Leichtathletik
Weltmeisterin Nerius gelingt goldenes Karriereende
Sonntag, 20. Dezember 2009 14:53 - Von S. Arlt und S. LüdekeEs war ihr letzter Wettkampf auf großer Bühne – und er endete mit dem größten Erfolg ihrer langen Karriere. Steffi Nerius hat sensationell das erste Gold für Deutschland bei der Heim-WM in Berlin gewonnen. Ihre Zukunftspläne wird die 37-Jährige nach dem plötzlichen Erfolg allerdings nicht ändern.

Es gab kein Halten mehr für Steffi Nerius. Die ganze Anspannung, das Warten, das Bangen – um 20.58 Uhr fiel alles von ihr ab. Und dann war da am Dienstagabend nur noch großer Jubel. Gold, Gold für Steffi Nerius bei der Weltmeisterschaft im Berliner Olympiastadion. Von etwa 30.000 Zuschauern überglücklich gefeiert. Sie tanzte mit dem WM-Maskottchen Berlino, dem großen Tölpel, der sie gleich mal zu Boden riss.
Die Zuschauer tobten beim Wurf
Welch eine Abschiedsvorstellung für die Speerwerferin aus Leverkusen. Es war ihr letzter Wettkampf auf großer Bühne – und er endete mit dem größten Erfolg ihrer langen Karriere. Schöner kann der Abschied nicht sein. „Einfach nur gigantisch“, sagte sie. Die Ehrenrunde der 37-Jährigen wollte nicht enden. „Simply the best“ dröhnte aus den Stadion-Lautsprechern. Steffi Nerius – die Beste.
Es war die erste Goldmedaille für den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) bei diesen Heimweltmeisterschaften. Wer hätte das vorher gedacht? Ein wenig hatte sie schon mit einer Medaille geliebäugelt. Aber Gold? Doch dann war da dieser erste Versuch. Nerius trug ein Stirnband mit der Aufschrift „Berlin – macht Rabatz“. Und die Zuschauer tobten, als sie anlief. Alle Kraft, alle Energie, alle Erfahrung legte sie in diesen einen, den goldenen Wurf. Der Speer flog, getragen vom ohrenbetäubenden Gebrüll der Besucher, auf 67,30 Meter. „Ich wollte gleich einen vorlegen“, berichtete sie nach ihren Triumph. Gesagt, getan.Niemand warf anschließend weiter. Nicht die Tschechin Barbora Spotakowa, die Zweite wurde (66,42 Meter), auch nicht die favorisierte Russin Maria Abakumowa (66,06 Meter), die auf Rang drei kam. Und auch nicht Christina Obergföll, für die es als Fünfte (64,34 Meter) ein ganz bitterer Abend war. Jubel dagegen bei Linda Stahl, die dritte Deutsche im Wettbewerb, die sich über den sechsten Platz (63,23 Meter) freute. Sie dachte gleich an Nerius: „Ist das ein krönender Abschluss für Steffi. Super.“
Obergföll frustriert
Dieser erste Wurf der Steffi Nerius: Ungläubige Blicke der geschockten Konkurrentinnen, die erst einmal wie paralysiert wirkten. Bände sprachen die unterschiedlichen Reaktionen von Nerius und Obergföll. Während sich die Leverkusenerin locker mit ihrem Trainer Helge Zöllkau austauschte, trottete Obergföll frustriert in Richtung Trainer Werner Daniels. Ihre Körpersprache drückte Mutlosigkeit aus. Sie hatte Tränen in den Augen, wohl weil sie schon zu diesem Zeitpunkt das Gefühl hatte, dass es an diesem Tag bei ihr nicht klappen würde. Und so kam es dann auch.
Aber sie zeigte sich auch in der Niederlage fair: „Es freut mich für Steffi, ich bin ja erst 27. Und habe noch einige Jahre vor mir.“ Dennoch saß die Enttäuschung tief: „Wenn man sich so auf die WM freut und es geht dann in die Hose, ist das schon bescheiden.“.
Erschienen am 18.08.2009


Versicherungen
Gesundheitstests
Hotelsuche
Abo
Stadtplan
epaper
Archivsuche
Zeitung Heute
RSS
Newsticker
Video
TV-Programm
Events
Kino
Wetter
Gehaltsrechner
Börse
Branchenbuch
Kredit und Zinsen
Europa
Krankenkassen
Hilfe
Handelsregister
Leserbrief
Kontakt
Mobilportal
iPhone-/iPad-Apps
Heizölvergleich