25.02.13

Amin Younes

Gladbachs kleiner BVB-Held war früher Balljunge

Mit seinem 1:1 rettete Amin Younes Gladbach einen Punkt gegen Dortmund. "Ich war hier früher Balljunge, das ist Wahnsinn", sagte der 19-Jährige, mit dem die Borussia noch viel vorhat.

Foto: dpa

Nationalspieler Reus reiste mit dem BVB an seine alte Wirkungsstätte nach Mönchengladbach.

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Es gab Zeiten im Leben von Amin Younes, da hat sich der Junge am Wochenende von seinen Eltern in den Gladbacher Borussia-Park fahren lassen, um für einen reibungslosen Spielablauf zu sorgen. Immer wenn der Ball ins Aus rollte oder flog, warf er den Profis einen neuen Ball zu. Der kleine Amin hat damals große Augen gemacht, wenn er im Kabinengang neben seinen Idolen stand.

Der 19-Jährige wird an solche Momente gedacht haben, als er am Sonntagnachmittag nach dem Abpfiff der Partie gegen Borussia Dortmund erneut durch eben jenen Kabinengang streifte, mit dem Unterschied, dass er diesmal eine Hauptrolle spielte: Er war der Torheld, er hatte den Treffer zum 1:1-Endstand erzielt.

Schüchtern lächelnd, das Kinn in der dicken Winterjacke versteckt – so tippelte der 1,65 Meter kleine Spieler langsam auf die wartende Journalistenschar zu. Er sagte das, was man eben so sagt an einem solchen Tag: dass es ein tolles Gefühl sei, dass er dem Trainer danken wolle, dass letztlich aber nicht er als Torschütze, sondern nur die Mannschaft wichtig sei.

Im Weggehen gab er noch einen tieferen Einblick in sein Seelenleben: "Ich war hier früher Balljunge. Jetzt habe ich zum ersten Mal von Anfang an gespielt und sofort ein Tor geschossen. Das ist Wahnsinn."

Younes durchlief alle Jugendteams

Younes ist zwar gebürtiger Düsseldorfer, aber seit seinem achten Lebensjahr trägt er das Gladbacher Trikot. Er spielte für alle Jugendteams, er schaffte es in die Jugend-Nationalmannschaften des DFB, im Sommer 2011 unterschrieb er einen Profivertrag. Von diesem Zeitpunkt an musste er noch eineinhalb Jahre warten, ehe Lucien Favre den Entschluss fasste, Younes seinen Traum zu erfüllen. Nach seinem Kurzeinsatz in Hamburg in der Vorwoche bekam er gegen Dortmund einen Platz in der Startelf.

"Ich habe ihm gesagt, er soll Spaß haben", verriet Torhüter Marc-Andre ter Stegen. Es war ein Ratschlag, den Younes befolgte. Der junge Mann ist flink, er sieht Lücken, der Ball klebt an seinem Fuß. Das Tor zum 1:1 – ein abgefälschter Schuss aus zehn Metern, mit dem er Mario Götzes Elfmetertor bereinigte – war das Highlight, Zehntausende brüllten danach den Namen eines Spielers, von dessen Existenz sie bis vor kurzem gar nichts wussten.

"Ein gutes Debüt. Er hat seine Qualitäten in Eins-zu-Eins-Situationen gezeigt und seine Emotionen im Griff gehabt", lobte Favre, der nach dem Aus in der Europa League bei Lazio Rom unter der Woche mit der Leistung gegen Dortmund zufriedener sein durfte. Gladbach spielte engagiert und setzte dem Noch-Meister phasenweise arg zu, das Unentschieden war das passende Ergebnis.

"Müssen um jeden Punkt kämpfen"

Drei Punkte beträgt der Rückstand auf die Europapokalplätze, aber zu einem möglichen erneuten Antreten auf der internationalen Bühne, das sich das Gladbacher Umfeld so sehr wünscht, sagte Favre nur: "Darüber möchte ich nicht sprechen." Die Vergangenheit, so Favre, der damit die sensationelle Vorsaison meinte, "müssen wir komplett vergessen. Wir müssen um jeden Punkt kämpfen."

Favre erinnerte dann noch an seine Klagelieder zu Beginn der Saison, als er ständig daran erinnert hatte, dass Marco Reus, Dante und Roman Neustädter nicht mehr da sind. Er sagte: "Ich habe die Garantie gegeben, dass es eine sehr schwere Saison werden wird." Immerhin: Die Worte Klassenerhalt und Abstiegskampf hat er am Sonntagnachmittag nicht mehr in den Mund genommen.

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