17.02.13

Pleite gegen VfB

1899 Hoffenheim hakt direkten Klassenerhalt ab

Nach zuletzt fünf Bundesliga-Niederlagen in Folge feiert der VfB Stuttgart in Hoffenheim den ersten Sieg in diesem Jahr. 1899-Trainer Marco Kurz sah das "schwächste Spiel" unter seiner Leitung.

Foto: dpa
1899 Hoffenheim - VfB Stuttgart
Für Trainer Kurz (M.) und Hoffenheim ist nun der Relegationsplatz das neue Saisonziel

Marco Kurz blickte finster drein, als er mit seiner leblosen Elf abrechnete und den direkten Klassenerhalt endgültig abhakte. "Auf Platz 15 sollten wir uns nicht mehr konzentrieren nach so einer Niederlage", sagte der Trainer von 1899 Hoffenheim nach dem 0:1 (0:1) im baden-württembergischen Krisenderby gegen den VfB Stuttgart.

Es sei das "schwächstes Spiel" unter seiner Leitung gewesen, sagte Kurz, der in seinem fünften Spiel bei seinem neuen Arbeitgeber die dritte Niederlage gesehen hatte. Ausgerechnet in der nächsten Woche muss 1899 beim Vorletzten FC Augsburg antreten, der nur einen Punkt weniger auf dem Konto hat.

Die Angst geht um im Kraichgau. Manager Andreas Müller nahm sich die Mannschaft nach der Pleite intensiv zur Brust, erhöhte aber mit Blick auf das nächste "Endspiel" auch den Druck auf Kurz: "Wenn man diese Leistung sieht, kann man nicht zufrieden sein. Ein, zwei Spieler hatten Normalform, der Rest nicht. Ich bin sehr sauer. Wir müssen uns hinterfragen, wie es demnächst weitergeht", sagte Müller und fügte hinzu: "Es ist der Job des Trainers, die Mannschaft so vorzubereiten, dass wir in Augsburg ein anderes Gesicht zeigen. Es geht darum, Platz 16 massiv zu verteidigen, über etwas anderes brauchen wir nicht zu reden."

VfB beendet Niederlagenserie

Die Stuttgarter erklärten dagegen nach zuletzt fünf Niederlagen in Folge die Krise für beendet. "Wir haben immer gesagt, dass wir die Ruhe bewahren müssen. Die Mannschaft hat immer Willen gezeigt", sagte Trainer Bruno Labbadia, der seinen Torjäger Martin Harnik nach dem Abpfiff geherzt hatte.

Der Österreicher erzielte bereits in der dritten Minute den Siegtreffer. Der starke VfB-Torwart Sven Ullreich war einfach nur glücklich, endlich mal wieder gewonnen zu haben. "Wir haben nicht das schönste Spiel gemacht, aber nach fünf Niederlagen war es wichtig, dass wir zusammen konzentriert arbeiten. Das haben wir gemacht."

Vor 28.750 Zuschauern in der Rhein-Neckar-Arena waren die Gastgeber, die auf sechs verletzte oder gesperrte Spieler verzichten mussten, zu Beginn nur körperlich auf dem Platz. Beim frühen Kopfball-Treffer von Harnik ließ sich zunächst Kapitän Andreas Beck auf dem Flügel von Vorbereiter Ibrahima Traoré düpieren, dann verlor die Innenverteidigung den österreichischen Nationalspieler aus den Augen.

Leichtes Spiel für die Gäste

Nach dem Gegentor wurde es aus Sicht der Kraichgauer, bei denen acht frühere VfB-Spieler unter Vertrag stehen, nicht besser. Traoré (8.) und der ehemalige Hoffenheimer Torjäger Vedad Ibisevic (13.) hätten die Führung der Schwaben, die am Donnerstag in der Europa League zum Rückspiel beim belgischen Vertreter KRC Genk antreten müssen (Hinspiel 1:1), sogar noch ausbauen können.

Die Hoffenheimer waren auch Mitte der ersten Hälfte noch nicht richtig in der Partie. Der VfB hatte leichtes Spiel mit dem ganz schwachen Gegner, der keine nennenswerte Offensivaktion zustande brachte. Ganz im Gegenteil: In der 27. Minute brannte es nach einem Vorstoß von Harnik wieder lichterloh im eigenen Strafraum. Zu diesem Zeitpunkt hatte Kurz seine Reservisten bereits zum Aufwärmen geschickt.

Erst gegen Ende des ersten Durchgangs wurden die lethargischen Hoffenheimer etwas besser. Der Deutsch-Spanier Joselu vergab in der 38. Minute die einzige vielversprechende Chance der Gastgeber vor der Pause.

Joselu vergibt den Ausgleich

In der Kabine schien Coach Kurz die richtigen Worte gefunden zu haben. Zu Beginn des zweiten Durchgangs wirkten die Hoffenheimer wesentlich lebendiger. Bei einem Freistoß von Kevin Volland musste Ulreich sein Können unter Beweis stellen (50.).

Vier Minuten später versuchte Kurz, seinem Team durch die Einwechslung von Tobias Weis und Eren Derdiyok einen zusätzlichen Schub zu verleihen. Diese Maßnahme wäre allerdings fast nach hinten losgegangen. Traoré hatte den zweiten VfB-Treffer auf dem Fuß (55.).

Neun Minuten später vergab Joselu auf der Gegenseit die große Möglichkeit zum Ausgleich. In der Schlussphase stemmten sich die insgesamt erschreckend schwachen Hoffenheimer kaum noch gegen die Niederlage.

Welches Team beschäftigte die meisten Trainer in der Bundesliga-Geschichte?
Frage 1 von 20
Quelle: sid/fb
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