Abonnenten-Login Serviceangebote der Berliner Morgenpost Specials der Berliner Morgenpost
06.09.09

DFB-Auswahl

Starker Adler entfacht erneute Torwartdiskussion

Nach dem Spiel gab sich Rene Adler trotz seiner guten Leistung bescheiden. Der Leverkusener Keeper hielt seinen Kasten gegen Südafrika sauber und sorgt dafür, dass die Diskussion um die Nummer eins im deutschen Tor in die nächste Runde geht. "Im Tor haben wir jetzt ein Luxusproblem", stellte Oliver Kahn fest.

© ddp/DDP
Deutschand - Suedafrika

Er ist kein Mann der großen Töne. Deshalb gab sich Rene Adler bescheiden wie immer. Dabei hätte der Leverkusener Torhüter allen Grund dazu gehabt, seine hervorragende Leistung gegen Südafrika nun auch noch verbal zu untermauern und im Nationalteam mehr als die derzeit für ihn nur vorgesehen Rolle des Reservisten einzufordern.

Adler aber ließ nur wissen, wie glücklich er sei. "Ich habe eine Phase überwunden, wo ich erkennen musste, dass es nicht immer nur bergauf geht. Jetzt spiele ich wieder konstant auf sehr hohem Niveau", sagte der 24 Jahre alte Torhüter von Bayer Leverkusen, der nun wieder Platz im DFB-Tor machen muss.

Denn in den kommenden drei WM-Qualifikationsspielen gegen Aserbaidschan am Mittwoch, in Russland (10. Oktober) und gegen Finnland (14. Oktober) wird Robert Enke von Hannover 96 die Nummer eins und Adler wieder nur Zuschauer sein. So hat es Bundestrainer Joachim Löw in Absprache mit Torwarttrainer Andreas Köpke festgelegt.

In seinem ersten Spiel für die deutsche Elf seit dem 0:1 gegen Norwegen am 11. Februar zeigte Adler wieder jene Klasse, die ihn vor einem Jahr nach den gewonnenen Partien gegen Russland (2:1) und Wales (1:0) zum Topfavoriten auf den Platz im deutschen Tor gemacht hatten. Schnelle Reaktionen, viele gute Paraden und eine exzellente Strafraumbeherrschung zeichneten ihn beim Sieg gegen Südafrika aus. Den Konkurrenzkampf mit Enke, Manuel Neuer (Schalke 04) und Tim Wiese (Werder Bremen) hatte er während der 90 Minuten verdrängt. "Ich blende alles aus, denn es ist die höchste Auszeichnung, für Deutschland spielen zu dürfen. Nach dem Abpfiff kommt es vielleicht mal hoch."

Um mögliche Unruheherde erst gar nicht aufkommen zu lassen, hatten sich die Trainer vor zwei Wochen auf die Regelung mit Enke als vorläufige Nummer eins festgelegt. Sie haben damit zwar vorübergehend Klarheit geschaffen, aber diskutiert wird über die Torhüter nach wie vor. "Tja, im Tor haben wir jetzt ein Luxusproblem", sagte der frühere Nationaltorhüter Oliver Kahn im ZDF, "und diese Diskussion zwischen den Torhütern ist entstanden, weil man sich nicht auf einen Keeper festgelegt hat." Kahn prophezeit: "Es wird schwer für den Bundestrainer, einen der Keeper zu enttäuschen."

Er weiß nur zu gut, wovon er redet. Im Vorfeld der WM 2006 musste er erfahren, wie es sich anfühlt, erst hingehalten und dann ausgebootet zu werden. Monatelang hatten die damaligen Trainer Jürgen Klinsmann und Joachim Löw eine Entscheidung über die Nummer eins hinaus gezögert. Erst als der öffentliche Druck immer größer wurde und sich Kahns alter Arbeitgeber Bayern München einschaltete, rückten sie mit der Sprache raus und zogen Jens Lehmann Kahn vor.

"Es gibt einen Moment, da musst du einem Keeper das Vertrauen geben, damit er sich auf ein Turnier einstellen kann. Das ist einfach wichtig", sagte Kahn nun im Hinblick auf die aktuelle Situation und gab dem Bundestrainer sogar noch einen Ratschlag: "Wenn Enke gegen Russland gut spielt, sollte man schon mal überlegen, ob man sich nicht festlegt und er dann bei der WM spielt."

Joachim Löw will sich die Option aber noch offen halten. "Wir werden uns rechtzeitig vor der Weltmeisterschaft auf einen Torwart festlegen", sagte der Bundestrainer. Mehr wollte Löw aber nicht verraten.

.

Leser-Kommentare
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
Wendig: Dieses autonome Auto deutscher Forscher ("EO") parkt selbsttätig ein und dreht dabei seine Räder um 90 Grad
Die Geisterautos sind da

Diese Autos kommen ohne Fahrer aus

Video Nachrichten mehr
Mitte Polizei sucht mit Bildern nach Angreifer vom Alex
EM 2012 Deutschland plant 10 Spiele und 10 Siege
Atemnot Elton John sagt Vegas-Konzerte ab
Spitzentreffen Immer noch keine Einigung zum Fiskalpakt
 
PromoTeaser_img.jpg
Urlaub an der See

Aktuelle Reisetipps für Ihren nächsten Deutschlandurlaub.mehr

Sommerkoll-klein.png
Sommer Trends

Lindner - Das sind die Sommer Trends 2012!mehr

bio10_onsite-teaser.jpg
Netzwerker

Für eine moderne Energieversorgung in Berlinmehr

 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Kaufberatung

Günstige Digitalkameras unter 150 Euro im Test

Habgier

Deutscher wegen Lego-Diebstahls vor US-Gericht

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote