26.02.13

Meike Kröger

Zwei-Meter-Springerin spricht über Depressionen

Burn-out, Depressionen und Essstörungen sind keine Seltenheit im Spitzensport. Hochspringerin Meike Kröger litt unter dem Druck und beendete ihre Karriere. Die 26-Jährige macht dem Verband Vorwürfe.

Foto: Bongarts/Getty Images

Lächeln fürs Foto: Meike Kröger beendete ihre Hochsprungkarriere 2012
Lächeln fürs Foto: Meike Kröger beendete 2012 ihre Hochsprungkarriere

In der Debatte um eine Studie über deutsche Spitzensportler hat die ehemalige Hochspringerin und WM-Teilnehmerin Meike Kröger offen über ihre Depression gesprochen.

"Richtig ausgebrochen ist es Ende 2011. Ich hatte zuvor eine lange Phase von Verletzungen und eine Schilddrüsenunterfunktion. Die Krankheit und die Verletzungen führten dazu, dass ich mich stark unter Druck fühlte. Das hat die Depression vermutlich begünstigt", sagte die Zwei-Meter-Springerin der "FAZ".

Eine in der vergangenen Woche veröffentlichten Studie der Deutschen Sporthilfe hatte teilweise alarmierende Ergebnisse hervorgebracht. So erklärten 11,4 Prozent der Sportler an Burn-out zu leiden, zudem seien auch depressive Erkrankungen (9,4) und Essstörungen (9,6) unter Spitzensportlern verbreitet.

Karriere beendet

"Generell war der Leistungssport bei mir mehr und mehr mit negativen Emotionen verbunden. Ich glaube, das hing auch damit zusammen, dass ich nicht dem Bild entsprach, das man von Leistungssportlern sehen will; dass man zur Bundeswehr geht oder zur Polizei, um sich auf den Sport zu konzentrieren", betonte die 26-Jährige, die 2010 deutsche Vizemeisterin und 2009 bei der Heim-WM in Berlin Elfte geworden war. Im vergangenen Jahr beendete sie ihre Karriere.

Für sie selbst sei eine Verpflichtung bei Bundeswehr oder Polizei nie eine Option gewesen, erklärte Kröger. Vielmehr habe sie sich für ein Architektur-Studium entschieden. "Es ist schwierig. Einerseits will man den Sport weitermachen, aber man möchte hinterher nicht ohne Ausbildung oder Studium dastehen", sagte sie: "Ich habe einfach keinen Weg gesehen, Spitzensport und Studium optimal zu verbinden."

Vorwürfe an die Funktionäre

Gleichzeitig machte Kröger auch den Funktionären Vorwürfe. "Einigen Funktionären ist es egal, ob jemand mit Mitte dreißig aus der Bundeswehr ausscheidet und keine zufriedenstellende Ausbildung hat. Da gibt es schwere persönliche Schicksale", betonte sie.

Zudem seien psychische Erkrankungen immer noch ein Tabuthema. "Ich spreche nur über meine Krankheit, weil durch einen irreparablen Knorpelschaden mein Ausscheiden aus dem Sport definitiv ist", sagte sie: "Wenn ich ein Comeback vorhätte, würde ich mir das sehr gut überlegen. Man macht sich angreifbar. Die Chance, zurückzukommen, ist damit eigentlich gleich null."

Quelle: sid/fb
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