25.02.13

Mainzer Trainer

Verschwörung? Tuchel wettert gegen Schiedsrichter

Der Mainzer Coach Tuchel erhebt schwere Vorwürfe gegen die Unparteiischen und klagt an: "Das Schiedsrichterwesen hat ein Problem mit mir und meinem Verhalten. Die Mannschaft muss dafür bezahlen."

Foto: Bongarts/Getty Images

Alle noch ganz dicht? Thomas Tuchel beschuldigt die Schiedsrichter, seine Mannschaft absichtlich zu benachteiligen
Alle noch ganz dicht? Thomas Tuchel beschuldigt die Schiedsrichter, seine Mannschaft absichtlich zu benachteiligen

Erst nippte er noch ganz brav an seinem heißen Tee, dann brach es aus Thomas Tuchel heraus. Mit einer fünfminütigen Brandrede hat der Trainer des FSV Mainz 05 vor dem Pokal-Viertelfinale gegen den SC Freiburg am Dienstag (19.00 Uhr/Sky, welt.de) für Aufsehen gesorgt und harsche Kritik an den Referees der Fußball-Bundesliga geübt, die sein Team "krass benachteiligen" würden.

"Das Schiedsrichterwesen hat ein Problem mit mir und meinem Verhalten. Die Mannschaft muss dafür in der Rückrunde bezahlen. Sie wird für ihren Trainer bestraft. Das ist in der Häufigkeit nicht tolerierbar", sagte Tuchel und fügte mit ernstem Ton an: "Das ist so viel, dass es Mühe und Energie kostet, sich nicht darüber aufzuregen."

Eigentlich war die Pressekonferenz vor dem Pokalspiel schon fast beendet, als der an den Folgen einer Grippe leidende Tuchel seine Verschwörungstheorien auf einmal publik machte. Der 39-Jährige sprach von einer "Stimmung" gegen seine Person, welche die Entscheidungen der Unparteiischen "beeinflussen" würden.

Vier Fehlentscheidungen

Laut Tuchel hätte der Tabellenachte wegen der "vier ganz entscheidenden Fehlentscheidungen" bereits acht Punkte verloren. "Was das auch finanziell bedeutet, brauche ich nicht zu erklären", sagte der erkältete Coach. Darunter seien zwei nicht gegebene "glasklare" Elfmeter gegen Freiburg (0:0), ein aberkanntes Tor beim FC Augsburg (1:1), der Ausgleich aus Abseitsposition gegen Schalke 04 (2:2) sowie ein nicht gegebener Handelfmeter gegen den VfL Wolfsburg (1:1). Mit acht Zählern mehr würde Mainz auf Platz vier stehen und könnte sogar von der Champions League träumen.

Der leicht aufbrausende Tuchel übte mit Blick auf die vermeintliche Stimmung gegen seine Person allerdings auch Selbstkritik: "Daran habe ich natürlich auch meinen Anteil, keine Frage", sagte er. Seine Mannschaft und der Verein aber müssten dies jetzt ausbaden, "das sind aber die Falschen", so Tuchel weiter. Er wisse auch, dass er "Thema" bei den Referee-Tagungen vor der Saison und in der Winterpause gewesen sei.

6000 Euro Strafe

Zum ersten Mal habe er die Vermutung, dass alles an ihm liege, bei der Bestrafung nach seinem "Platzverweis" im Pokal-Achtelfinale bei Schalke 04 (2:1) am 18. Dezember 2012 gehabt. Tuchel musste eine Strafe von 6000 Euro zahlen. Der 39-Jährige war in der 66. Minute aufs Spielfeld gerannt und hatte den Schalker Jermaine Jones am Arm gepackt. Daraufhin hatte es eine verbale Auseinandersetzung gegeben. Der Unparteiische Marco Fritz schickte Tuchel auf die Tribüne. "Das hat mir deutlich gemacht, dass es um mich geht. Es ging darum, auch mir einen Denkzettel zu verpassen", meinte der Mainzer Trainer mit Blick auf die Höhe der Geldstrafe.

Die Verschwörungstheorie überstrahlt das Treffen der beiden Kultcoaches Tuchel und Christian Streich im Viertelfinale. Der Freiburger Streich rechnet am Dienstag mit einer offensiven Tuchel-Taktik. "Die wollen uns aus den Schuhen schießen. Wir müssen versuchen, die Schnürsenkel fest zu ziehen", sagte der 47-Jährige.

Quelle: DW/jb
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