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Hertha BSC

Funkels erste Niederlage - 1:3 gegen HSV

Für Hertha BSC war das Spiel gegen den HSV eine Premiere: Auf der Bank saß der neue Trainer der Berliner, Friedhelm Funkel. Er hat den klaren Auftrag, Hertha vor dem drohenden Abstieg zu bewahren. Vielleicht macht er das auch noch. Das erste Spiel verlor sein neues Team jedoch mit 1:3.

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Berlin's Friedrich celebrates during their German Bundesliga first division soccer match against Hamburg in Berlin
Foto: REUTERS
Ein Auftakt nach Maß: Arne Friedrich schießt in der 9. Minute das erste Tor.

Erfahrung statt Experimente: Routinier Friedhelm Funkel soll den Fußball-Bundesligisten Hertha BSC Berlin nach der Talfahrt unter Stratege Lucien Favre wieder das Siegen beibringen. Der 55-Jährige erhielt beim Hauptstadt-Klub einen Einjahresvertrag, der sich im Falle des Klassenerhaltes um ein weiteres Jahr verlängert.

Der Start war allerdings wenig verheißungsvoll. Im ersten Spiel unter Funkel setzte es eine 1:3 (1:3)-Niederlage gegen den HSV. Dabei traten bei der Hertha noch viele Baustellen offen zu Tage.

„Friedhelm Funkel ist ein Kind der Bundesliga, er war lange Jahre Spieler und hat 18 Jahre Erfahrung als Trainer“, sagte Manager Michael Preetz über seinen Wunschtrainer, mit dem er sich dutzt. Nach der Entlassung von Favre am Montag hatte sich der Hertha-Manager intensiv um Funkel bemüht: „Wir sind davon überzeugt, dass wir mit ihm den Turnaround schaffen“, so Preetz.

Hertha-Präsident Werner Gegenbauer hat inzwischen trotz angespannter Haushaltslage die Verpflichtung von weiteren Spielern in der Winterpause nicht ausgeschlossen. „Wir können die wahre Stärke des Kaders erst beurteilen, wenn alle Spieler gesund sind. Wenn das der Fall ist und es besteht Bedarf, werden wir uns zusammensetzen“, sagte Gegenbauer.

Trainer-Wechsel bei Hertha BSC - Ist Friedhelm Funkel die richtige Wahl?

Funkel lobte seinen neuen Arbeitgeber in höchsten Tönen. „Als der Micha mich angerufen hat, habe ich eine Gänsehaut bekommen. Hertha ist vom Namen und von der Tradition einer der größten Klubs in Deutschland“, erzählt er. Co-Trainer wird Christoph John, der in den letzten Jahren in unterschiedlichen Funktionen beim 1. FC Köln arbeitete.

Vor der Partie am Sonntag gegen den Tabellenführer wollte Funkel möglichst viele Einzelgespräche mit den Spielern führen. Am Samstagnachmittag leitete er erstmals das Training. „Wir müssen uns Stück für Stück aus dem Tabellenkeller arbeiten und versuchen, eine Einheit zu bilden“, sagte Funkel bei seiner Vorstellung in Berlin am Tag der deutschen Einheit.

Keine Angst hat der Routinier vor der Berliner Presse, mit der in der Vergangenheit einige seiner Vorgänger Probleme hatten. „Ich habe schon in anderen Städten gearbeitet, in denen es acht oder neun Zeitungen gab“, meinte der Routinier mit Hinblick auf Stationen in Köln oder Frankfurt. Auf die Stadt Berlin freue er sich besonders. Dort habe er im Pokalfinale tolle Erlebnisse gehabt. 1985 feierte er mit Bayer Uerdingen beim 2:1-Pokalfinalsieg über Bayern München seinen größten Triumph als Spieler. Mit dem MSV Duisburg und Eintracht Frankfurt stand er jeweils als Trainer im Finale.

Aus Sicht von Hertha sprach für Funkel vor allem dessen enorme Erfahrung. Der gebürtige Neusser brachte es als Trainer auf 320 Bundesliga-Spiele und coachte seit 1991 16 Jahre lang Uerdingen, den MSV Duisburg, Hansa Rostock, Köln und Frankfurt im Profi-Fußball. Insgesamt hat Funkel als Spieler und Trainer über 1000 Einsätze in der ersten und zweiten Liga auf dem Buckel.

Mehrmals hat er bewiesen, dass er eine Mannschaft aus den unteren Gefilden führen und im Oberhaus etablieren kann. Allerdings scheiterte er zuletzt in Frankfurt am überhöhten Anspruch der Fans, die von der Teilnahme am internationalen Geschäft träumten. Das zählt nun in Berlin nicht zu seinen Aufgaben.

Favre indes will sich nach seinem Rauswurf am kommenden Dienstag auf einer Pressekonferenz in Berlin erstmals über seine Zukunft äußern. Unterstützung erhielt er indes vom Schweizer Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld. „Er hat in Berlin Sensationelles geleistet und die Messlatte mit Platz vier hoch gelegt. Zu hoch für die Hertha. Das wurde ihm nun zum Verhängnis“, meinte der mehrmalige Meistermacher von Borussia Dortmund und Bayern München.

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