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Heimpleite gegen Gladbach

Wieder mal scheitert der HSV kurz vor dem Ziel

Zweimal geführt und trotzdem verloren. Die Fans des Hamburger SV fühlten sich nach der Heimpleite gegen den Abstiegskandidaten Borussia Mönchengladbach schon wieder an ein altes Syndrom ihres Lieblingsklubs erinnert: Scheitern kurz vor einem Ziel. Auch Trainer Bruno Labbadia trug zur Verunsicherung seines Teams bei.

Hamburger SV - Borussia Mönchengladbach
Foto: dpa/DPA
Hoch das Bein! David Jarolim attackiert Michael Bradley von hinten

Gruseln und Erschrecken ist ja typisch für Halloween, dass aber Borussia Mönchengladbach vor der Geisternacht am Samstag derartig für Horror beim Hamburger SV sorgen würde, hatte in der Hansestadt niemand erwartet. Schreck eins: 1:1, Schreck zwei: 2:2 und dann der Schock: Endstand 2:3 (1:1) - die erste Saisonniederlage für die ambitionierten Hanseaten, die dadurch den möglichen Sprung nach ganz oben in der Tabelle verpasst haben.

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„Ich bin so enttäuscht“, sagte HSV-Kapitän David Jarolim nach dem Besuch der Gladbacher Poltergeister, „wir hätten heute einen so großen Schritt nach vorne machen können.“ Aber nichts da, einige der 57.000 Zuschauer in der ausverkauften Arena fühlten sich nach dem Spiel schon wieder an ein altes HSV-Syndrom erinnert: Scheitern kurz vor einem Ziel.

Sie verabschiedeten ihr Team mit fassungsloser Stille, auch ihnen saß der Schreck offenbar noch in den Gliedern. Die mitgereisten Gladbacher Fans sangen auch 20 Minuten nach Spielschluss noch inbrünstig: „Oh wie ist das schön.“ Nach sechs sieglosen Spielen in Folge gelang ihnen nicht unverdient ein Befreiungsschlag. „Das Wichtigste ist, dass die Mannschaft sieht, dass sie auf dem richtigen Weg ist“, sagte Trainer Michael Frontzek.

Kompakt und diszipliniert in der Abwehr und bei jeder Gelegenheit den Weg zum Konter suchend, so erarbeitete sich sein Team die drei Punkte, die der eingewechselte Rob Friend in der 82. Minute mit seinem Siegtor klarmachte. Zuvor glichen Marco Reus (39.) und Dante (76.) zweimal HSV-Führungen durch Piotr Trochowski (13. ) und Ze Roberto (47.) aus. „Am meisten hat mir gefallen, dass wir auch nach den Rückständen stets klaren Kopf behalten haben“, sagte Frontzek.

Beim HSV herrschte dagegen wieder Abwehrchaos. Während das Team beim 0:0 gegen Bayer Leverkusen und dem 1:0-Sieg gegen Celtic Glasgow noch konzentriert und kompakt verteidigt hat, kassierte es jetzt nach dem 3:3 gegen Schalke 04 zum zweiten Mal drei Gegentreffer. Viel zu viel für die eigenen hohen Ansprüche. „Woran das liegt, müssen wir jetzt in Ruhe analysieren“, sagte Marcell Jansen, „wir können schließlich nicht in jedem Spiel vier Tore schießen.“

Tatsächlich schafften es die Hamburger nicht, konsequent die Konter des Gegners zu unterbinden. „Wir waren nicht kompakt und standen zu weit von den Gegnern“, meinte HSV-Trainer Bruno Labbadia. Doch auch der HSV-Coach hat wohl zu der Verunsicherung in seiner Hintermannschaft beigetragen, weil er den angeschlagenen Nationalspieler Jerome Boateng viel zu spät erst nach dem 2:3 auswechselte. „Ich hatte keinen Abwehrspieler mehr auf der Bank“, begründete der Trainer seine Entscheidung, „und er muss mir auch signalisieren, wenn es nicht mehr geht.“

Der Innenverteidiger erlitt Mitte der zweiten Halbzeit eine schwere Fußprellung und konnte danach kaum noch vernünftig auftreten. Er nahm sogar Schmerztabletten auf dem Spielfeld, war aber danach sichtbar nicht mehr im Vollbesitz seiner Kräfte und das Spiel kippte. „Ich denke schon, dass der Trainer zu spät gewechselt hat“, sagte Ze Roberto, „Jerome ist ja die ganze Zeit nur auf einem Bein gelaufen.“

sid/jr

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