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Fussball-Bundesliga

Dank Heynckes ist Leverkusen ein Titelkandidat

Durch den Derbysieg beim 1. FC Köln ist Bayer Leverkusens bester Saisonstart in der Bundesliga perfekt. Mit Disziplin, Glauben und der außerordentlichen Erfahrung des Meistertrainers Jupp Heynckes scheint der Klub in dieser Saison ein ernsthafter Kandidat für den Titel zu sein. Doch der Coach warnt vor verfrühter Euphorie.

Alles hört auf sein Kommando: Jupp Heynckes
Foto: dpa/DPA
Alles hört auf sein Kommando: Jupp Heynckes

Während die Spieler in der Kabine des 1. FC Köln zum Kölsch griffen und ihren Frust ob des 0:1 (0:0) im Rheinderby gegen Bayer Leverkusen herunterspülten, strahlten die Sieger nur wenige Meter von ihnen entfernt über das ganze Gesicht. Mit Disziplin, Glauben und der außerordentlichen Erfahrung eines Meistertrainers schickt sich die Werkself an, in dieser Saison ein ernsthafter Kandidat für den Meistertitel zu werden.

„Spiele wie dieses musst du 1:0 gewinnen. Dann bist du oben dabei. So haben früher Spitzenklubs wie Bayern München Meisterschaften gewonnen“, sagte Jupp Heynckes, der im Juli als neuer Trainer nach Leverkusen gekommen war. Mit dem 64 Jahre alten Coach hat Bayer nach sieben Spielen 17 Punkte auf dem Konto und damit den besten Saisonstart seit seiner Bundesliga-Zugehörigkeit (1979) hingelegt.

Heynckes ist es gelungen einer Mannschaft, der seit Jahren hervorragende Qualitäten in der Offensive nachgesagt werden, zu verinnerlichen, dass die Defensive ein wichtiger Schlüssel zu Titeln ist. Den letzten, den DFB-Pokal, hat Bayer 1993 gewonnen. „Das eine ist eine gute Defensivarbeit, das andere aber auch der Tempowechsel nach vorne“, sagte Heynckes, der die Bayern 1989 und 1990 zur Meisterschaft geführt hatte. 1989 kassierten die Münchner unter ihm in 34 Spielen nur 26 Gegentore, im Jahr darauf 28 – bei Bayer sind es derzeit vier.

Trotz der derzeit guten Ausgangsposition warnte Heynckes vor verfrühter Euphorie: „Wir hatten einen guten Start. Es gibt aber auch noch einiges zu verbessern. Unser erklärtes Ziel bleibt der internationale Wettbewerb.“ Worte, die ganz im Sinne der Verantwortlichen beim Werksklub sind. „Das ist alles viel zu früh. Im vergangenen Jahr waren wir am 13. Spieltag Tabellenführer und sind noch abgestürzt“, sagte Sportdirektor Rudi Völler im Hinblick auf den Abfall unter dem damaligen Trainer Bruno Labbadia.

Dennoch sieht Völler einen markanten Unterschied zur vorherigen Saison. „Wir sind nach einem Negativerlebnis wieder zurückgekommen“, sagte Völler, dessen Klub durch das 1:2 beim 1. FC Kaiserslautern unter der Woche aus dem DFB-Pokal geschieden war. Diese und eine weitere Aussage zu den pädagogischen Fähigkeiten eines Jupp Heynckes könnte man auch als versteckten Seitenhieb gegen Labbadia werten. „Was mir nach dem Kaiserslautern-Spiel gefallen hat, ist, dass Heynckes nicht draufgehauen, sondern die Spieler gelobt und ermutigt hat.“ Als es im vergangenen Jahr bergab ging, hatte Labbadia das „Rundum-Sorglos-Paket“ für die Spieler bei Bayer und damit indirekt auch die Selbstzufriedenheit der Profis kritisiert.

Offensichtlich kommt Heynckes in dem Team aus vielen Talenten und einem so erfahrenen Spieler wie Sami Hyypiä (35) an. „Wir haben eine direkte Reaktion gezeigt, damit man keinen Negativlauf bekommt“, sagte Torschütze und Kapitän Simon Rolfes. Und Torhüter Rene Adler ergänzte: „Die Arbeit von Heynckes zahlt sich aus: die Defensive stärken und punktuell nach vorne spielen.“sid/jr



Erschienen am 27.09.2009

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