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30.10.09

Fussball-Bundesliga

Enke kämpft um seinen letzten großen Vertrag

Mit Hannover 96 spielt Robert Enke als einer der vier Kandidaten um das Tor der Nationalelf nicht international. Deshalb gibt es immer wieder Gerüchte über einen Wechsel zu einem Spitzenteam – wie diese Woche zum Hamburger SV. Und im Sommer werden in Stuttgart und vielleicht auch beim FC Bayern Stellen vakant.

© Bongarts/Getty Images/Bongarts
1899 Hoffenheim v Hannover 96 - Bundesliga
Robert Enke steht nach überstandener Krankheit wieder zwischen den Pfosten von Hannover 96

Es kommt selten vor, dass der Fußballprofi Robert Enke im Trainingsalltag Besuch von seiner Frau bekommt. Wenn sich Teresa Enke in Begleitung von Adoptiv-Töchterchen Leila selbst ein Bild davon macht, wie die letzten Übungseinheiten ihres Mannes verlaufen, muss man das wohl als eine Art familiäres Doping verstehen. Der genesene Nationaltorwart Enke hütet im heutigen Bundesligaspiel beim 1. FC Köln wieder das Tor von Hannover 96 und kann auf seinem Weg zurück ins Rampenlicht jede nur erdenkliche Unterstützung gut gebrauchen.

Allerdings ist das Comeback des 32-Jährigen mit der Frage verbunden, ob seine wechselhafte Karriere noch eine internationale Krönung erfährt oder ob sie im niedersächsischen Mittelmaß endet? Zwei Monate lang hatte Enke einen Zweikampf mit einem hartnäckigen Campylobakter-Infekt bestreiten müssen. In Hannover hieß sein Stellvertreter Florian Fromlowitz – in der Nationalmannschaft sprang René Adler für ihn ein und glänzte. Seinen Stammplatz im deutschen Tor will der Leverkusener nun nicht mehr hergeben. "René zeigt gute Leistungen und hat sich sein Lob verdient. Aber für mich gibt es noch eine Chance als Nummer eins", findet Enke.

Sein Ziel ist es, dank zuverlässiger und unaufgeregter Auftritte in der Bundesliga schnell wieder am Torhüter-Casting für die Nationalelf teilnehmen zu können. Jedoch bleibt ihm nur das heutige Spiel bis zur nächsten Nominierung am Freitag für die Länderspiele gegen Chile (14.11.) und die Elfenbeinküste (18.11.). Zudem steht bereits fest, dass Tim Wiese (Bremen) das erste Spiel bestreitet, Manuel Neuer (Schalke) das zweite. Es sieht also nicht unbedingt so gut aus für Enke, der sich in naher Zukunft wohl nur über die Ligaspiele bei Bundestrainer Joachim Löw empfehlen kann.

Dass dies auch bei einem weniger ambitionierten Verein funktionieren kann, hat er bis zu seinem Ausfall im September bewiesen. Allerdings gibt es immer wieder Gerüchte über einen möglichen Wechsel zu einem Spitzenteam. Erst in dieser Woche wurde Enke beim Hamburger SV gehandelt. Selbst wenn Kontakte von beiden Seiten postwendend dementiert wurden.

"Für Robert würde es auch bei einem Verein wie dem FC Bayern München klappen. Denn er lässt sich nicht von äußeren Einflüssen leiten", sagte der frühere Profitorhüter Jörg Schmadtke. Als Sportdirektor von Hannover 96 wird es nun seine Aufgabe sein, möglichst schnell mit Enke über dessen im Sommer 2010 auslaufenden Vertrag zu sprechen. Denn auch Schmadtke wird wissen, dass in Stuttgart und vielleicht sogar in Hamburg und beim FC Bayern am Saisonende Torhüterstellen vakant werden. Nach Angaben von Hannovers Präsident Martin Kind soll es zeitnah Gespräche mit Enke geben. "Wir haben vereinbart, im November oder Dezember die Gespräche über einen neuen Vertrag aufzunehmen", sagte Kind, der hofft, dass sich der Publikumsliebling für einen Verbleib entscheidet.

Robert Enke, das hat er immer wissen lassen, ist nicht abgeneigt zu bleiben. Viel wird aber davon abhängen, wie es mit Hannover läuft und ob über die Niedersachsen den Weg zurück als Nummer eins im deutschen Tor findet.

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