte danach kaum noch vernünftig auftreten. Er nahm sogar Schmerztabletten auf dem Spielfeld, war aber danach sichtbar nicht mehr im Vollbesitz seiner Kräfte und das Spiel kippte. „Ich denke schon, dass der Trainer zu spät gewechselt hat“, sagte Ze Roberto, „Jerome ist ja die ganze Zeit nur auf einem Bein gelaufen.“
sid/jr






















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