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20.08.09

200-Meter-Finale

Usain Bolt nimmt nächsten Weltrekord ins Visier

Am Donnerstagabend strebt Usain Bolt über 200 Meter seinen zweiten WM-Titel in Berlin an. Wettanbieter bwin nahm den Endlauf für kurze Zeit aus seinem Programm. Es stellt sich nur die Frage, ob er wieder Weltrekord laufen wird. Ein Ex-Weltmeister traut dem Jamaikaner sogar zu, die 200-Meter-Strecke unter 19 Sekunden zu laufen.

Getty Images/Getty

9,58 Sekunden: Usain Bolt hat in neuer Weltrekordzeit in Berlin den WM-Titel ...

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Schon der weltberühmte englische Naturforscher Charles Darwin war im 19. Jahrhundert überzeugt: "Ohne Spekulation gibt es keine neue Beobachtung." Nun ist Spitzensport geradezu prädestiniert für Spekulationen, und alle Welt fragt sich: Was werden wir voraussichtlich heute Abend im Finale über 200 Meter bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften beobachten können?

Geht es nach Usain Bolt (22), wird es kein neuerlicher Weltrekord sein. "Ich werde alles geben", versprach der Jamaikaner. Nach sechs Rennen – vier über 100 Meter inklusive des Weltrekords im Finale sowie Vor- und Zwischenlauf über 200 Meter – fühle er sich "in Ordnung. Ein bisschen müde, aber nicht so, dass eine gute Nachtruhe das nicht beheben könnte". Geht es nach Frankie Fredericks, könnte Bolt seine eigene, bei den Olympischen Spielen in Peking voriges Jahr aufgestellte Bestmarke von 19,30 Sekunden über 200 Meter ähnlich beeindruckend toppen, wie er es mit dem Weltrekord über 100 Meter getan hatte (9,58 Sekunden). "Nicht undenkbar, dass Bolt unter 19 Sekunden bleibt", sagt der viermalige Olympiazweite und Ex-Weltmeister, der über 100 Meter in seiner Karriere 27-mal unter 10,0 Sekunden geblieben ist. Im besten Falle, also bei einem Sieg heute mit Weltrekord, winkten Bolt 160.000 US-Dollar Prämie, Sonderprämien nicht inbegriffen.

Auch weil ihm sein vermeintlich stärkster Konkurrent Tyson Gay (27) wegen Verletzungsspätfolgen abhanden gekommen ist, nahm der Wettanbieter bwin das 200-Meter-Finale vorübergehend aus dem Programm. Gestern war die Wette nach Protesten wieder verfügbar, reich würde mit ihr gleichwohl keiner: Bei einem Sieg von Bolt gäbe es für einen Einsatz von zehn Euro 10,50 Euro zurück.

Einsatz zeigen jedoch nicht nur die Wetter. Derart gierig heischen Reporter aus der ganzen Welt in Berlin nach Satzfetzen von Bolt, dass sie mitunter gar um ihre eigene Gesundheit bangen müssen. Dienstag etwa verletzte sich ein betagter Schreiber, als er im Gedrängel um Bolt stürzte. Besorgt erkundigte sich der Star anschließend nach dem Wohlbefinden des Mannes, der sich kurz darauf wieder berappelte und das schmerzende Knie hielt.

Bryan Cummings, Fotoreporter beim seriösen, landesweit erscheinenden "Jamaica Observer", beschreibt in einer Kolumne den täglichen Hype im Berliner Olympiastadion so: "Fast jeder Journalist aus Jamaika wurde im Pressezentrum mit Fragen nach Einblicken zu Bolt bombardiert. Sie brachten uns dazu, uns zu fühlen als wären wir die Stars."

In seiner Heimat feiern die Menschen ihren "Außerirdischen" (Sportministerin Grange) euphorisch, Samstag soll Bolt ja auch noch Gold mit der 4 x 100-Meter-Staffel holen. Mit Erleichterung dürfen sie zur Kenntnis nehmen, dass Gerüchte um einen gedopten Teilnehmer des 100-Meter-Laufs offenbar ohne Grundlage sind. Wie der Weltverband IAAF bestätigte, fielen alle Dopingproben – vor der WM sowie vor und nach dem Finale – negativ aus.

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