23.08.09

Leichtathletik-WM

Berlino – Vom Ladenhüter zum Liebling der Massen

Vor dem Start der Leichttahletik-WM in Berlin galt Maskottchen Berlino als Ladenhüter. Durch sein forsches Auftreten wurde der Stoffbär schnell zum Liebling der Massen. Superstar Usain Bolt ist sein größter Fan: "Berlino und ich sind Freunde geworden, "wir haben Telefonnumern ausgetauscht."

Von Steffen Lüdeke

Mit Vorschlag Nummer zwei hätte es schlicht nicht funktioniert. Wäre es nach 33 Prozent der User gegangen, die über den Namen des WM-Maskottchens befinden sollten, hieße der tapsige Bär nicht Berlino sondern Icke. "Ich bin ein Icke", hätte Usain Bolt wohl nie von sich behauptet – zumal er Thomas Häßler ja gar nicht kennt. Der dritte Platz wäre schon eher tauglich gewesen, 13 Prozent votierten für Sprinti. Sich als solchen zu bezeichnen, wäre dem Jamaikaner wohl nicht schwer gefallen.

Berlino heißt das Tier also, 40 Prozent bewiesen einen sicheren Instinkt. Die Wechselwirkung zwischen Bolt und Bär hat Berlino zu ungeahnter Popularität verholfen. "Berlino und ich sind Freunde geworden", behauptet der Jamaikaner, "wir haben Telefonnumern ausgetauscht." Das Stofftier gab artig zurück: "Ich bin ein Bolt."

Längst ist aus dem Bären ein Star der Titelkämpfe geworden. Wann immer es etwas zu feiern gab, tauchte aus dem Nichts der Bär auf und war mittendrin. Steffi Nerius hätte er fast erdrückt, Jennifer Oeser wusste kaum, wie ihr geschah, als der Bär ihre Hand küsste. Die Zuneigung stößt auf Gegenliebe. "Berlino ist das süßeste Maskottchen seit Jahren", erklärte Oeser. Selbst Melaine Walker war ihm nicht böse. Nach deren Sieg über 400 Meter Hürden nahm Berlino die Jamaikanerin auf seinen Rücken und rannte ungebremst in einen Hürdenstapel. "Ist nichts passiert", versicherte Walker, "ich kann darüber lachen."

Auch sie aber weiß nicht, wer unter dem Kostüm steckt. Die Welt rätselt seit Tagen über die Identität des Maskottchens. Mehr als ein Brummen war ihm bisher nicht zu entlocken. Interviewanfragen lässt er negativ bescheiden, Berlino soll für sich stehen, heißt es aus dem WM-Organisationskomitee, also wird über seine drei Bespieler nichts verraten.

Die Metamorphose des Maskottchens ist erstaunlich, vom Ladenhüter zum Liebling der Massen. "In der Vorbereitung hieß es dauernd, der Bär ist zu dick, zu dünn, zu wenig fröhlich", verrät Clemens Prokop, der Präsident des DLV. Ganz anders das Bild heute, mittlerweile ist sogar Angela Merkel stolze Eigentümerin einer Miniaturausgabe des Bären. Allerdings, wer Berlino nun wirklich ist, das weiß auch die Kanzlerin nicht.

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