18.02.13

Champions League

Selbstbewusste Bayern – "Sind besser als Arsenal"

Mit großem Optimismus geht der FC Bayern ins Champions-League-Achtelfinale beim FC Arsenal. Rummenigge ist "begeistert" von seiner Mannschaft, der Klubchef fürchtet allerdings Lukas Podolski.

Foto: dpa

13:0 Tore hat der FC Bayern in der Rückrunde vorzuweisen. Eine solche Bilanz macht durchaus selbstbewusst
13:0 Tore hat der FC Bayern in der Rückrunde vorzuweisen. Eine solche Bilanz macht durchaus selbstbewusst

So entspannt und voller Zuversicht hat der FC Bayern vor einem wichtigen Fußballspiel noch nicht englischen Boden betreten. "Das wird schon werden", sagte Karl-Heinz Rummenigge am Montag bemerkenswert gelassen auf dem kurzen Flug ins sonnige London.

Das Achtelfinal-Hinspiel am Dienstag (20.45 Uhr/Sky) beim FC Arsenal hat der Bundesliga-Dominator insgeheim als einen Probelauf für das anvisierte Champions-League-Finale am 25. Mai im Wembleystadion eingeplant. "Ich bin begeistert von der Mannschaft, wie sie das in der Bundesliga macht. Jetzt müssen wir unsere hohe Qualität auch in diesem Wettbewerb nachweisen", sagte Rummenigge.

Vorm reizvollen Wiedersehen mit Lukas Podolski übermittelte der Münchner Vorstandsboss sogar eine launige Warnung an den früheren Bayern-Profi: "Lukas ist ein netter Kerl. Ich hoffe nicht, dass er uns irgendeinen einschenkt. Das sollte er sich gut überlegen!"

Seit 609 Pflichtspielminuten ist Manuel Neuer inzwischen ohne Gegentreffer – und die Null soll auch gegen die "Gunners" mit den Nationalmannschaftskollegen Podolski und Per Mertesacker stehen. "Bayern ist Favorit", gestand sogar Podolski, der mit drei Treffern der erfolgreichste Königsklassenschütze im offensiv starken und defensiv verwundbaren Arsenal-Team ist.

Martinez ist wieder fit

Die Bayern freuen sich jedenfalls, nach fünf ungefährdeten Rückrundensiegen mit 13:0 Toren im Bundesliga-Alltag nun auch auf der europäischen Fußballbühne ihre Titelreife nachweisen zu können. "Das sind die Spiele, die Spaß machen", verkündete Toni Kroos voller Vorfreude. Und der Spielmacher stellte selbstbewusst klar: "Wenn wir eine Topleistung bringen, haben wir die bessere Mannschaft."

Natürlich vergaßen die Chefs nicht, vor Übermut zu warnen. "Arsenal ist zu Hause eine Macht. Da werden wir viel arbeiten müssen, um ein gutes Ergebnis zu erzielen", erklärte Uli Hoeneß. Beunruhigt sah der Präsident dabei nicht aus. Ein gutes Ergebnis hieße, "nicht zu verlieren" und "ein Tor zu erzielen", erläuterte Rummenigge.

"Arsenal spielt sehr gut nach vorne. Ich warne davor, sie zu unterschätzen", sagte Jupp Heynckes. Der Trainer kann im Emirates-Stadion auch wieder auf Javi Martínez zurückgreifen. Der Spanier ist nach einer Zehenblessur wieder einsatzfähig.

Martínez für Luiz Gustavo im Mittelfeld lautet der wohl einzige Personalwechsel im Vergleich zum 2:0 in Wolfsburg. Das ahnt auch Dauernörgler Arjen Robben, der "gerne spielen" würde, aber sein Ego im Zaum zu halten versucht. "Das Thema muss Bayern gegen Arsenal sein – und dass wir gewinnen", sagte der Holländer. Robben empfahl sogar insgesamt Demut: "Wir müssen nicht jetzt schon über das Finale reden. Davon sind wir noch weit weg. Jetzt kommt erst mal Arsenal."

Bilanz gegen englische Klubs ist schlecht

Die "Gunners" wirken angeschlagen, nach dem 0:1 im englischen Pokal gegen den Zweitligisten Blackburn Rovers steht auch Trainer Arsène Wenger in der Kritik. Rummenigge hat die Arsenal-Blamage gar nicht gefallen: "Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man dann wütend ist, Druck hat und dass das manchmal auch Kräfte freisetzt."

Gegen Bayern wird Wenger wieder sein A-Team aufbieten, mit den gefährlichen Offensivkräften Walcott, Cazorla, Giroud und Podolski. "Wenn Arsenal einen guten Tag hat, kann es ein schwieriger Abend werden", weiß der frühere Chelsea-Profi Robben aus seiner Zeit in London.

Bayerns England-Bilanz im Europapokal ist mit zwei Siegen, sieben Unentschieden und sechs Niederlagen nicht berauschend. Aber die "Bayern 2013" fürchten keinen Gegner: "Natürlich wollen wir gewinnen, keine Frage", sagte Kapitän Philipp Lahm zur Marschroute.

Quelle: dpa/SUF
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