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Attacke im Hinterhof

Box-Promoter Öner reagiert auf Schüsse gelassen

Unbekannte Täter haben in einem Hinterhof im Hamburger Stadtteil Borgfelde auf Boxpromotor Ahmet Öner geschossen. Der Deutschtürke wurde von einer Kugel in den linken Oberschenkel getroffen worden. „Mir geht es gut. Zum Glück ist nichts Schlimmeres passiert", sagte der Chef des Hamburger Profi-Boxstalls Arena.

Box-Promoter Ahmet Özer in Hamburg
Foto: dpa
Box-Promoter Ahmet Öner

Die Täter lauerten ihrem Opfer unter einer Eisentreppe auf. Ein idealer Tatort, denn der Hinterhof des Grundstücks Eiffestraße/Ecke Wikingerweg im Hamburger Stadtteil Borgfelde ist am späten Dienstagabend stockdunkel. Der geparkte Bentley passt so gar nicht in die Gegend. Industrie, Kleingewerbe, Import-Export – der Straßenstrich in Richtung Autobahn A1 ist in Steinwurfweite.

Trittgeräusche auf der Eisentreppe zeigen den Tätern, dass ihr Opfer kommt. Mehrere Schüsse zerreißen die Stille und Ahmet Öner, 37, Deutschland umstrittenster Profibox-Manager bricht mit einem Steckschuss im linken Oberschenkel zusammen. Öners Chauffeur und sein Geschäftspartner (Softdrink, Evil Energy) ziehen den Verletzten in einen Hauseingang. Die Schützen flüchten unerkannt.

Was folgt, ist Routine: Polizei, Feuerwehr, Operation im St. Georg-Krankenhaus, Verlegung an einen unbekannten Ort – offiziell aus Sicherheitsgründen.

„Mir geht es gut. Zum Glück ist nichts Schlimmeres passiert“, teilte der Arena-Boss nach der Operation auf seiner Internetseite mit. Zum Tatmotiv hat der Ex-Boxer eine klare Meinung. „Wo Erfolg ist, da sind auch Neider. Es war ja nicht der erste Anschlag auf mich, aber das erste Mal, dass mir jemand hinterhältig mit einer Schusswaffe im Dunkeln auflauert. Ich hoffe, dass es auch das letzte Mal war. Ich werde mich von so einem feigen Anschlag natürlich nicht aufhalten lassen. Die Show wird weitergehen.“

Das bleibt abzuwarten. Öner, verheiratet mit Kati, der Tochter seines ehemaligen Trainers Fritz Sdunek, gerät immer wieder in die Schlagzeilen. Mal sind es Schlägereien, mal sind es vermeintlich massive finanzielle Probleme, die das Renommee verderben. Angeblich sind seit 2006 15 Millionen Euro in seine Unternehmungen geflossen. Gewinn gibt es aber noch keinen.

Öner tut das ab und ist gleichzeitig stolz auf seinen Ruf. Legendär sein Ausspruch: „Wenn ich mittlerweile irgendwo hinkomme, sage ich: Google über mich, dann weißt du, wer ich bin. Dann sind alle ein bisschen vorsichtiger. Die haben keinen Bock auf Kopfschmerzen.“

Bei der Hamburger Staatsanwaltschaft sollen 16 verschiedener Delikte, darunter Erpressung, Nötigung, Bedrohung, Beleidigung und Körperverletzung auf eine abschließende juristische Bewertung warten.

Eigentlich wollte Ahmet Öner gestern nach New York fliegen, um dort die Kämpfe seiner kubanischen Boxer Odlanier Solis und Yuriorkis Gamboa am 10. Oktober zu besprechen.



Erschienen am 26.08.2009

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